Bonn-Berlin: Rutschbahneffekt verlangsamt

Zum aktuellen Stand der Verteilung der ministeriellen Arbeitsplätze zwischen Bonn und Berlin erklären die Bonner Bundestagsabgeordneten Katja Dörner (GRÜNE), Ulrich Kelber (SPD) und Claudia Lücking-Michel (CDU): „Der Rutschbahneffekt in Richtung Berlin hat sich etwas verlangsamt.“ Das geht aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung auf die Frage der Bonner Bundestagsabgeordneten Katja Dörner hervor. Demnach sind zum Jahresende rund 6700 Stellen in Bonn und 11300 in Berlin angesiedelt. Damit befinden sich 37 Prozent der ministeriellen Arbeitsplätze in Bonn. Die Abgeordneten fügen hinzu: „Wir begrüßen, dass die überwiegende Mehrheit der Ministerinnen und Minister in den letzten Monaten keine oder nur sehr geringe Versetzungen in ihrer Mitarbeiterschaft zu Lasten Bonns vorgenommen hat.“ Problematisch ist, dass Bundesinnenminister de Maizière aus dieser Linie ausbricht und im vergangenen Halbjahr über 60 Stellen vom Rhein an die Spree verlegt hat.Darüber hinaus kritisieren die Bonner Abgeordneten eine Umfrage, die der Bund der Steuerzahler in Auftrag gegeben hat. Laut dieser würden 83 Prozent der Bundesbürger einen Totalumzug der Bundesregierung befürworten: „Die Fragestellung war nicht seriös und hat die Antwort, nachdem eine übergroße Mehrheit Berlin den Vorzug gibt, vorgezeichnet. Wir brauchen sachliche Analysen statt einfacher Erklärungsmuster. In die Gesamtrechnung müssten zum Beispiel auch die Milliardenkosten für Neubauten in Berlin eingerechnet werden. Diesen Fakt blendet ausgerechnet der Steuerzahlerbund aus. Das spricht für sich selbst.“

 

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