Stadt sieht keinen Bedarf für eine weitere Gesamtschule

 sich erneut an Regierungspräsident Lindlar in Köln zu wenden. 426 Kinder erhielten eine Ablehnung, darunter auch Kinder aus dem Rhein-Sieg-Kreis.

 

Die grüne Fraktionssprecherin Dorothee Paß-Weingartz:? Die Stadt behauptet wie immer, es gäbe keinen Bedarf für eine vierte Gesamtschule und begründet dies damit, dass eine Leistungsheterogenität auch in diesem Jahr nicht herstellbar gewesen wäre. Dabei hat der Regierungspräsident im Oktober in einem Schreiben an die Stadt festgestellt, dass er diese Gegenargumentation nicht teile, da bei einer neuen Schule nicht vorhersehbar sei, wer sich anmeldet.?

 

Die Verwaltung wiederholt ihre Begründungen gegen eine weitere Schule  ge-betsmühlenartig und sieht über den hohen Bedarf und die sehr schlechte Versorgungsquote in Bonn hinweg.

 

Paß-Weingartz:? Bonn dürfte auch nach dem diesjährigen Anmeldeverfahren weiterhin NRW-weit Schlusslicht unter den kreisfreien Städten sein. Der Rhein-Sieg-Kreis ist ebenfalls total unterversorgt, was die Bonner Situation nicht gerade vereinfacht.?

 

Für die GRÜNEN ist der Bedarf für eine weitere Gesamtschule in Bonn glasklar. Die über Jahre hinweg hohen Ablehnungszahlen bestätigen ihre Annahme.

 

Paß-Weingartz:? Wir ermuntern die Eltern der abgelehnten Kinder, sich dagegen zu wehren. Die freie Schulwahl ist in der Landesverfassung verankert. Wir laden deshalb all diejenigen, die für ihre Kinder nicht die Schulform ihrer Wahl gefunden haben, zu unserer Diskussionsveranstaltung ?Schule der Wahl ? Schulform der Wahl?  am Donnerstag, den 2. März 2006 um 18:00 Uhr in den grünen Fraktionssaal im Alten Rathaus ein.?

 

Die Grünen erwarten die Antwort des Regierungspräsidenten mit Spannung.

 

An den Regierungspräsidenten

 

der Bezirksregierung Köln

 

Herrn Lindlar

 

Zeughausstraße 2-10

 

50606 Köln

 

Per Fax und e-mail

 

Sehr geehrter Herr Lindlar,

 

das Anmeldeverfahren für die Bonner weiterführenden Schulen ist abgeschlossen. Wieder einmal wurden 426 Kinder an den bestehenden Gesamtschulen abgelehnt ? trotz der Aufstockung der Bad Godesberger Schule um zwei Züge.

 

Die Verwaltung der Stadt Bonn erklärt in einer Pressemitteilung des Presseamtes heute:

 

?

 

In Bonn weiterhin kein Bedarf für die vierte Gesamtschule

 

Der Verwaltungsvorstand der Stadtverwaltung sieht nach einer

 

Beratung der Anmeldezahlen für die Gesamtschulen weiterhin keinen Bedarf für eine vierte Gesamtschule in Bonn. Wie Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann mitteilt, zeigt die Aufnahmesituation an den Gesamtschulen, dass die Leistungsheterogenität auch in diesem Jahr nicht herstellbar gewesen wäre.

 

In den drei städtischen Gesamtschulen werden zum Schuljahresbeginn 521 Mädchen und Jungen aufgenommen, 170 in Beuel, 180 an der Berthold-Brecht-Gesamtschule Tannenbusch und 171 in Bad Godesberg. Abgelehnt wurden an diesen Schulen 415 Kinder, davon wohnen mindestens 112 im Rhein-Sieg-Kreis.

 

Wie Schulamtsleiter Hubert Zelmanski in der Sitzung bekannt gab, sind bei den an Gesamtschulen abgelehnten Kinder „nur einige wenige Schülerinnen und Schüler aus dem oberen Leistungsdrittel vertreten“. Die Ablehnungen betrafen in hohem Maße Kinder aus dem mittleren und überwiegend aus dem unteren Leistungsdrittel. Ein hinreichend leistungsgemischtes Potenzial für eine weitere Gesamtschule ist damit nach einer Analyse der Schulverwaltung in Bonn nicht vorhanden. ?.

 

Trotz Ihres Schreibens vom 27.10.2005, in welchem Sie ausführen, dass ?die

 

von der Verwaltung der Stadt Bonn geäußerten Zweifel, inwieweit bei einem Betrieb einer weiteren Gesamtschule eine leistungsmäßig ausgewogene Klassenzusammensetzung erreichen werden könne, nicht teilen??

 

Sie führen weiterhin aus, dass keine Aussage darüber getroffen werden könne, wie die Zusammensetzung einer leistungsheterogenen Schülerschaft an einer weiteren Schule aussehen würde.

 

Gleichermaßen erklärt die Stadt Bonn in ihrer heutigen Pressemitteilung, dass auch einige Kinder mit Gymnasialempfehlung an Gymnasien abgelehnt wurden.

 

Bonn bildet auch weiterhin das Schlusslicht unter den kreisfreien Städten, was die Versorgung mit Gesamtschulplätzen angeht. Erschwerend kommt die auch immer äußerst knappe Versorgungsquote des Rhein-Sieg-Kreises hinzu.

 

Wir sehen in Bonn weiterhin den Bedarf für eine 4. Gesamtschule ? was durch die jährlichen Anmeldezahlen bestätigt wird

 

Sehen Sie, dass die Stadt Bonn Ihrer ?Anweisung? vom Oktober 2005 in Ihrem Sinne gefolgt ist? Und wie beurteilen Sie die weiterhin sehr hohe Zahl von Ablehnungen sowie die Begründung der Stadt, es wäre keine Leistungsheterogenität gewährleistet?

 

Für eine baldige Antwort wären wir sehr verbunden.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dorothee Paß-Weingartz, Fraktionssprecherin

 

F.d.R. Petra Merz

 

Fraktionsgeschäftsführung

 

Anlage: PM der Stadt Bonn

 

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