Collegium Josephinum: Verwaltung soll Schulaufsicht und Ministerium einschalten

Nach dem im letzten Schulausschuss Vertreter des Collegiums Josephinum das Wort hatten und deren Beiträge zur Praxis der „Zäpfchenvergabe“ an Schüler vom gesamten Schulausschuss kritisiert wurden, will die Ausschussvorsitzende Dorothee Paß-Weingartz nun Schulaufsicht und Ministerium einschalten. Zum Hintergrund erklärt sie:“ Nach der Schulausschusssitzung wurde ich von einer Mutter eines CoJoBo Schülers darüber informiert, dass ihr Sohn in 2011 an dieser Schule sexuell missbraucht worden sei und sie die Staatsanwaltschaft eingeschaltet habe. Das Verfahren sei nun dort anhängig. Zu einem – wie von den Vertretern der Schule mehrfach zugesagten transparenten Umgang mit den Vorwürfen – hätte auch gehört, von einem bei der Staatsanwaltschaft zur Zeit anhängigem Fall wegen sexuellem Missbrauch zu berichten.“Sie kritisiert auch, dass der Schulleiter die Vergabe von Zäpfchen an Schüler verteidigt habe und dazu drastische Fälle genannt habe, in denen dieses Verfahren unbedingt notwendig gewesen sei.„Die Vergabe von Zäpfchen an Schüler einer weiterführenden Schule ist entwürdigend und angesichts anderer schnell wirkender Behandlungsmethoden überflüssig. In diesem Punkt waren sich alle im Schulausschuss einig. Wir erwarten, dass diese Praxis unverzüglich eingestellt wird.“Der Schulleiter habe auch erläutert, dass die „Zäpfchensache“ von der Missbrauchsgeschichte zu trennen sei, der sexuelle Missbrauch habe zwischen 1949 und 1968 sowie vereinzelt in den 80ern statt gefunden. Warum der Schulleiter den aktuellen Fall verschwiegen habe, sei unklar. Deshalb müsse sich jetzt die Bezirksregierung als Schulaufsicht einschalten, denn der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs beziehe sich auf den Schulbetrieb.

 

An den Leiter des Schulamtes des Stadt BonnHerrn Hubert Zelmanskimit der Bitte um Weiterleitung an die Schulaufsicht bzw. andere zuständige BehördenBetr: Collegium JosephinumLieber Herr Zelmanski,nachdem im letzten Schulausschuss der Stadt Bonn die Schulleitung des CoJoBo sowie ein Vertreter der Redemptoristen zu Wort kamen, hat der gesamte Schulausschuss inklusive der Dezernentin einhellig die Vergabe von Zäpfchen an Kinder von weiterführenden Schulen sowie den jetzigen Umgang mit dem Thema harsch kritisiert.Inzwischen liegen uns Informationen vor, dass der Missbrauchsskandal, den wie Schulleiter Billig betonte, von der – wie von ihm formuliert – „Zäpfchensache“ – zu trennen sei, da die Missbrauchsfälle sich in den Jahren zwischen 1949 bis 1968 und vereinzelt Fälle in den 80er-Jahren ereignet hätten.Nicht erwähnt hat Schulleiter Billig, dass es einen bei der Staatsanwaltschaft Bonn angezeigten Fall wegen sexuellen Missbrauchs aus 2011 gibt.Alleine das Verschweigen dieser Anzeige und den Rest als „Zäpfchensache“ zu verniedlichen, zeugt nicht gerade von einem transparenten Aufklärungswillen seitens der Schule.Mir stellt sich als Schulausschussvorsitzende die Frage, wie wir im Rahmen einer konsequenteren Schulaufsicht und Kontrolle einerseits den Aufklärungsdruck erhöhen, aber auch Konsequenzen im Sinne des Kindeswohls ziehen müssen und sehen daher die Notwendigkeit, die Schulaufsicht zu informieren, vor allem deshalb, weil der angezeigte Missbrauch im Schulbetrieb geschah – und nicht wie im Aloisiuskolleg, im Internatsbetrieb.Ich möchte Sie bitten, im Rahmen einer Mitteilung bei der nächsten Sitzung des Schulausschusses über diese Thematik zu berichten und dieses Schreiben den entsprechenden Stellen der Schulaufsicht und auch an die Schulministerium weiterzuleiten.Mit freundlichen GrüßenDorothee Pass-Weingartz

 

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