Bonn rutscht im Städteranking ab

Hintergrund ist das Ergebnis des Städterankings der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), bei dem Bonn innerhalb von einem Jahr um 5 Ränge abgerutscht ist.

 

„Die Wirtschaftsförderung fristet in Bonn in den letzten Jahren ein Schattensdasein?, sagte die wirtschaftspolitische Sprecherin der GRÜNEN, Monika Heinzel. ?Dabei gehört die Arbeit der Wirtschaftsförderung ganz oben auf die politische Agenda. Man darf sich nicht auf den Erfolgen des Strukturwandels ausruhen. Er bleibt eine Daueraufgabe und birgt zukünftig noch erhebliche Risiken.“Sorgen machen den GRÜNEN vor allem die schlechte Bewertung bei der Frage der Wirtschaftsfreundlichkeit, die bei Unternehmern abgefragt wurde. Hier belegt die Stadt Rang 41 von 50 untersuchten Städten. „Bei diesen Zahlen müssten im Rathaus die Alarmglocken schrillen?, meinte Frau Heinzel. „Denn hier geht es die ganz konkrete Qualität der kommunalen Wirtschaftsförderung für und mit den Unternehmen vor Ort.?

 

Neben einer effektiven Aquise neuer Unternehmen, müsse die Bestandspflege in das Zentrum der Arbeit rücken.?Für eine erfolgreiche Zukunftsgestaltung braucht Bonn nicht nur erfolgreiche Dax-Unternehmen, sondern genauso optimale Rahmenbedingungen für die kleinen und mittelständischen Unternehmen?, sagte Heinzel´s Kollege Tom Schmidt. ?Vor allem in diesem Bereich entstehen Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Als Dienstleister für diese Unternehmen darf sich die Wirtschaftsverwaltung von niemandem toppen lassen.?

 

Als Zeichen der fehlenden Wertschätzung der Wirtschaftsförderung werteten die GRÜNEN deren Umzug vom Rathaus in äußerst beengte Verhältnisse ins Stadthaus.?Eine angemessen repräsentative Pflege der notwendigen Kontakten ist dort überhaupt nicht möglich?, sage Schmidt. ?Ein vernünftiger Grund für die Verbannung aus dem direkten Umfeld der Oberbürgermeisterin ist uns bis heute nicht bekannt.?Die GRÜNEN verwiesen in diesem Zusammenhang auch auf die in diesem Jahr  ersatzlos gestrichenen Wirtschaftsgespräche im Bonner Rathaus.Schmidt: ?Damit hat man ein funktionierendes Instrument der Netzwerkbildung einfach fallen lassen. Auch das ist ein schlechtes Signal an die Bonner Wirtschaft.?Die GRÜNEN kritisieren zudem fehlende Impulse von Verwaltung und Großer Koalition im Wirtschaftsausschuss.?Die dringenden Empfehlungen des Potenzialgutachtens, bessere Regionalstrukturen, Gründungsförderung aus einem Guss und einen effektiveren Vernetzung von Wissenschaftseinrichtungen und Kommunalverwaltung wurden sämtlich ignoriert?, sagte Schmidt. ?Stattdessen hat man hat sich mit dem erfolgreichen Abschneiden Bonns in den Rankings beruhigt. Jetzt bröckelt auch diese Front!?Dass es auch anders geht, zeigt nach Auffassung der GRÜNEN die Stadt Münster, die in der Studie den 2. Platz nach München belegt.?Münster ist in vieler Hinsicht gut mit Bonn vergleichbar, sie machen aber wesentlich mehr daraus?, sagte Schmidt und plädiert dafür den regionalen Austausch nach dem best-practice-Prinzip auszubauen.?Bonn hat herausragende Potenziale. Bleiben sie weiter so sträflich ungenutzt, gerät Bonn schnell auf die Verliererstraße. Die Ergebnisse der INSM sind ein unübersehbares Warnsignal.?

 

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