Festspielhaus: Keine Beteiligung des Landes

Für die Bonner GRÜNEN ist die Nachricht, dass sich das Land NRW nicht an den Kosten des Betriebs des Festspielhauses beteiligen will, keine Überraschung.“Das Land hat eine solche Zusage nicht nur nie gemacht, es hat sich sogar explizit dagegen verwahrt, dass in der Öffentlichkeit dieser Eindruck erweckt wurde“, sagte die kulturpolitische Sprecher der GRÜNEN Dr. Ros Schadt. „Dem OB und der Verwaltung ist das lange bekannt, warum sie das öffentlich nie klar kommuniziert haben, werden sie zu beantworten haben.Auch der Entwurf des Budgetplans ginge von einer Landesunterstützung von einer Mio. Euro aus, obwohl er selbst im Kleingedruckten darauf hinweise, dass es für diese Annahme keine Zusage gäbe.“Die fehlenden Landeszuschüsse und ihre möglichen Folgen für ausbleibende Bundeszuschüsse sind bei weitem nicht die einzigen Fragezeichen im Budgetplan“, so Frau Dr. Schadt. „Der Budgetplan ist ein  Dokument der Fragezeichen!“Die GRÜNEN kritisierten erneut scharf, dass der Budgetplan entgegen den Zusagen der Verwaltung auch im Kulturausschuss am kommenden Dienstag nicht vorgelegt werden soll.Sie haben daher eine Akteneinsicht zum Thema genommen.Ihr weiteres Vorgehen wollen sie auf einer Pressekonferenz erläutern, zu der sie für den kommenden Montag einladen.

 

Der Countdown läuftScheibchenweise kommen die Fakten auf den Tisch, die die Festspielhausbefürworter so gerne noch ein wenig länger für sich behalten hätten.Auf der einen Seite werden alle Unwägbarkeiten und schlechten Nachrichten verschleiert oder hinter Geheimhaltungsvorbehalten verborgen, auf der anderen Seite  müssen gewagte Annahmen Prognosen unterstützen, die sich von der Realität immer weiter entfernen.  Landesmittel  sind eingepreist, von denen schon länger bekannt ist, dass sie nicht fließen werden. Es werden Prognosen über Zinssteigerungen in Businesspläne eingearbeitet, die, wenn sie denn tatsächlich in dieser Höhe eintreten würden, die ganze Stadt mit ihren Kassenkrediten in ein finanzielles Chaos stürzen würden, dass niemand mehr einen Gedanken zu einem neuen Festspielhaus verschwenden würde.Die Annahmen zu Besucherzahlen, geschätzt  160.000 und 200 Konzerte pro Jahr, aufgeteilt auf mehrere Festivals, das klingt genauso abenteuerlich. In der  Kulturbranche kursiert bereits der Begriff Kannibalisierungseffekt als Ausdruck dafür, dass sich die Konzerthallen gegenseitig die Besucher und auch die Sponsoren abjagen. Wen wundert es, dass diese Wahrheiten nur scheibchenweise ans Licht kommen sollen?Der Effekt ist bekannt: das Misstrauen in der Politik und in der Stadt wächst! Wir als Grüne bestehen auf der sofortigen Offenlegung aller  Fakten. Selbst wenn der Bau des Festspielhauses privat finanziert würde, so bleiben doch am Ende die Defizite im Betrieb an der öffentlichen Hand hängen. Und  das in Zeiten von Bibliotheksschließungen und Kürzungen in allen Bereichen.  Schluß mit dem Versteckspiel und  der Verschleierungstaktik !Wir Grüne unterstützen eine lebendige und vielfältige Kulturlandschaft in dieser Stadt auch in Zeiten knapper Kassen. Deshalb wehren wir uns gegen ein drohendes  Baudesaster und werden keinen Versuch ungenutzt lassen das zu verhindern! Ros Sachsse-Schadt

 

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