River clean up

Die Bonner GRÜNEN haben am vergangenen Samstag, 3.9.2016 gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern das linke Rheinufer vom Plastikmüll befreit. Zwischen Nordbrücke und Graurheindorfer Fähre wurden innerhalb von zwei Stunden zehn große Müllsäcke mit Abfällen gefüllt, ca. die Hälfte davon war Plastikmüll. Gefunden wurden vor allem Plastikflaschen, -tüten, -schuhe und -spielzeug. Auch die Überreste der letzten Nubbelverbrennung lagen noch am Ufer. Mit ihrer River-clean-up-Aktion wollten die grüne Umweltexpertin Dr. Beate Bänsch-Baltruschat und der Kreisverbandssprecher Harald Klinke auf die Umweltbelastung durch Plastikmüll in Flüssen, Seen und Meeren aufmerksam machen. Jährlich gelangen ungefähr 5 – 13 Millionen Tonnen Kunststoffmüll in die Ozeane. Mindestens fünf große Müllflächen sind in den Meeren bekannt, die teilweise eine Fläche einnehmen, die so groß wie Deutschland, Österreich und Schweden zusammen sind. Hierbei spielt der Eintrag durch Flüsse eine erhebliche Rolle. Plastikteile werden von Meerestieren gefressen, die dann an Auszehrung oder inneren Verletzungen sterben. Auch strangulierte Tiere wurden schon häufig gefunden. Durch Verwitterung werden Plastikgegenstände in der Umwelt in kleine Partikel, das Mikroplastik, zerlegt. Diese Partikel werden von Kleinstlebewesen und Fischen mit Nahrung verwechselt. Auch der Mensch ist von den Folgen dieser Plastikflut nicht ausgenommen. Belastete Muscheln und Fische können auf unseren Tellern landen. Das Ausmaß der schädlichen Wirkungen auf Tiere, Ökosysteme und den Menschen sind bisher noch wenig erforscht. „Ein wirkungsvoller Schritt zur Eindämmung der Plastikflut in Gewässern ist die Müllvermeidung“, so Dr. Bänsch-Baltruschat. „Plastikmüll gehört in die gelbe bzw. in die Restmülltonne, nicht in die Natur oder auf die Straße. Wer die Hinterlassenschaften seines Picknicks am Rhein wieder mitnimmt, tut schon einiges für die Umwelt. Auch der Verzicht auf Plastiktüten ist ein wichtiger Ansatz. Kosmetika wie Peelings oder Duschgelen werden von den Herstellern häufig Mikroplastikkügelchen zugesetzt. Beim Kauf sollte man daher auf unbelastete Produkte achten. Denn Kläranlagen sind nicht in der Lage, diese Stoffe zurückzuhalten.“ Die Grünen wollen das Problem an der Wurzel packen und setzen sich für eine Reduzierung von Plastik in Verpackungen, Kosmetika, Reinigungsmitteln und Gebrauchsgegenständen ein.

 

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