0,0 Prozent – Beu für Förderung des Umweltverbundes

Zu der Kritik an den Kosten von 36.000 Euro eines überdachten Radparkplatzes in der Innenstadt erklärt Rolf Beu, verkehrspolitischer Sprecher der GRÜNEN-Ratsfraktion und Planungsausschussvorsitzender der Stadt Bonn:

 

„Die Kritiker scheinen bei der Bewertung von Beträgen den Blick auf die Relationen völlig verloren zu haben. Vielleicht helfen hier einige Vergleiche weiter:

 

–  Selbst die teuerste Fahrradabstellanlage für 24 Räder in der Innenstadt, deren Bau im Zusammenhang mit den Straßenbegleitmaßnahmen zur Fertigstellung des neuen Sparkassengebäudes am Friedensplatz erfolgt, kostet rechnerisch beispielsweise 0,0 Prozent des WCCB.

 

–  Für die Kosten des WCCB könnte die ganze Stadt mit solchen ‚Luxus-Fahrradständern‘ zugestellt werden (über 5.500 Stück).

 

–  Die Kosten für einen öffentlichen Fahrradabstellplatz kosten vor der City-Sparkasse 1.500 Euro. Wie hoch waren denn die Kosten für einen, nicht öffentlich nutzbaren Mitarbeiter-Parkplatz in der Tiefgarage der Tochtergesellschaft der öffentlich-rechtlichen Sparkasse? Vielleicht das Hundertfache?

 

Um nicht falsch verstanden zu werden:

 

Auch jede Investition in die umweltfreundlichen Verkehrsmittel, wozu auch der Fußverkehr mit seinen möglichst behindertenfreundlichen, barrierefreien Gehwegen und der öffentliche Nahverkehr mit Bus und Bahn gehört, muss im Einzelfall auf seine Sinnhaftigkeit hinterfragt werden.

 

Parteien, Verbände und Verwaltungen aber, die x neue Straßenkilometer und eine neue Rheinbrücke in der Region für einen dreistelligen Millionen-Eurobetrag fordern, haben die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt. Deren Vertreter empfehle ich eine verkehrsthematische Reise nach Amsterdam oder Kopenhagen, um wirkliche Radverkehrsförderung zu erleben, oder nach Zürich, wo auch Banker und Manager tagtäglich statt mit dem PKW mit der S- und Straßenbahn fahren. Selbst in Städten wie New York oder Paris werden ganze Autospuren zugunsten von Fahrrädern gesperrt und hunderte von Autoparkplätze zu Fahrradstellplätzen umgewidmet. 

 

Die Bonner Diskussion geht nur vordergründig um Geld. In Wirklichkeit sind etliche Entscheidungsträger in Politik, Verwaltung und Verbänden nicht bereit zum Umsteuern, da sie immer noch der Idee der vermeintlich autogerechten Stadt nachtrauern, obwohl – wie alltäglich feststellbar – dieser Traum bereits vor Jahrzehnten ausgeträumt war.“

 

Rolf Beu MdL, Tel. 0170 47 34 593

 

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