Festpielhaus: GRÜNE stellen die Sinnhaftigkeit einer weiteren Halle in Frage

Geplantes Festspielhaus neben der Beethovenhalle würde Millionenbelastung für den Bonner Haushalt bedeuten. Alle Fragen zum Betrieb bleiben bisher ohne Antwort. Die Bonner GRÜNEN haben die Sinnhaftigkeit einer weiteren Musikhalle zwischen Beethovenhalle und Oper, wie sie derzeit diskutiert wird, grundsätzlich in Frage gestellt. Sie stellten klar, dass schon die Herstellung des derzeit favorisierten Baufeldes zu einer Millionenbelastung für den Bonner Haushalt führen würde. Gleichzeitig könnten weder Verwaltung noch die DHL auch nur die grundlegendsten Antworten zu Betrieb und seiner Finanzierung geben.„Nachdem die Pläne zum Bau eines Festspielhauses in der Rheinaue definitiv vom Tisch sind, stürzt man sich nun in die Diskussion um die Details eines möglichen Baufeldes  für ein zusätzliches Haus neben der Beethovenhalle, ohne erst einmal die grundsätzliche Sinnhaftigkeit einer solchen Lösung ernsthaft abgewogen zu haben,“ stellten die GRÜNEN Fraktionssprecher Peter Finger und Doro Paß-Weingartz fest. „Wir haben die Beethovenhalle, die nach einstimmiger Meinung  des Rates erhalten bleiben soll, mit eine Kapazität von 1500-2000 Plätzen und einige hundert Meter weiter die Bonner Oper mit über 1000 Plätzen. Gerade wird unter Hochdruck der Große Saal des WCCBs fertiggestellt, der ebenfalls konzertfähig sein wird und über 1200 Plätze bereitstellen wird. In dieser Situation den Bau eines weiteren Musiksaales mit weiteren 1400 Plätzen zu planen, wobei allein  die Herrichtung des derzeit favorisierten Baufeldes eine zusätzliche Millionenbelastung für die Stadt  bedeuten würde, ist nicht nur angesichts der Haushaltslage grotesk.“Besonders bizarr werde die Situation dadurch, dass bis heute weder Verwaltung noch DHL sagen könnten, mit welchem Programm die neue Halle gefüllt werden solle, das sei in der Sitzung des Projektbeirates Festspielhaus erneut deutlich geworden. „Bis heute kann man lediglich davon ausgehen, dass die Konzerte des Beethovenorchesters sowie das Beethovenfest dort stattfinden sollen, sofern die Stadt sich die anfallenden Mieten leisten kann“, sagte Frau Paß-Weingartz. „Das macht eine Belegung von maximal 50 Tagen im Jahr aus. Wie das Haus in den übrigen 300 Tagen des Jahres mit Veranstaltungen und Besuchern gefüllt werden soll, weiß heute noch niemand.“Völlig unklar sei bis heute auch, wer für den Betrieb des Festspielhauses finanziell gerade stehen solle. „Von der seit Jahren genannten Stiftung existiert bis heute nicht einmal von den wichtigsten Partnern akzeptierte Satzung“, sagte Peter Finger. „Mit den bisher in Aussicht gestellten knapp 50 Millionen Euro ließe sich derzeit ein Ertrag von weniger als einer Million Euro pro Jahr erwirtschaften. Bei dem zu erwartenden Zuschussbedarf für ein Festspielhaus wäre das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wer soll die restliche Finanzierung  sicherstellen? Ist diese Frage nicht vor Beginn der millionenschweren Bauvorbereitung verbindlich geklärt, würde sich die Stadt in ein unverantwortliches finanzielles  Abenteuer stürzen.“Die GRÜNEN appellierten an DHL und Beethovenfreunde statt eines Neubaus, die – dann etwas großzügiger  ausfallende – Sanierung der Beethovenhalle, der Bonner Oper, sowie die Herstellung eines Proberaumes für das Beethovenorchesters zu unterstützen.

 

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