Ein vielfältiges Miteinander auch im Alter gestalten!

Eine Veranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen zur Interkulturellen Woche der Vielfalt

 

50 Bonnerinnen und Bonner unterschiedlicher kultureller Herkunft folgten am 26. September der Einladung der Bonner grünen Ratsfraktion sowie des grünen Kreisverbandes in das Münstercarré.

 

Themen des Abends: Wie können Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte in ihrem Quartier so alt werden, wie sie es wünschen? Was brauchen diese Menschen? Wo gibt es Gemeinsamkeiten, wo unterschiedliche Bedarfe? Diese und andere Fragen wurden im Rahmen einer Podiumsdiskussion erörtert.

 

Den Auftakt für die Diskussion bildete ein Impulsreferat von Barbara Steffens, Landesministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter. „Die Bewohner*innen eines Quartiers sollen an der Verbesserung ihres direkten Lebensumfeld direkt partizipieren und es somit selbst für sich lebenswert gestalten“, sagte Steffens und illustrierte dies mit einigen konkreten Beispielen aus dem Bundesland.

 

Anne Remme von der Dortmunder Beratungsstelle „Zwischen Arbeit und Ruhestand“ (ZWAR) brachte Erfahrungen bei der Gründung verschiedener Netzwerke in den Quartieren ein, so in Gelsenkirchen sowie in Bonn-Tannenbusch, wo neben gemeinsamen Plattformen für Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft mittlerweile auch darauf geachtet wird, dass Menschen verschiedener Ethnien sich auch untereinander treffen und austauschen können.

 

Dr. Hidir Çelik, Leiter der Evangelischen Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn, sprach sich für Begegnungsräume gerade auch für ältere muslimische Frauen aus. Denn diese, so Çelik, hätten im Gegensatz zu muslimischen Männern keine richtigen Anlaufstellen und träfen sich beispielsweise in Tannenbusch deswegen häufig im Einkaufszentrum.

 

Dr. Tanja Pugacheva vom Internationalen Frauenzentrum Bonn (IFB) berichtete von Gruppen für Frauen, die sich zu gemeinsamen Freizeitaktivitäten wie Gymnastik, Handarbeiten und gemeinsamem Frühstücken treffen und auf diese Weise ganz selbstverständlich Netzwerke zur gegenseitigen Unterstützung bilden.

 

Josef Michael Fischell vom Bonner Institut für Migrationsforschung und interkulturelles Lernen stellte die These auf, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft letztendlich neben allen kulturellen Unterschieden gleiche Bedürfnisse und Wünsche hätten, nämlich so lange wie möglich am Leben teilzuhaben und nicht zu vereinsamen.

 

In einer abschließenden kurzen Diskussion unter den Anwesenden wurde deutlich, dass speziell das Thema Wohnen im Quartier von den meisten Menschen als wichtiges Anliegen im Blick auf ein zufriedenes und gesundes Altern gesehen wird.

 

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