Barrieren abbauen: Arbeit am behindertenpolitischen Teilhabeplan beginnt

Bereits Mitte April hat eine Lenkungsgruppe mit der Planung für den Bonner Teilhabeplan begonnen, die sich aus Mitgliedern der Verwaltung, der Behindertengemeinschaft e.V. und der Politik zusammensetzt. In diesen Tagen treffen sich sieben thematische Arbeitskreise zum ersten Mal. Darüber berichteten am 05. August die beteiligten Mitglieder der Grünen Ratsfraktion aus dem Sozialausschuss im Rahmen einer Pressekonferenz.Mit der Erstellung eines Teilhabeplans wird ein einstimmiger Beschluss des Bonner Stadtrats aus dem vergangenen Herbst umgesetzt. Besonders die Grünen im Sozialausschuss hatten dieses Thema vorangebracht. Bonn will als eine der ersten Kommunen in Nordrhein-Westfalen mit der konkreten Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ernst machen. Der Teilhabeplan soll möglichst umfassend die Situation behinderter Menschen in Bonn beleuchten, Ziele zur ständigen Verbesserung der Teilhabe definieren, Maßnahmen festlegen und stetig an deren Verwirklichung arbeiten. In den Arbeitskreisen kommt ein erweiteter Kreis der Beteiligten zusammen. Neben den Vertreterinnen und Vertretern der Selbsthilfe sind das die im Stadtrat vertretenen Fraktionen sowie Expertinnen und Experten aus Verbänden und Trägerorganisationen. Dadurch soll nicht nur die Erstellung, sondern vor allem auch die spätere Umsetzung von Maßnahmen sichergestellt werden.Dazu erklärt Dr. Annette Standop, Mitglied im Sozialausschuss und der Lenkungsgruppe: „Die Vereinten Nationen haben den Anstoß und der Stadtrat mit den Stimmen aller Fraktionen den konkreten Auftrag für unsere Arbeit gegeben. Ich freue mich auf fruchtbare Diskussionen und Debatten. Barrieren gibt es nicht nur in Bussen und Bahnen, sondern auch in manchen Köpfen. Unsere Arbeit ist darauf angelegt, beides abzubauen. Ich bin zuversichtlich, dass wir im Frühjahr nächsten Jahres eine gute Vorlage für die Stadtverordneten liefern.“Manfred Becker, Mitglied in der Arbeitsgruppe Arbeit und Wirtschaft ergänzt: „In meinem Beruf helfe ich täglich Leuten mit Handicap bei der passenden Gestaltung der Arbeit oder bei der Jobsuche.  Es gibt viele gute Beispiele aus andere Städten und  Gemeinden, wie wir besser werden können. Ich will, dass hier bei uns mehr Jobs für Menschen mit Behinderungen in ganz normalen Firmen angeboten werden. Deshalb arbeite ich gerne mit.“Eines der wichtigsten Anliegen während der gesamten Arbeit wird die Beteiligung der Öffentlichkeit sein. So wird es neben einer prominent besetzten Podiumsdiskussion Anfang September mehrere Foren und Dialogveranstaltungen geben, in denen Bonnerinnen und Bonner ihre eigenen Anliegen in die Arbeit einfließen lassen können. Die Verabschiedung des Bonner Teilhabeplans ist für die erste Jahreshälfte 2011 geplant.

 

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