Fahrradstellplätze vor dem Hauptbahnhof: Stadtverwaltung verweigert Entscheidung

Im ersten Halbjahr 2013 wurde auf Antrag der schwarz-grünen Ratskoalition, die Anschaffung von mindestens 100 Mobilen Fahrradabstellanlagen beschlossen. Mit der aktuellen Stellungnahme der Bonner Stadtverwaltung (DS-Nr. 1410384ST2 www2.bonn.de/bo_ris/daten/O/Htm/14/1410384ST2.htm ) belegt sie mal wieder ihre völlige Verweigerung, konstruktiv und zukunftsweisend mit dem Thema Radverkehrsförderung umzugehen. Hierzu teilt Rolf Beu (verkehrspolitischer Sprecher) mit: „Es ist ungeheuerlich, dass selbst so eine eigentlich kleine Maßnahme, wie die Anschaffung von einigen Mobilen Fahrradabstellanlagen, in dieser Bonner Stadtverwaltung an völliger Entscheidungslosigkeit scheitert. Weder die Amtsleiter noch der zuständige Dezernent, Stadtbaurat Wingenfeld, oder gar der SPD-Oberbürgermeister haben es innerhalb der letzten nun fast schon 12 Monate geschafft, zu entscheiden, wer diese Anlagen beschafft, transportiert, pflegt, etc.. Wenn sogar solch einfache Entscheidungen durch diese Verwaltung nicht getroffen werden können, wirft das ein sehr schlechtes Bild auf die vom OB geführte Verwaltung. Die Verwaltung hat in ihrer Stellungnahme zwar sicher recht, dass diese Anlagen bei Veranstaltungen, wie Pützchens Markt, Festen in der Rheinaue, dem Weihnachtsmarkt, der Klangwelle etc. zum Einsatz kommen sollen, und dass es dort bisher anscheinend noch keine Engpässe an Fahrradabstellanlagen gab, doch wir wollen doch gerade nicht mehr nur an heute denken sondern zukunftsweisend handeln. Wenn wir es schaffen, den Radverkehr in Bonn als klimaschonendes Verkehrsmittel weiter zu fördern, kommen wir auch bei diesen Veranstaltungen in naher Zukunft an Kapazitätsgrenzen. Und statt sich Gedanken um zusätzliche Parkmöglichkeiten und Maßnahmen zur Stauvermeidung bei der Anreise zu Pützchens Markt etc. zu machen, könnte die Stadtverwaltung mit dieser verhältnismäßig  günstigen Variante, die schätzungsweise lediglich zwischen 10 und 20 Tausend Euro kosten würde, eine echte Alternative zum Auto unterstützen. Hauptziel unseres damaligen Beschlusses waren aber gar nicht nur diese Veranstaltungen sondern wir wollen damit vorrangig zu allererst mal die Situation vor dem Hauptbahnhof entschärfen. Denn hier fehlen seit Jahren genügend Fahrradabstellplätze. Ein Spaziergang am Bahnhof vorbei zeigt doch jeder Besucherin und jedem Besucher, dass hier dringend Handlungsbedarf besteht. Aufgrund der bevorstehenden Dachsanierung am Hauptbahnhof, dem Bau des „Hauses der Sicherheit“ neben dem Bahnhof und dem ZOB-Neubau waren wir damals in Gesprächen mit dem Stadtplanungsamt und der Deutschen Bahn AG zu dem Schluss gekommen, dass aktuell die Errichtung von fest-installierten zusätzlichen Fahrradabstellanlagen vor dem Hauptbahnhof nicht möglich ist. Je nach Baufortschritt müssten sie viel zu oft demontiert und umgebaut werden. Stattdessen waren sich alle Beteiligten einig, dass diese von uns beschlossenen Mobilen Fahrradabstellanlagen an dieser Stelle für die nächsten Jahre die ideale Lösung wären.“ Andreas Falkowski (sachkundiger Bürger im Verkehrsausschuss) ergänzt: „Es ist schon erstaunlich, wie schnell die Bonner Stadtverwaltung ihre damalige Meinung geändert hat und nun plötzlich keinen Bedarf mehr sieht. Nur weil sich die Amtsleiter nicht einigen können, ändert sich die Meinung der Verwaltung und aus einer bisher ‚sehr sinnvollen Lösung‘ soll, wenn es nach der Verwaltung geht, nun nichts mehr werden. Es ist uns völlig bewusst gewesen, dass das Rad-Team im Stadtplanungsamt nicht selbst die Anlagen transportieren kann. Dies ist sicher nicht ihre Aufgabe. Daher hatten wir uns vom Tiefbauamt, vom Grünflächenamt oder von der bonnorange AÖR mehr Verantwortungsbewusstsein und vom Stadtbaurat Wingenfeld mehr Entscheidungskompetenz gewünscht. Merkwürdigerweise gibt es im Rahmen des Weihnachtsmarkts jedes Jahr wieder die ausreichenden Verwaltungskapazitäten, um die in der Innenstadt vorhandenen Fahrradabstellanlagen zu demontieren, während des Marktes zu lagern und anschließend sie wieder zu installieren. Wenn man nun davon ausgeht, dass man sie in den nächsten Jahren vor dem Hauptbahnhof problemlos ‚lagern‘ kann, fehlt es nur noch am nötigen Verantwortungsgefühl, um die dringend benötigten Anlagen zu beschaffen und aufzustellen.“

 

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