Gesamtschule: Siegburg ja ? Bonn nein?

Während in Bonn politische Mehrheit und Verwaltung immer wieder betonten, eine weitere Gesamtschule sei nicht durchsetzungsfähig, wird in der Nachbarstadt deutlich, dass neue Gesamtschulen doch möglich sind.

 

Die grüne Sprecherin Dorothee Paß-Weingartz:? Bonn muss, wie auch der Rhein-Sieg-Kreis jedes Jahr hunderte von Absagen an Gesamtschulkinder erteilen. Das wird in diesem Jahr auch nicht anders sein. Während aber Siegburg auf den Elternwillen reagiert, soll er in Bonn mit einer profilierten Hauptschule befriedigt werden.?

 

Die Oberbürgermeisterin und die Mehrheitsfraktionen lassen hunderte von Eltern jährlich im Stich, wurde doch im Wahlkampf noch versprochen, dass Bonn eine 4. Gesamtschule erhalten soll. Auch die Elterninitiativen, die für eine weitere Gesamtschule kämpften, würden von der Verwaltung nicht unterstützt, sondern eher behindert.

 

Paß-Weingartz:? Auch wenn in Siegburg wieder auf der Leistungsheterogenität herumgeritten wird, im letzten Schuljahr hätte die Stadt mit den an den bestehenden Gesamtschulen abgelehnten Kinder ohne weiteres die Düsseldorfer Vorgaben erfüllen können.?

 

Auch in Alfter habe der Rat einen Errichtungsbeschluss für eine Gesamtschule be-schlossen, in Bonn hingegen werde dieses Thema tabuisiert.

 

Paß-Weingartz:? Die Theodor-Litt-Schule, die als Sekundarschule angetreten ist aber als Hauptschule bestätigt wurde, ist keine Alternative für die Eltern, die für ihr Kind einen Gesamtschulplatz wollen. Die Eltern werden, wie jedes Jahr, mit den Füßen abstimmen, ein großer Teil wird dabei leider erfolglos bleiben.?

 

Die Grünen fordern die Oberbürgermeisterin auf, die Eltern, die für ihr Kind einen Gesamtschulplatz wollen, zu unterstützen und umgehend die Voraussetzungen für eine weitere Gesamtschule zu schaffen. Noch ist es nach Auffassung der Grünen für das kommende Schuljahr nicht zu spät, die Verwaltung könnte alle abgelehnten Eltern befragen, ob sie ihr Kind auch an einer neuen Gesamtschule anmelden würden. Bisher sollen die Ablehnungen nur auf die Theodor-Litt-Schule verwiesen werden, die Gesamtschulen müssen den Ablehnungen die entsprechenden Hinweise beilegen.

 

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