Biosphärenreservat als Alternative zu Nationalpark prüfen

Zur ersten Lesung des „Wegekonzeptes im geplanten Nationalpark Siebengebirge“ in der gestrigen Sitzung des Umwelt-Ausschusses, erklärt das Grüne Ausschussmitglied Dr. Beate Bänsch-Baltruschat:

 

„Der Entwurf des neuen Wegekonzeptes für das Siebengebirge stellt aus Sicht des Naturschutzes auf Grund der vorgesehenen Kernzonen eine deutliche Verbesserung gegenüber dem jetzigen Zustand dar. Dennoch bewerten wir das neue Wegekonzept als nicht ausreichend für die Ansprüche, die an einem Nationalpark zu stellen sind.

 

Der Entwurf des Wegekonzeptes, das unter Berücksichtigung der Beteiligung von AnwohnerInnen und Trägern öffentlicher Belange entwickelt wurde, zeigt deutlich das Spannungsfeld zwischen den Interessen der BürgerInnen, die das Siebengebirge als vertrautes Naherholungsgebiet nutzen wollen und den Zielen des Tourismus einerseits und den Ansprüchen des Naturschutzes andererseits auf. Dieser Konflikt ist angesichts der Lage des Siebengebirges in einem Ballungsgebiet nicht zu lösen. Werden keine weiteren Verbesserungen aus Naturschutzsicht an dem vorgelegten Konzept unternommen, würde der Nationalpark Siebengebirge künftig als Präzedenzfall für einen Nationalpark light dienen. Dies wird sich als zu allererst auf den Nationalpark Eifel auswirken und die dortige Diskussion über die Schließung und Ausweisung von Wegen ad absurdum führen.

 

Das Instrument Biosphärenreservat wird dem Siebengebirge mit seinen vielfältigen Nutzungen in einem dicht besiedelten Raum in weit größerem Maße gerecht, da es insbesondere  für den Erhalt und Schutz von Kulturlandschaften entwickelt wurde. Das Biosphärenreservat ermöglicht ein Nebeneinander von traditionellen extensiven Nutzungsformen und Naturschutz. So können die Ziele einer schonenden Nutzung als Erholungsraum, der Denkmalpflege, des Schutzes der alten Kulturlandschaft und des Naturschutzes ohne den derzeit bestehenden Konflikt deutlich besser miteinander in Einklang gebracht werden.

 

Darum beantragen Die Grünen, schon jetzt mit der Prüfung zu beginnen, ob das Siebengebirge sich – alternativ zur etwaigen Undurchführbarkeit des Nationalparkkonzeptes – als Biosphärenreservat eignet.“

 

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