GRÜNE wenden sich gegen unlautere Praktiken von Banken bei der Vergabe von Dispositionskrediten in Bonn

Recherchen der GRÜNEN in Bonn haben ergeben, dass aktuell zahlreiche Kreditinstitute, darunter die Sparkasse KölnBonn und die Volksbank Bonn Rhein-Sieg, bei der Überziehung eines Girokontos 10,9% und mehr verlangen. Die Postbank lässt sich für ihr Konto „Giro plus“ eine kurzfristige Liquiditätsspritze sogar mit Zinsen von über 11,9% zurückzahlen. Durch die Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank finanzieren sich Banken jedoch derzeit so günstig wie noch nie. Statt die Vorteile dieser Zinsentwicklung an ihre Kund*innen weiterzugeben, maximieren die Geldhäuser ihre Gewinne auf dem Rücken von Verbraucher*innen. Die Zinsen für Dispositionskredite in Bonn sind, wie in NRW und ganz Deutschland, bei vielen Banken viel zu hoch. Sie liegen im Schnitt bei über 11%, während ein fairer Zinssatz laut Stiftung Warentest deutlich unter 10% liegen müsste. Dabei hatte Finanztest schon vor über einem Jahr auf die überhöhten Zinssätze hingewiesen. „Dass viele Kreditinstitute in der Region dies ignorieren und weiterhin wesentlich zu hohe Zinsen für Dispositions- und Überziehungskredite fordern, ist unanständig“, so das Sprecherteam der GRÜNEN in Bonn, Julia Mayer und Harald Klinke.Hinzu kommt, dass viele Banken die Höhe ihrer Zinsen für Dispositionskredite verschleiern. Obwohl Geldhäuser verpflichtet sind, die Höhe der Zinsen in ihren Filialen auszuweisen, ist dies noch lange nicht in allen Filialen der Fall. Die wenigsten Banken informieren ihre Kund*innen bei Kontoüberziehungen oder offerieren Umschuldungsangebote. Ändern sich ihre Zinssätze, werden die Kund*innen oft nicht aktiv informiert, sondern finden eine Benachrichtigung – wenn überhaupt – im Kleingedruckten auf ihren Kontoauszügen. Diese Praxis ist vor allem für Menschen in einer Umgebung mit begrenztem Angebot an Kreditinstituten fatal, da sie auf wenig bis keine Alternativanbieter zurückgreifen können. Die GRÜNEN in Bonn appellieren daher an die in der Region ansässigen Kreditinstitute, ihre Zinspolitik zu überdenken, an die derzeitige Niedrigzinslage anzupassen und Zinssenkungen ebenso schnell an ihre Kund*innen weiter zu geben, wie sie dies bei einer Erhöhung der Zinsen tun. Da viele Banken dazu aber offenbar nicht freiwillig bereit sind, fordern die GRÜNEN eine gesetzliche Regelung auf Bundesebene, die die Rechte von Verbraucher*innen schützt. Banken sollen nicht länger ihre Gewinnmargen durch absolut überhöhte Zinsen bei der Vergabe von Dispositionskrediten maximieren können, ohne dabei auf die allgemeine Zinsentwicklung Rücksicht zu nehmen. Die Geldhäuser sollen zudem ihrer Informationspflicht nachkommen und die Vergabe kurzzeitiger Liquiditätskredite transparent und nachvollziehbar gestalten.

 

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