Festpielhaus wird nicht gebaut

Zum Rückzug der Deutsche Post DHL Group aus den Planungen für die Errichtung des Beethoven Festspielhauses, erklärt der GRÜNE OB-Kandidat Tom Schmidt:Der Rückzug der DHL aus dem Projekt ist für mich nicht überraschend. Das Projekt hatte bisher weder im Bau noch im Betrieb auch nur annähernd eine solide nachhaltige Finanzierung vorzuweisen.Insbesondere der Businessplan für den Betrieb des Festspielhauses wies, darauf habe ich von Anfang an hingewiesen, unübersehbare Risiken auf. Das ist zuletzt noch einmal vom actori-Gutachten, dessen Beauftragung die GRÜNE Fraktion im Rat  durchgesetzt hatte, dezidiert untermauert worden.Mir war es daher völlig unverständlich, dass die Festspielhausbefürworter im Rat, Verwaltung und Bürgerschaft daraus keinerlei Konsequenzen ziehen wollten, wie das ihre jeweiligen Vertreter gestern noch einvernehmlich kund getan haben.Die Post DHL ist hier offensichtlich wesentlich realistischer und das ist auch gut so.Auch die Mehrheit der Bürger*innen wird, davon bin ich überzeugt, froh sein, dass ihnen dieses weitere finanzielle Abenteuer nun erspart wird.  Das Projekt war für viele Bürger*innen längst eine Chiffre für eine von der Wirklichkeit abgehobene Politikgestaltung, die sie ablehnen. Ich sehe das genauso und mit mir als Oberbürgermeister wird es  das grundsätzlich nicht mehr geben. Ich gehe davon aus, dass die Verwaltung  jetzt alle geplanten Vorlagen zum Festspielhaus zurückzieht und sich endlich einer realistischen Vorbereitung des Beethovenjahres zuwendet.Dazu gehört auch die fristgerechte  Sanierung der Beethovenhalle. Auch hier plädiere ich für Augenmaß. Die Halle muss in einen zeitgemäßen Zustand versetzt werden, sich als zentraler Spielort für Beethovenfest und Beethvoenorchester eignen und im Übrigen weiterhin als Mehrzweckhalle so ausgestattet sein, dass sie sich in dieser Hinsicht wirtschaftlich betreiben lässt.Das Ziel, uns mit der Gestaltung des Beethovenjahres 2020 als Beethovenstadt nachhaltig zu profilieren, sollte jetzt in den Mittelpunkt rücken. Dazu müssen jetzt alle Akteure ins Boot geholt werden. Bund, Land, Stadt und engagierte Bürger müssen gemeinsam mit einem Mix aus Bonner und internationalen Ensembles ein unverwechselbares Programm vorbereiten und gestalten.

 

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