Bezirksvertretung Bad Godesberg beschliesst Prüfung grüner Vorschläge zur Kurfürstenallee

Die Bezirksvertretung Bad Godesberg hat sich gestern gegen 22.30 Uhr einmütig – bei drei Enthaltungen – dafür ausgesprochen, das grüne Alternativ-Modell einer Ensemblelösung für die Kurfürstenallee von der Verwaltung prüfen zu lassen. Leitgedanke der Ensemble?Lösung ist, dass bestehende alte und neue öffentliche Zwecke an diesem Ort verwirklicht werden sollen. Ziel ist, die Besonderheiten des Standortes  zu betonen. Gleichzeitig soll etwas Neues geschaffen werden, mit dem öffentliche, ökologische und soziale Belange  wirtschaftlich nachhaltig verfolgt werden. Folgendes Modell soll nach dem Beschluss der Bezirksvertretung geprüft werden:Hallenbad, Musikschule (Kurfürstenallee 8 und 9)  und Rathaus (Kurfürstenallee 2-3) (inkl. dahinter liegendem Neubau) verbleibt an diesem Standort in städtischem Besitz und werden aus öffentlichen Mitteln saniert. Zusätzlich soll die Stadtbücherei dazu kommen. Umziehen müsste die Bezirksvorsteherin (von 6 in das alte Rathaus und Standesamt). Die Godesberger Zweigstelle der Stadtbücherei müsste ebenfalls umziehen, sie könnte im ?Neubau? hinter dem Rathaus ihr neues Zuhause finden. Die eingesparten Mietkosten im Lindeblock  können zur Finanzierung der Sanierung eingesetzt werden.  Angestrebt wird ein Mix aus städtischen und weiteren privaten und halb-öffentlichen Eigentumsformen. Die Gebäude mit den Hausnummer 4, 4a, 6, 6a und 7 sollen verkauft werden. Die Baulücke kann geschlossen werden. Dabei sollen Käufer den Vorrang erhalten, die an diesem Standort ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltige Projekte verfolgen. Zudem sollen die Vorstellungen der Käufer zu der Idee vom Gesundheitsstandort Bad Godesberg  passen. Deshalb wird die Machbarkeit des Modells eines innovativen Wohn- und  Dienstleistungsgewerbemodells nach dem Vorbild des ?Stadthaushotels Hamburg? von der Verwaltung geprüft. Im ?Stadthaushotel Hamburg? werden besonders viele  Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Handicap im Dienstleistungssektor geboten. Außerdem soll es – wie in Hamburg – die Möglichkeit geben, dass der größte Teil der Personen, die hier arbeiten, in einer Lebensgemeinschaft zusammen wohnen können Zusätzlich soll die Verwaltung die  Machbarkeit der „charmanten Idee“ (Bezirksvorsteherin Schwolen-Flümann) an einem alternativen Standort in Bonn prüfen. Hierzu erklärt Karin Robinet, Sprecherin der Grünen in der Bezirksvertretung Bad Godesberg: „Ich freue mich, dass es gelungen ist, die Bezirksvertretung Bad Godesberg davon zu überzeugen, dass die Zukunft der Kurfürstenallee nicht alleine an Investoreninteressen auszurichten ist. Nun haben wir alternative Modelle von Privatisierungslösungen, die geprüft werden können. Wir Grüne werden uns bemühen, dass das Modell eines Stadthaushotels in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Wir werden unsererseits Gespräche mit Fachleuten vom Bau und Elterninitiativen suchen. Wir finden es gut, wenn auch alternative Standorte in Bonn für die Idee vom Stadthaushotel geprüft werden, halten aber zunächst – bis zum Vorliegen der Ergebnisse der Machbarkeitsprüfung – an der Gesamtlösung für den Standort Kurfürstenallee fest.“   Erläuternde Information zum Modell ?Stadthaushotel Hamburg?:

 

Hier werden besonders viele  Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Handicap im Dienstleistungssektor geboten. Außerdem soll es –  wie in Hamburg – die Möglichkeit geben, dass der größte Teil der Personen, die hier arbeiten, in einer Lebensgemeinschaft zusammen wohnen können. Nach Auffassung der Grünen ist das Godesberger Ensemble ein idealer Hotelstandort mit guter öffentlicher Anbindung und einer hervorragenden Lage zum Redouten- und Stadtpark. Das – zu sanierende –  Hallenbad könnte in die Konzeption eingebunden werden. Die benachbarte Rathauszeile inkl. rückwärtigem Bau bietet Tagungsmöglichkeiten für kleinere Veranstaltungen, die vom Hotel  mitgenutzt werden könnten.  Ob sich die Gebäude in den zu veräußernden Hausnummern 4, 4a, 6 a, 6 und 7  für Wohnmodelle eignen,  soll geprüft werden. In diese Prüfung sind auch Finanzierungsmöglichkeiten durch Stiftungen wie die Bürgerstiftung Bonn, die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW, der Landschaftsverband Rheinland sowie die Elternvereine behinderter Kinder einzubeziehen.

 

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