Flax: Fachverband für Offene Kinder- und Jugendarbeit bezieht Stellung

Bonn: Wer rettet das Jugendzentrum „Flax”?Dokumentation zum Flax-Jugendzentrum in Bonn-BeuelSeit kurzem tobt ein kaum nachvollziehbarer „Krieg“ um das Jugendzentrum „Flax“ in Bonn. Dieser – auch im Internet aufgeflammte Konflikt – überrascht mit täglich neuen Behauptungen und Verleumdungen, die kaum zu überbieten sind. Auffallend ist die Böswilligkeit, mit der hier agiert wird, aber auch die völlige Unkenntnis über Jugendpolitik und Jugendarbeit, die hier muntere Blüten treibt. Eines vorweg:Der ABA Fachverband steht uneingeschränkt zum vom SGB VIII (KJHG) vorgesehenen Subsidiaritätsprinzip.Hierzu gibt der § 4 (Zusammenarbeit der öffentlichen Jugendhilfe mit der freien Jugendhilfe)Aufschluss:(1) Die öffentliche Jugendhilfe soll mit der freien Jugendhilfe zum Wohl junger Menschen und ihrer Familien partnerschaftlich zusammenarbeiten. Sie hat dabei die Selbstständigkeit der freien Jugendhilfe in Zielsetzung und Durchführung ihrer Aufgaben sowie in der Gestaltung ihrer Organisationsstruktur zu achten.(2) Soweit geeignete Einrichtungen, Dienste und Veranstaltungen von anerkannten Trägern der freien Jugendhilfe betrieben werden oder rechtzeitig geschaffen werden können, soll die öffentliche Jugendhilfe von eigenen Maßnahmen absehen.(3) Die öffentliche Jugendhilfe soll die freie Jugendhilfe nach Maßgabe dieses Buches fördern und dabei die verschiedenen Formen der Selbsthilfe stärken.Nachdem wir in jüngerer Zeit verschiedentlich mit Protesten konfrontiert und dazu aufgefordert wurden, uns mit den Protesten zu solidarisieren, sind wir der Angelegenheit detailliert nachgegangen, um uns Klarheit zu verschaffen. Besonders stutzig gemacht hat uns vor ein paar Tagen die „Meldung“ im einem Blog im Internet, in der es heißt:Jugendzentrum FLAX Soll geschlossen werden – wir sagen NEINUnd weiter: „Es gibt Pläne das Flax – Jugendzentrum in Beuel – an einen Privaten Investor zu verscherbeln. Das ist schon sehr konkret. Dann werden Ferienprogramme viel teurer, Die Mittagsbetreuung nach der Schule in Beuel wird zusammengestrichen usw. Deshalb: Die Bürgerversammlung zum Flax findet am 27.9. um 19.00 Uhr im Beueler Rathaus statt. Das Flax muß Bleiben Für die Jugenlichen und Kinder ! Die Verantwortung der öffentlchen Hand für Pädagogik und Freie Bereiche der offenen Jugendarbeit kann nicht stillschweigend zusammengestrichen werden. Wir nehmen das nicht hin!“(gesamtschulexpress.wordpress.com – gesamtschule-nrw vom 22. September 2012)Anmerkung der NAGEL-Redaktion: Schreibweise aus dem Original entnommen.i-Punkt 10/2012 – Seite 8Uns stellte sich natürlich die Frage, welcher „private Investor“ wohl ein Interesse daran haben könne, ein Jugendzentrum zu kapern, das bislang in städtischer Trägerschaft ist, und die Kommune dieses nun zu „verscherbeln“ gedenke. Bei unseren Recherchen landeten wir unmittelbar in unserer Mitgliedschaft, zu der sowohl die Stadt Bonn als auch der Trägerverein „Jugendfarm e.V.“ gehören, Letztgenannter wird von den Protestierenden als „privater Investor“ bezeichnet. Dieser Vorgang zeigt, dass hier Menschen agieren, die – wie eingangs beschrieben – offensichtlich keine Ahnung von Jugendarbeit und Jugendpolitik haben. Wir haben zwischenzeitlich umfassende Gespräche sowohl mit den Betroffenen als auch mit dem Landesjugendamt Rheinland, das mittlerweile ebenfalls in diesen Konflikt hineingezogen wurde, geführt. Und wir haben uns den Vorhaben fachlich nur anschließen sowie uns mit den Betroffenen solidarisch erklären können.Konstatieren können wir, dass sich der Trägerverein Jugendfarm Bonn e.V., das Bonner Jugendamt (Jugendförderung) sowie das Landesjugendamt sehr wohl konstruktive Gedanken über einen fachlich vertretbaren Erhalt der Einrichtung gemacht haben. Insofern kann der Schritt des Bonner Jugendamtes, das Ganze auf den politischen Weg zu bringen, nur begrüßt werden.Der ABA Fachverband stellt sich inhaltlich voll und ganz hinter die Absicht, ein neues Konzept mit geänderter Trägerschaft zu organisieren. Der Vollständigkeit halber: Diese soll in einen Trägerverbund eingegliedert werden, an dem neben der Jugendfarm Bonn e.V. noch das Diakonische Werk und der Verein „Kleiner Muck e.V. (gemeinnütziger Träger der freien Jugendhilfe in Bonn, u.a. auch Offene Kinderund Jugendarbeit) beteiligt sein sollen. Inhaltlich würde das Diakonische Werk vorwiegend für den Aspekt der Inklusion (Behinderte) zuständig sein, während Jugendfarm und kleiner Muck sehr erfahren in Sachen Offener Arbeit, Kooperation mit Schulen usw. sind. Nach Abschluss der erforderlichen politischen Entscheidungen soll in einem umfassenden Partizipationsverfahren die künftige inhaltliche Ausrichtung mit den Kindern und Jugendlichen erarbeitet werden. Bei geänderten Rahmenbedingungen stellt sich für das Jugendamt der Stadt Bonn unter anderem auch die Frage der künftigen Öffnungszeiten.Im Rückgriff zu den Vorwürfen in der zuvor zitierten „Protestnote“ soll hier noch einmal klargestellt werden: Die Protestierenden erklären, die Ferienprogramme würden „viel teurer“. Bislang sind diese ebenfalls nicht kostenlos. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Kosten steigen werden. Mit der genannten „Mittagsbetreuung“ ist ein Schülercafé gemeint. Auch dieses würde nicht zur Disposition stehen. Zu den Öffnungszeiten heißt es im oben genannten Blog an anderer Stelle: „Vorlage im Rat der Stadt Bonn zur Nutzung de s Flax.- Daraus geht ganz klar hervor, dass das alte bewährte Konzept und die bestens besuchten Öffnungszeiten verändert werden sollen. Klartesxt: Nur der Name bliebe erhalten.“(Schreibweise aus dem Original).Bei allem Verständnis und zudem gutem Überblick über die Situation der Offenen Arbeit in NRW können wir uns kaum vorstellen, dass es sich bei einer Öffnungszeit von 12.00 bis 17.00 Uhr um „bestens besuchte Öffnungszeiten“ handelt. Und: Konzepte zu verändern bzw. weiterzuentwickeln gehört zu den Standardaufgaben professioneller Kinder- und Jugendarbeit!Es gäbe im Augenblick noch etliche Aspekte zur Ergänzung – etwa der, dass die angestrebte Kooperation mit dem ebenfalls im Gebäude befindlichen Familienzentrum, die es bislang nicht zu geben scheint, geradezu anbietet. Wir sind bemüht, uns weiterhin, so gut es geht – auf dem Laufenden zu halten und werden weiter informieren. Angemerkt werden sollte noch, dass die Einrichtung vermutlich über kurz oder lang ganz infrage gestellt worden wäre.Für den ABA Fachverband ergibt sich das Bild, dass die Verantwortlichen in Bonn aus unserer Sicht fachlich äußerst vernünftig und vorausschauend geplant und agiert haben. Die von ihnen auf eine mögliche Trägerschaft angesprochenen freien Träger („private Investoren“) der Jugendhilfe präsentieren aus Sicht des Verbandes auf einem hochwertigen fachlichen Niveau. In diesem Zusammenhang sei noch einmal erwähnt, dass diese tatsächlich – aufgrund guter Erfahrungen – von der Stadt angesprochen wurden und keinesfalls von sich aus „Investionsbedürfnisse“ geäußert haben.Wir dokumentieren diese Vorfälle einigermaßen ausführlich (ohne im Augenblick den Ausgang zu kennen), da er uns auch als ein interessantes (Lern-)Beispiel erscheint. Im Nachfolgenden angehängt gibt es noch einen Auszug aus der Vorlage für die Sitzung des Bonner Jugendhilfeausschusses, aus dem die inhaltlichen Überlegungen hervorgehen, ferner Auszüge aus der Presseberichterstattung.Betreff Jugendzentrum „das flax“ (Sitzung: 25. September 2012)Beschlussvorschlag Jugendhilfeausschuss1. Die Trägerschaft des Jugendzentrum „das flax“ wird auf der Grundlage einer noch abzuschließenden Kooperationsvereinbarung zwischen der Jugendfarm Bonn e.V., dem Kleinen Muck e.V. und dem Diakonischen Werk Bonn und Region gGmbH auf den Trägerverbund übertragen.2. Bei der Übertragung der Trägerschaft wird sichergestellt, dass das städt. Personal bei der Bundesstadt Bonn beschäftigt bleibt und in anderen städt. Einrichtungen auf derzeit unbesetzten Stellen eingesetzt wird.3. Die Verwaltung wird beauftragt, die erforderlichen Verhandlungen zum Ü
bergang der Trägerschaft aufzunehmen und mit dem Trägerverbund einen Fördervertrag mit folgenden wesentlichen Eckpunkten abzuschließen:•Das Gebäude verbleibt im Eigentum der Stadt; es wird dem Trägerverbund mietfrei und frei von Nebenkosten überlassen;•Der Trägerverbund erhält zum Betrieb der Einrichtung einen pauschalen Zuschuss zu den Personal- und Sachkosten für zwei pädagogische Fachkräfte in Höhe von maximal 140.000,00 € sowie zur Beschäftigung eines Haustechnischen Dienstes in Höhe von maximal 36.000,00 €.4. Der Trägerverbund legt parallel zu den Verhandlungen ein Konzept zum Betrieb der Einrichtung vor, das auch die Nutzung von Teilen des Gebäudes durch das städt. Familienzentrum Am Stadion berücksichtigt und sich an den vom Rat beschlossenen Eckpunkten orientiert (siehe Begründung). Die wesentlichen Aspekte hierbei sind:•Optimale Nutzung der räumlichen Ressourcen (z.B. Vormittags-, Abend- und Wochenendnutzung)•Schulübergreifende, außerunterrichtliche Angebote in Verbindung mit vorhandenen Ganztagsangeboten(z.B. Schülercafé)•Einbeziehung örtlicher selbst organisierter Jugendgruppen (z.B. Bands, Theatergruppen…); Einbeziehung von Ehrenamt•Anpassung des offenen Angebotes an veränderte Freizeitbedarfe von Schülerinnen und Schülern:keine Öffnungszeiten im offenen Bereich vor 17:00 Uhr, statt dessen Abend- und Wochenend Öffnungszeiten5. Fördervertrag und Konzept werden der Bezirksvertretung Beuel und dem Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie in der 2. Jahreshälfte vorgelegt, mit dem Ziel, den Übergang der Trägerschaft zum 01.01.2013 umzusetzen.6. Die für die Gewährung des Zuschusses erforderlichen Haushaltsmittel sind im Doppelhaushalt2013/2014 durch Umschichtung der bisherigen Personalkosten für die pädagogischen Fachkräfte und den Haustechnischen Dienst bereit zu stellen.BegründungDer Rat der Bundesstadt Bonn hat im Rahmen der Fortschreibung der Freizeitstättenbedarfsplanung am 18.11.2010 die Verwaltung u.a. beauftragt„Das Jugendzentrum OT Flax soll mit einer anderen Konzeption erhalten bleiben. In diesem Zusammenhangsoll ein Konzept für eine Zusammenarbeit mit den umliegenden Schulen erstellt werden, um dieKinder an die Einrichtung zu binden und mit der OGS Synergien zu entwickeln.“ (DS-Nr. 1012864EB7)Auf Initiative der Bezirksvertretung Beuel wurde der Beschluss durch den Rat am 14.07.2011 wie folgt konkretisiert:„Die Verwaltung wird gebeten, auf der Grundlage der Eckpunkte, die in der Mitteilungsvorlage DS-Nr. 1111986 aufgeführt sind und den vom Rat am 18.11.2010 beschlossenen Rahmenbedingungen (sh. DS-Nr.: 1012864EB7) der Freizeitstättenbedarfsplanung, ein Konzept für die künftige Ausgestaltung des Jugendzentrums ‚das flax’ zu entwickeln und dabei die Punkte der Anregung der Bezirksvertretung Beuel (DS-Nr. 1111986EB5) zu berücksichtigen, die diesen Grundlagen nicht widersprechen:Die Konzeption soll folgenden Vorgaben Rechnung tragen:•Optimale Nutzung der räumlichen Ressourcen (z.B. Vormittags-, Abend- und Wochenendnutzung)•Schülerbetreuungsangebot für Beueler Grundschüler/innen in Abstimmung mit dem OGS-Angebotgegen Zahlung von entsprechenden Elternbeiträgen•Einbeziehung örtlicher selbst organisierter Jugendgruppen (z.B. Bands, Theatergruppen…); Einbeziehung von Ehrenamt•Anpassung des offenen Angebotes an veränderte Freizeitbedarfe von Schülerinnen und Schülern:keine Öffnungszeiten im offenen Bereich vor 17:00 Uhr, statt dessen Abend- und WochenendÖffnungszeiten•Verknüpfung mit anderen Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien (z.B.: Elternkompetenzkurse, Erziehungshilfen), um in Einzelfällen flexibel auf besondere Betreuungs- bzw. auch Förderbedarfe reagieren zu können.•Erschließung weiterer finanzieller Ressourcen in Ergänzung der für den offenen Betrieb vorgesehenen Planstelle.Darüber hinaus führt die Verwaltung eine Jugendbürgerversammlung unter Beteiligung aller Betroffenenund Interessierten durch, in der das Konzept erläutert wird. Die Verwaltung wird zudem gebeten, mitinteressierten Trägern über eine Nutzung des Jugendzentrums im Sinne des Konzeptes Gespräche aufzunehmen.Der Bezirksvertretung Beuel und dem Jugendhilfeausschuss sind anschließend die Ergebnisseaus der Kinder- und Jugendbeteiligung, der Gespräche mit den beteiligten freien Trägern sowie das aufdieser Grundlage erarbeitete Konzept zur Beratung und Beschlussfassung vorzulegen.“Zwischenzeitliche EntwicklungParallel zu dieser Entwicklung hat sich „rund um die Gartenschule“ in Beuel-Mitte im Rahmen des Inklusionsprozesseseine Arbeitsgruppe gebildet, die besetzt ist mit•Leiterin der Realschule Beuel•Leiter der Förderschule Gartenschule•Leiter der GGS Paul-Gerhardt-Schulei-Punkt 10/2012 – Seite 10•Leiterin der Kita Aktion Regenbogen•Leiterinnen der städt. Kitas Limpericher Straße und des Familienzentrums Am Stadion•Leiterin des Jugendzentrums das flax•Fachberaterin städt. Kitas•Bezirksjugendpflegerin•Trägervertreterinnen der Jugendfarm, der Diakonie und des Kleinen MuckModeriert wird die Arbeitsgruppe von der Leitung des Inklusionsbüros.Ziel dieser Arbeitsgruppe mit dem Titel „Vielfalt vor Ort – VivO“ ist ein praxisorientiertes, sozialräumlich wirkendes Modell für Inklusion zu erproben. Dazu bot sich die Vielfalt der genannten Institutionen auf sehr engem Raum geradezu an.Erster Baustein dieser Arbeitsgruppe war zunächst die Teilnahme als Modellkommune mit denbeiden vor Ort wirkenden Trägern (Jugendfarm und Diakonie) an der Erarbeitung eines Handbuches zum Kommunalen Index für Inklusion durch die Montag-Stiftung. Im Oktober 2011 wurde das Handbuch der Öffentlichkeit vorgestellt; Das Beueler Projekt VivO ist u.a. darin enthalten.Im Rahmen dieses Projektes wurde – ebenfalls sehr praxisorientiert – mit Kindern und Jugendlichen aller beteiligten Einrichtungen an einem von der Telekom durchgeführten Wettbewerb, den „Bonner Chancen“ zum Thema Inklusion teilgenommen. Das von den Kindern und Jugendlichen gemeinsam gestaltete Projekt VivO hat einen mit 10.900 € dotierten Preis im Rahmen des Wettbewerbs gewonnen, der nun in die Gestaltung eines inklusiven Gartens im engeren Bereich der teilnehmenden Institutionen fließen soll. Zwischenzeitlich konnte ein Grundstück gefunden werden. Die Arbeit der Kinder und Jugendlichen an der Umsetzung wird bei entsprechender Witterung im Frühjahr 2012 beginnen.Im weiteren Verlauf des Projektes hat sich in der Arbeitsgruppe die Idee gefestigt, den eingangserwähnten Ratsauftrag zur Neukonzeption des Jugendzentrums auch unter inklusiven Gesichtspunkten voran zu treiben. Der Vorteil bestand vor allem darin, dass alle potenziellen Nutzerinnen und Nutzer durch die Leitungen der Institutionen und die Träger an einem Tisch saßen.Weiterhin fügte sich, dass die Stadt über das Bildungs- und Teilhabepaket sozialräumlich und auch unter dem inklusiven Gedanken ein Konzept zur Schulsozialarbeit entwickelt hat. Für den betreffenden Schulbezugsraum stehen insgesamt 1,5 Stellen zur Verfügung, die in das Konzept des Jugendzentrums zumindest teilweise eingebunden werden sollen.Zusätzlich hat das Land NRW im Rahmen des Kinder- und Jugendförderplans ein Sonderprogramm zum Gestalten von lokalen Bildungslandschaften mit Angeboten der Offenen Kinder- und Jugendarbeit aufgelegt. Das kommt der aktuellen Diskussion um die Zukunft der Offenen Arbeit zugute und dem Schwerpunkt der Vernetzung von Jugendhilfe und Schule.An dieser Stelle sei ausdrücklich erwähnt, dass die Offene Kinder- und Jugendarbeit als eigenständiges Bildungsangebot nach wie vor ein wesentlicher Bestandteil der Bildungslandschaften in Bonn bleiben wird.Die Verwaltung vertritt die Auffassung, dass an diesem Standort unter den zuvor genannten Rahmenbedingungen eine sehr günstige Konstellation gegeben ist, einerseits konzeptionell die sozialräumliche Arbeit eines Jugendzentrums im Zusammenspiel mit Schulen und Institutionen weiterzuentwickeln und andererseits die Kooperation und Zusammenarbeit verschiedener Träger und der beteiligten Fachämt
er völlig neu zu denken und auszuprobieren.Dies mit dem vorrangigen Ziel, die vorhandenen räumlichen, personellen und professionellen Ressourcen bestmöglich im Sinne des inklusiven Gedankens auf ein chancengerechtes Aufwachsen aller Kinder und Jugendlichen in den beteiligten Institutionen und im Sozialraum zu nutzen.Weiteres VorgehenDie Verwaltung hat, wie oben dargestellt, mit den Trägern Jugendfarm Bonn e.V., Kleiner Muck e.V. und Diakonischem Werk Bonn und Region gGmbH seit Einführung von „Vivo“ bereits an dem Gedanken zu einem neuen Konzept für das Jugendzentrum „das flax“ gearbeitet. Bevor nun diese Überlegungen endgültig in ein abgestimmtes Konzept und einen entsprechenden Fördervertrag umgesetzt werden können, bedarf es eines grundsätzlichen politischen Votums im Sinne des von der Verwaltung vorgelegten Beschlussvorschlages.Die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendzentrums sowie die Leitung des Familienzentrums Am Stadion sind über die Überlegungen informiert.PresseberichteStädtisches Jugendzentrum: Maskerade für das FlaxMaskierte Jugendliche haben für Beinahe-Eklat in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses gesorgtund Politiker verärgertDie Pläne, das städtische Jugendzentrum „Flax“ in neue Trägerschaft zu geben und die Konzeption grundlegend zu ändern, sorgt nach wie vor für Wirbel. Zum Eklat kam es beinahe am Dienstagabend in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses, in der das Thema erneut auf der Tagesordnung stand.Gut 20 maskierte Jugendliche, die auf den Zuschauerrängen saßen, weigerten sich, der Aufforderung von Ausschussvorsitzendem Will Breuers (CDU) nachzukommen, die Masken wieder abzunehmen. Ein klarer Verstoß gegen die Hausordnung.Als selbst gutes Zureden seitens Familiendezernentin Angelika Maria Wahrheit und Jugendamtsleiter Udo Stein nichts half, unterbrach Breuers die Sitzung. Normalerweise hätten die Jugendlichen des Saales verwiesen werden können, doch Breuers setzte auf Zeit, um die Situation nicht eskalieren zu lassen.Mit Erfolg.Nach etwa zehn Minuten zogen die Demonstranten wieder ab, nachdem sie einen Stoß Flugblätter mit der Aufschrift „Das war nur der Anfang“ in den Sitzungssaal geworfen hatten. Ein Verhalten, das bei vielen Ausschussmitgliedern für sichtlich großen Unmut sorgte. Und sie nicht zuletzt auch mit Blick auf die aus gleichem Grund aus dem Ruder gelaufene Bezirksvertretung Beuel im August nun zweifeln lässt, ob bei der Jugendbürgerversammlung zur Zukunft des Jugendzentrums morgen Abend eine Sachdebatte überhaupt noch möglich ist. Die führten die Politiker übers Flax dagegen gestern eine Stunde vor Beginn des Jugendhilfeausschusses, im Unterausschuss. Dort war lediglich eine Handvoll Jugendlicher zugegen samt einer Mutter, die mit anderen Bürgern Anträge gestellt hat, dass das Flax in seiner jetzigen Form als offener Jugendtreff samt einem Schülercafé erhalten bleibt. „Wir waren hierfür gar nicht eingeladen“, beklagte sich die Frau.Hintergrund der ganzen Debatte: Die Stadt Bonn will die Trägerschaft des Flax an ein Bündnis aus Jugendfarm, Kleiner Muck und Diakonischem Werk abgeben, damit das künftige Angebot für Kinder und Jugendliche auf das aktuelle Freizeitverhalten des Nachwuchses angepasst und vielfältiger wird.Zurzeit schließt das Haus wochentags bereits um 17 Uhr. Das geht, so erläuterte Jugendamtschef Stein, völlig am Bedarf der Kinder und Jugendlichen vorbei, die inzwischen in aller Regel bis nachmittags in der Schule sind. Das neue Konzept sehe eine optimale Nutzung der räumlichen Ressourcen vor, zum Beispiel Vormittags-, Abend- und Wochenendnutzung. Außerdem sollen schulübergreifende Angebote in Verbindung mit vorhandenen Ganztagsangeboten eingerichtet werden. Eine Entscheidung, wie es mit dem Flax weiter geht, soll voraussichtlich im November fallen. (Text – soweit nicht anders angegeben: ABA Fachverband)

 

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