Beu: Mehr Züge zwischen Köln und Bonn – grundsätzlich statt lediglich kurzfristiger Rosinenpickerei – 2 RRX-Linien notwendig

Der bahnpolitische Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen Rolf Beu, Bonner Mitglied in der NVR-Zweckverbandsversammlung:

 

 

 

„Die linksrheinische Bahnstrecke zwischen Köln und Bonn gehört zu den meistbenutzten im gesamten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Zurzeit wird sie im Personenverkehr von drei regionalen Linien bedient: den RegionalBahnen MRB 26 (Köln – Koblenz) und RB 48 (Wuppertal – Bonn), die weitgehend an allen Haltepunkten halten, und dem RegionalExpress RE 5 (Emmerich – Koblenz), der die größeren Stationen bedient. Tagsüber bieten diese Linien ein nicht vertaktetes Angebot von drei Fahrten pro Stunde und Richtung. In den Abendstunden fährt dagegen mit der MRB 26 nur noch ein Zug pro Stunde und Richtung, während RE 5 und RB 48 von Norden kommend, zu Lasten der Fahrgäste, heute immer noch bereits in Köln enden.

 

 

 

Eine begrenzte Angebotserhöhung lediglich auf den beiden bestehenden RegionalBahn-Linien – wie von einzelnen regionalen Politikern jetzt ankündigend gefordert – kann keine zukunftsfähige, nachhaltige Lösung sein.

 

 

 

Wir unterstützen Überlegungen aus unserem südlichen Nachbarland Rheinland-Pfalz – neben den RegionalBahn-Linien MRB 26 und RB 48 – auch die RegionalExpress-Linie RE 5 im Abschnitt südlich von Köln zukünftig in den Abendstunden stündlich verkehren zu lassen. Der RegionalExpress hat im Vergleich zur RegionalBahn einen qualitätsmäßig anderen Verkehrswert, weil er gerade nicht an jeder Zwischenstation hält, sondern nur an den größeren, nachfragestarken Bahnhöfen und damit auch schneller ist.

 

 

 

Bekannt ist, dass der RE 5 zu einer Vorläuferlinie des Rhein-Ruhr-Express (RRX) weiterentwickelt werden wird. Zukünftig sollen 4 RRX-Linien zwischen Dortmund – Düsseldorf – Köln einen 15-Minuten-Takt bieten. Davon soll, nach der heutigen RRX-Planung, lediglich eine einzige Linie über Köln hinaus nach Süden Richtung Bonn – Koblenz verlängert werden. Dies ist absolut unzureichend. Eine zweite, nach der heutigen RRX-Planung noch mit Endpunkt Köln vorgesehene, landesweit bedeutende RRX-Linie ist zumindest bis Bonn zu verlängern, um der Nachfrage vergleichsweise gerecht zu werden. Eine adäquate Angebotsverbesserung und Leistungsoptimierung zwischen Köln – Aachen ist ebenfalls zu ergreifen.

 

 

 

Zwischen den Zentren von Köln und Bonn, den beiden größten Städten im Bereich des NVR-Verbundraumes, sind im Regionalverkehr 4 Züge pro Stunde und Richtung tagsüber und 3 in den Abendstunden – auch in Anbetracht der zu erwartenden Einwohner- und Fahrgastentwicklung – das absolute Minimum, so lange es keine linksrheinische S-Bahn gibt.

 

 

 

Da im Gegensatz zu den meisten Bundesländern in Nordrhein-Westfalen keine Landeseisenbahngesellschaft als Aufgabenträger für den regionalen Bahnverkehr existiert, entscheiden in NRW die kommunal verfassten Aufgabenträger – die Verkehrsverbünde – über das von ihnen auszuschreibende Linien- und Leistungsangebot. Mit Interesse wird festzustellen sein, ob hier der zuständige Verkehrsverbund Nahverkehr Rheinland (NVR) seinen Aufgaben im Interesse der Region und der Fahrgäste gerecht wird.“

 

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