Buchvorstellung Unheiliger Berg

Premiere im Alten Rathaus – die Bonner Autorin Dr. Ebba Hagenberg-Miliu hat ihr Buch „Unheiliger Berg“ im Sitzungssaal der Grünen Ratsfraktion im Alten Rathaus vorgestellt. Mit ihr auf dem Podium MitautorInnen, Vertreter des Eckigen Tisches, sowie der Rektor des Aloisiuskollegs Pater Siebner und der Leiter des Internats Herr Haep.Die Begrüßung leitete die Schulausschussvorsitzende Doro Paß-Weingartz mit den Worten ein, das eine solche Veranstaltung an einen wichtigen Ort wie das Alte Rathaus gehört. Frau Dr. Hagenberg-Miliu las bewegende Passagen aus ihrem Buch vor, die allen im Saale sehr nahe gingen. In ihrem Buch kommen 30 Menschen zu Wort, der Orden, Eltern, Opfer und andere Menschen, die ihren Blick auf die Verbrechen im Aloisius Kolleg hier öffentlich machen, viele das erste Mal. Es wurde berichtet von Mittätern, die wie die drei Affen Augen, Ohren und Mund verschlossen, über den Mantel des Schweigens und über die Hilflosigkeit der betroffenen Kinder und Jugendlichen.Ein Buch über sechs Jahrzehnte Machtmissbrauch, über die vielen Opfer, über 23 Täter, über körperliche und psychische Gewalt.In der anschließenden Diskussion meldeten sich auch die Zuschauer zu Wort, stellten Fragen, die der derzeitige Rektor nicht beantworten konnte – so die Frage nach sexueller Gewalt und den Jugendlichen. Auch die Opfersicht diskutierte – abfällige Worte wie: „Die wollen nur Geld, die spielen sich auf, Heulsusen“ diskreditieren die Opfer und stellen sie in die Ecke.Conny Schulte von der Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt wies deutlich darauf hin, dass die Debatte und eine Aufarbeitung nur möglich sind, weil die Betroffenen sich geäußert haben. Sie beschreibt die Mechanismen, die in der Folge eintreten: Abwehr, Verleugnung, Zweifel an den Opfern, das Unvorstellbare nicht annehmen können.Die Betroffenen selbst kritisierten den Umgang des Ordens mit den Opfern und auch den Tätern, dass es bis heute keine Klarnamen gibt, sondern Decknamen, dass die Opfer bis heute nicht in den Aufklärungsprozess eingebunden würden, das die ehemaligen Schüler bis heute nicht angeschrieben worden seien.Das Buch von Dr. Hagenberg-Miliu wird von allen auf dem Podium als ein großer Schritt in Richtung Aufarbeitung gewertet, in dieser Form einmalig, aber kein Schlussstrich, sondern ein wichtiger Teil in diesem Prozess.Die nächste Lesung findet am Freitag, 4. April, 19.30 Uhr im Gemeindezentrum Pauluskirche, In der Maar 7, 53175 Bonn mit Ebba Hagenberg-Miliu, Anselm Neft und Mitautoren statt.Opens external link in new windowHomepage zum Buch

 

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