Bad Godesberger Grüne treiben „Nachtwanderer“-Projekt voran

Nach einer sehr erfolgreichen Bürgerversammlung wollen die Bad Godesberger Grünen nun auch durch einen Antrag in der Bezirksvertretung am 27.1. das Projekt der „Nachtwanderer“ nach bremischem Vorbild vorantreiben. Dazu erklärt die Stadtverordnete Monika Heinzel:

 

„Das Projekt Nachtwanderer ist eine freiwillige, bürgerschaftliche Initiative, in der Bürgerinnen und Bürger abends und nachts durch ihre Anwesenheit im öffentlichen Raum auf Straßen und Plätzen Präsenz zeigen. Sie schauen hin, greifen in einen Konflikt aber nicht aktiv ein. Konflikte werden durch Deeskalation entschärft. Ziel ist es vorzubeugen. Nachtwanderer bekommen Einblick, was sich abends und nachts auf den Straßen abspielt, sie wollen durch ihre Anwesenheit eine angenehme Atmosphäre schaffen, Vertrauen aufbauen, Vorbild sein, für ein respektvolles Miteinander eintreten, Aggressionen und Vandalismus begrenzen, das soziale Klima verbessern und versuchen auf schwierige Situationen beruhigend einzuwirken. Junge Menschen sollen das Gefühl bekommen, dass man sich um sie kümmert.Nachtwanderer sind keine Hilfssheriffs oder Bürgerwehren.Wer mitmachen will, wird in speziellen Kursen geschult: Deeskalationstraining, Gesprächsführung, erste Hilfe. Nachtwanderer tragen einheitliche Kleidung mit einem Erkennungssymbol. Alle Nachtwanderer sind unfallversichert. Seit vielen Jahren arbeitet das Projekt erfolgreich in skandinavischen Kommunen. Dort erhöhen über 300 000 Nachtwanderer in rund 7000 Vereinen die Sicherheit für die Bürger. Seit 2004 gibt es in 2 Stadtteilen in Bremen Nachtwanderer, mit je 50 bzw. 25 Mitgliedern. Die Gruppen werden vom Jugendmigrationsdienst der AWO betrieben und von der Aktion Mensch finanziell unterstützt. Die Schirmherrschaft hat der OB von Bremen übernommen. Auch andere Kommunen in Nord- und Süddeutschland arbeiten erfolgreich mit Nachtwanderern.Bei einer von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN kürzlich durchgeführten Bürgerversammlung in Mehlem ist das Projekt  bei vielen BürgerInnen und Geschäftsleuten auf große Zustimmung gestoßen, einige Freiwillige haben sich spontan gemeldet. Eine Veranstaltung vor Ort soll über die nächsten Schritte informieren und noch mehr Freiwillige motivieren, mit dem Ziel mehr Sicherheit zu schaffen. Wünschenswert wäre eine gemeinsame Veranstaltung mit Erfahrungsaustausch unter engagierten Bürgerinnen und Bürgern in Mehlem, den Projektträgern in Bremen (u.a. AWO Bremen –   Jugendmigrationsdienst, Aktion Mensch) und potentiellen Projektträgern in Bonn (z.B. AWO, Diakonie), Vertretern der Stadtverwaltung (z.B. Sozialamt, Jugendamt, Stabsstelle Integration) und der Polizei.“

 

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