Bonner Grüne fordern mehr Einsatz gegen Diskriminierungen –

Stadt soll „Charta der Vielfalt“ unterzeichnen

 

Die Grünen im Rat fordern von der Verwaltung ein größeres Engagement gegen Diskriminierungen und für gelebte Vielfalt über Unterschiede hinweg. Als ersten Schritt zu einem verstärkten Engagement für Minderheiten in der Stadt schlagen die Grünen einen Beitritt zur „Charta der Vielfalt“, einer Gemeinschaftsaktion großer deutscher Arbeitgeber und der Bundesregierung, vor. Ein entsprechender Antrag der Fraktion liegt nun für die nächste Ratssitzung vor.

 

Große Unternehmen in Deutschland haben längst erkannt, dass es sich in einer globalisierten, ausdifferenziert-pluralistischen Gesellschaft wirtschaftlich auszahlen kann, die spezifischen Bedürfnisse von Beschäftigten und Verbrauchern unterschiedlicher Herkunft, Religion, Weltanschauung, Lebensform, sexueller Identität, mit und ohne Behinderung, von Frauen und Männern in ihren Unternehmens- und Angebotsstrukturen zu berücksichtigen. Gerade Unternehmen in der Region haben zum Beispiel „Diversity-Leitbilder“ für ihre Belegschaften entworfen. Dieser Prozess mündete letztes Jahr in der Initiierung einer entsprechenden Selbstverpflichtung; einer „Charta der Vielfalt“. Diese Charta kann auch von Kommunen unterzeichnet werden, Köln tat dies als erste Stadt im Frühjahr dieses Jahres.

 

„Bonn ist eine ausgesprochen vielfältige, bunte Stadt“, erklärt Ratsherr Florian Beger, „leider wird diese Vielfalt von Seiten der Kommunalpolitik und Verwaltung zu selten als Potential, als Chance gesehen“. Mit der Unterzeichnung der „Charta der Vielfalt“ könne ein Zeichen gesetzt werden, dass konkrete Maßnahmen unternommen werden müssten, um das Miteinander über kulturelle Grenzen hinweg zu stärken. Wenn der Rat der Charta beitrete, müssten Maßnahmen wie die Entwicklung eines „Diversity-Leitbildes“ für die Beschäftigten der Verwaltung folgen und mehr Vermittlung von interkulturellen Kompetenzen in die Fortbildung der Mitarbeiter aufgenommen werden.Die integrations- und personalpolitische Sprecherin der Grünen, Coletta Manemann, ergänzt: „Wir Grüne fordern schon lange, die Verwaltung attraktiver für Menschen mit Migrationshintergrund zu machen, erste Schritte sind hier erfolgt, aber es muss noch viel getan werden“, so müssten mehr Menschen mit Migrationshintergrund in den bürgernahen Bereichen der Verwaltung eingesetzt werden, damit MigrantInnen stärker angesprochen würden, auch müsste die Beschäftigung und Ausbildung von MigrantInnen in der Stadtverwaltung konsequent ausgeweitet werden.

 

Auch nach außen, in die Stadt hinein, müsse mehr für gelebte Vielfalt getan werden, zum Beispiel durch Auflage eines „behindertenpolitischen Teilhabeplans“, um Menschen mit Behinderung stärker zu integrieren, einen kompetenteren Umgang mit den Anliegen der Bonner Muslime und Aufklärung über unterschiedliche Lebensformen und interkulturelle Werte an den Schulen. Auch müsse endlich eine Anlaufstelle gegen Diskriminierungen geschaffen werden.

 

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