Gegen Atomtransporte durch die Stadt

In einem gemeinsamen Antrag im Umweltausschuss am 8. Oktober hatten die GRÜNEN, SPD und LINKE ein „Bündnis gegen Atomtransporte“ zwischen Städten und Gemeinden, die sich ebenfalls gegen derartige Gefahrguttransporte gewandt haben, angeregt. Auf eine Große Anfrage hin, hatte die Verwaltung geäußert, Atomtransporte durch das Bonner Stadtgebiet seien nicht gefährlich. Dies sehen die GRÜNEN vehement anders. Mit der Mehrheit von CDU, FDP und BBB lehnte der Umweltausschuss jedoch den Antrag, sich gegen Atomtransporte durch die Stadt zu wenden, ab. Die Brisanz dieses Themas besteht damit weiterhin: Regelmäßig durchfahren Züge mit Atommaterial das Stadtgebiet Bonns, ohne dass die genauen Zeitpunkte bekannt sind und besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Ausgangspunkt zahlreicher Transporte ist die Urananreicherungsanlage in Gronau bei Münster. Das dort benötigte Uranhexafluorid ist nicht nur radioaktiv, sondern bildet bei Kontakt mit der Feuchtigkeit der Luft hochgiftige Flusssäure, deren Freisetzung weiträumige Evakuierungen erforderlich macht. Der Unfall des mit Uranhexafluorid beladenen Frachters im vergangenen Mai im Hamburger Hafen hat erneut die Gefährlichkeit und Brisanz von Atomtransporten gezeigt.

 

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld