Bürgerbegehren Kurfürstenbad abgelehnt – erster Bonner Bürgerentscheid kommt!

Der Stadtrat hat in seiner gestrigen Sondersitzung einen weiteren Schritt in Richtung Bau eines neuen Familien-, Schul-, Sport- und Freizeitbades gemacht. Mit einer klaren Mehrheit von 52 gegen 27 Stimmen hat er das Bürgerbegehren der Initiative Kurfürstenbad abgelehnt. Damit kommt es jetzt zum ersten Bürgerentscheid in der Geschichte Bonns. Die Koalition im Rathaus wird sich mit allen Kräften für den Neubau und die Zukunft Bonns einsetzen.

    Link: Pressemeldung der Stadt Bonn zum Bürgerentscheid „Kurfürstenbad“

Hierzu erklärten der Sportausschussvorsitzende Dr. Christos Katzidis (CDU) und seine Sportkollegen Rolf Beu (GRÜNE) und Florian Bräuer (FDP):

Dr. Christos Katzidis (CDU): „Gestern war ein guter Tag für Bonn und insbesondere für den Sport. Wir haben zum ersten Mal in der fast 20-jährigen Diskussion um die Bonner Bäder einen ganz breiten Konsens in der Politik, aber auch außerhalb beim Sport und den Schwimmvereinen. Man spürt förmlich die Motivation diese unendliche Diskussion zu beerdigen und den Sportstandort zu stärken. Ein ganz wesentlicher Aspekt für mich ist endlich die Chance für Bonn, das erste senioren- und behindertengerechte Schwimmbad in Bonn zu bekommen. Ich bin in höchstem Maße schockiert, wie sich die SPD mit ihrer Verweigerungshaltung gegen die Zukunft Bonns und gegen die Zukunft der Menschen in unserer Stadt stellt.“

Rolf Beu (Bündnis 90 / Die Grünen): Mit dem Bau des neuen Kombibades könnte der gordische Knoten, der seit Jahren die Neuaufstellung der Bonner Bäderlandschaft verhindert endlich gelöst werden. Der Badneubau im Wasserland, stößt – wie das bisherige Beteiligungsverfahren der Stadtwerke gezeigt hat – nicht nur bei den Bonner Bürgerinnen und Bürgern auf großes Interesse, sondern wird auch von den Bonner Schwimmvereinen wegen seiner Zukunftsfähigkeit massiv unterstützt. Hier kann in bester städtischer Lage eine energetisch nachhaltige Lösung, ein in Bonn einmaliger, ganzjährig nutzbarer Außenschwimmbereich und eine zukunftsfähige Architektur verwirklicht werden. Es macht weder ökologisch noch ökonomisch Sinn viel Geld in die Sanierung maroder Bäder zu stecken, wenn damit im Ergebnis kein attraktives Schwimmangebot erreicht wird.

Wir hoffen nun, dass die Bonnerinnen und Bonner sich umfassend informiert  am Bürgerentscheid beteiligen. Alle Argumente sprechen für das neue Zentralbad. 47 Jahre nach der Kommunalreform darf ein reines Stadtbezirksdenken vernünftige Lösungen im Interesse aller nicht mehr verhindern. Eine ganz andere Diskussion ist, wie das Bad Godesberger Stadtzentrum wieder attraktiver gestaltet und der Stadtbezirk insgesamt aufgewertet werden kann. Hier muss ein umfassender Masterplan entwickelt werden, die Sanierung eines veralteten Hallenbades hilft da nicht weiter.

Florian Bräuer (FDP): „Der Bonner Sport, insbesondere die Bonner Bäderlandschaft, und die Bonner Bürgerinnen und Bürger sind die Gewinner der Ratsentscheidung von Montagabend. Es ist gut, dass nicht nur ein Konsens zwischen Ratsmehrheit und Schwimmvereinen in dieser Frage besteht, sondern dass die Ratsmehrheit auch auf relativ breiten Füßen steht. Der jetzt anstehende Bürgerentscheid wird zeigen, dass eine Mehrheit in dieser Stadt die Chance zur Realisierung eines modernen und den heutigen Anforderungen entsprechenden Schwimmbades ergreifen will.“

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