4. Gesamtschule: Stadt hätte weitere Gesamtschule errichten müssen

Zitat Frau Sommer: Eine Gesamtschule kann die nach § 82 Abs. 8 SchuIG erforderliche Schülerzahl der gymnasialen Oberstufe (42 Schülerinnen und Schüler im ersten Jahr der Qualifikationsphase) nur dann erreichen, wenn sie eine leistungsheterogene Schülerschaft in der Sekundarstufe I hat, also auch das obere Leistungsdrittel vertreten ist. Dies bedeutet konkret, dass ein Drittel der Kinder zumindest mit Einschränkungen für das Gymnasium geeignet sein müssen.

 

Dazu die Schulausschussvorsitzende Dorothee Paß-Weingartz:? Dieses Kriterium ist seit 2 Jahren erfüllt, sowohl zum letzten wie auch zum kommenden Schuljahr waren unter den hunderten von abgelehnten Kindern 38 mit der entsprechenden Empfehlung.?

 

Das würde bedeuten, dass laut Schulgesetz die Stadt die Verpflichtung hätte, weitere Gesamtschulplätze zu schaffen, denn damit ist das letzte Totschlagargument, das sowohl Ratsmehrheit als auch Verwaltung hochhielten, hinfällig.

 

Nach Auffassung der Grünen gibt es für die Verwaltung sogar die Verpflichtung, sofort in die Schulentwicklungsplanung Gesamtschulen einzusteigen, denn Schulträger sind nach § 78 Schulgesetz verpflichtet, Schulen zu errichten, wenn in ihrem Gebiet ein Bedürfnis dafür besteht und die Mindestgröße gewährleistet ist.

 

Paß-Weingartz:? Immer wurde damit argumentiert, dass eine Leistungsdrittelung vorhanden sein müsste ? was übrigens nirgendwo im Schulgesetz steht. Dort steht, dass die Oberstufe sichergestellt sein muss. Und bei dem Andrang, den die Gesamtschulen auch zur Oberstufe wieder haben, musste sich darum niemand in Bonn sorgen machen. Im Gegenteil, die vielen Ablehnungen auch in der Oberstufe sprechen eine andere Sprache. Mit der jetzigen Stellungnahme der Schulministerin  ist die Stadt gefordert, ihre gesetzliche Verpflichtung endlich einzulösen. Wir fordern die Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn auf, für das kommende Anmeldeverfahren die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen und unverzüglich eine Elternbefragung zu starten. ?

 

Die Grünen verweisen in diesem Zusammenhang auch auf den Wirtschaftsbericht der OECD. Die größten Wirtschaftsnationen der Welt haben darin ihr OECD-Partnerland Deutschland zu umfassenden Bildungsreformen aufgefordert. Auch sollte Deutschland davon Abstand nehmen, Kinder schon im Alter von zehn Jahren auf verschiedene Schulformen aufzuteilen. Die Gesamtschule ist die einzige Schulform, in der die Kinder nicht schon nach dem 4. Schuljahr in verschiedene Schulformen gezwängt werden.

 

Stellungnahme der Stadt zu den diesjährigen Ablehnungen: http://www.bonn.de/familie_gesellschaft_bildung_soziales/topthemen/06321/index.html?lang=deStellungnahme zu Ablehnungen im letzten Jahr: http://www.bonn.de/rat_verwaltung_buergerdienste/presseportal/pressemitteilungen/02484/index.html?

 

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld