Ausbau der MVA konterkariert die Vision von einem klimagerechten Bonn

 ?Werden die Pläne verwirklicht, wird die Müllmenge, die mitten in Bonn verbrannt wird  um 2/3 erhöht. Die Behauptung, dass es damit zu einem ?kaum messbaren? Anstieg der Schadstoffe komme ist ein Ammenmärchen?, sagte die umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN; Brigitta Poppe.

 

Schon jetzt  sei damit davon auszugehen, dass der ab 2010 geltende EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid im Bonner Stadtgebiet nicht eingehalten werden kann ? ein Schadstoff, bei dem die Müllverbrennung im Vergleich zum Gas-Heizkraftwerk erheblich schlechter abschneidet. Ebenso wie bei der Freisetzung von Schwermetallen und Dioxinen.

 

?Selbstverständlich werden diese Belastungen im gleichen Maße steigen, wie die Mengen an Müll, die in Bonn verbrannt werden, zunehmen, sagte Frau Poppe.

 

Zunehmen werde zudem unweigerlich der Mülltourismus.?Um die Entsorgung des Bonner Mülls geht es doch schon längst nur noch am Rande?, sagte Frau Poppe. ?Die BonnerInnen produzieren ca. 80.000 t Müll im Jahr ? verbrannt werden schon jetzt 240.000 t. Wird die Kapazität jetzt noch einmal wie geplant um 150000 t bis 175000 t erhöht, muss der Müll dafür mindestens aus Rheinland-Pfalz angekarrt werden.?

 

Als ?veritable Nebelkerze? bezeichneten die GRÜNEN das Argument die Erweiterung diene der ?Kompensation? der in die Jahre gekommenen MVA.?Mit diesem Argument wurde von Reiner Schreiber der Bau der 3. Linie durchgesetzt. Damals hieß es, wir fahren nur 2 Linien, die 3. wird nur für den Fall des Ausfalls dieser Linien bereitgehalten. Heute fahren alle 3 Linien Volllast. So würde es auch mit der 4. Linie kommen. Ist sie da, werden alle Linien befeuert werden, falls man den Müll dafür zusammen bekommt.?

 

Nachhaltig bezweifeln die GRÜNEN auch den wirtschaftlichen Erfolg der MVA-Erweiterung.Frau Poppe: ?In der Rechnung gibt es jede Menge Unbekannte. Wir würden die gewaltigen Investitionen lieber in die Nutzung erneuerbarer Energien und die  Ausschöpfung von Einsparpotentialen, die noch in hohem Maße vorhanden sind, stecken. Die Pläne von Hürter & Co münden letztlich in eine überregionale Müllkippe Bonn. Die Vision einer klimagerechten Stadt wird damit gründlich konterkariert. Die Realisierung der Pläne würde die Lebensqualität vieler Bonner  beeinträchtigen. Deshalb werden wir uns dafür einsetzen, dass die BürgerInnen die Entscheidung über den Ausbau der MVA am Ende selber treffen!?

 

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