Beethovenhalle – Zahlenspiele der Verwaltung als Begleitmusik zum Festspielhaus

Eins sollte zu Beginn deutlich festgehalten werden: Die Beethovenhalle muss umfassend saniert werde, das ist unsere Verpflichtung gegenüber diesem städtischen Denkmal und das ändert sich auch nicht dadurch, dass man die Instandhaltung in der Vergangenheit sträflich vernachlässigt hat.Die Zahlenspiele, die die Verwaltung jetzt lanciert hat, dienen tatsächlich aber einem ganz anderen Zweck. Die Zahlen aus der Verwaltung sollen suggerieren, das sich der Bau eines Festspielhauses neben der Grundsanierung der Beethovenhalle rechnet.

 

Deshalb hat die Verwaltung ,ohne Auftrag des Rates, eine sog. Luxus-Variante der Sanierung ‚untersucht‘ und mit der ziemlich abenteuerlichen Zahl von 90 Mio Euro unterlegt. Sinn der Übung: Man möchte den Bürger*innen der Stadt weismachen, dass die Installation eines angemessenen Konzertsaales in der Beethovenhalle die Stadt mit ca 20 Mio. Euro teurer kommt, als die Beteiligung an einem zusätzlichen Festspielhaus mit geplanten 15 Mio. Euro.

 

Diese Eindruck ist falsch. Zum einen entstehen die veranschlagten zusätzlichen Millionen im Wesentlichen erstens durch den Plan, den kompletten Boden der Beethovenhalle abzusenken, was kein Mensch braucht und zweitens durch den Plan, das Beethovenstudio zu einem angemessen Kammermusiksaal umzubauen, der ebenfalls nicht benötigt wird.

 

Eine akustische Ertüchtigung lässt sich mit technischen Mitteln wesentlich preiswerter bewerkstelligen. Für den großen Saal des Konferenzzentrums würde sie 2,4 Mio Euro kosten. Das weiß natürlich auch die Verwaltung.Viel wichtiger ist aber: Die wesentlichen städtischen Risiken beim Bau eines Festspielhauses bestehen ja nicht in der geplanten Beteiligung von 15 Mio. Euro, sondern darin, dass der Unterhalt und die Finanzierung des Betriebs des Festspielhauses der Stadt und letztlich den Steuerzahler*innen über kurz oder lang mit Millionensummen jährlich auf die Füße fällt.

 

Deshalb bleibe ich dabei: Die Beethovenhalle soll und kann bis 2018 ordentlich saniert werden und dann als angemessener zentraler Spielort für das Beethovenjahr 2020 dienen.Auf ein weiteres finanzielles Abenteuer in Form eines Festspielhauses sollten wir uns dagegen keinesfalls einlassen.

 

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