GRÜNE wollen öffentliche Einrichtungen in Bonn zu rauchfreien Zonen machen!

Nach dem Scheitern eines Bundesgesetzes zum Nichtraucherschutz wollen die GRÜNEN in Bonn jetzt Nägel mit Köpfen machen und alle öffentliche Gebäude, Einrichtungen und Behörden, die im Zuständigkeitsbereich der Kommunalverwaltung liegen innerhalb eines Jahres in rauchfreie Zonen umwandeln. Einen entsprechenden Antrag haben sie in die Ratssitzung eingebracht, der am kommenden Donnerstag tagt. ?Wir wollen nicht das Rauchen verbieten, sondern Nichtraucherinnen und Nichtraucher, insbesondere Jungendliche und Kinder, vor dem zwangsweisen Passivrauchen schützen? sagte die GRÜNE Umwelt- und Verbraucherschutzexpertin Brigitta Poppe. ?Bei dieser Gefährdung anderer finden die Freiheit und das Selbstbestimmungsrecht der Rauchenden ihre Grenzen.?Passivrauchen, so die GRÜNEN, schade allen. Hierdurch unterscheide sich der Konsum von Tabakprodukten von allen anderen Genussmitteln. Die schädigenden Substanzen, die durch den Konsum von Tabak freigesetzt würden, beeinträchtigten nicht nur die Gesundheit der Konsumenten. Sie führten auch bei Nichtrauchern, die sich in Räumen aufhalten, in denen geraucht wird oder geraucht wurde, zu Schädigungen, die Schlaganfall, Lungenkrebs, Herzkrankheiten oder chronische Lungenerkrankungen zur Folge haben.Die GRÜNEN wiesen darauf hin, dass nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen in Deutschland jährlich rund 110 000 bis 140 000 Menschen an den Folgen tabakbedingter Erkrankungen sterben. ?Tabak tötet somit weit mehr Menschen als Alkohol, Aids, Heroin und Unfälle im Straßenverkehr?, sagte Frau Poppe. Vorsichtige Schätzungen über die durch Rauchen verursachten Folgekosten (z. B. für ambulante und stationäre Behandlung, Arzneimittel, verlorene Produktivität oder Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit) beliefen sich auf ca. 17 Mrd. Euro. Tabakrauch enthält über 4 800 Substanzen. Mehr als 70 dieser Substanzen sind oder stehen im Verdacht krebserregend zu sein. Neben giftigen Substanzen wie Blausäure, Acetonitril, Ammoniak und Kohlenmonoxid enthält Passivrauch auch eine Vielzahl kanzerogener Stoffe. Auch ?kalter? Tabakrauch gefährdet die Gesundheit. Tabakfeinstaubpartikel lagern sich an Wänden, Decken, Böden und Gegenständen ab und werden von dort auch wieder abgegeben. Die im Tabakrauch enthaltenen Schadstoffe sind somit auch dann in Räumen vorhanden, wenn dort aktuell nicht geraucht wird. Neuere medizinische Forschungen haben die tabakrauchbedingte Feinstaubbelastung in Innenräumen in Deutschland stärker in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt. Danach liegt die Feinstaubbelastung auch in so genannten Nichtraucherbereichen immer noch wesentlich höher als in Räumen, in denen gar nicht geraucht wird, und übersteigt die in der Außenluft zugelassenen Grenzwerte um ein Vielfaches.?Angesichts dieser Fakten ist Handeln angesagt?, forderte Frau Poppe. ?Nachdem nun ein Bundesgesetz zum Thema nicht realisiert wird und die Länderregelung wohl noch auf sich warten lässt, sollte Bonn ein Zeichen setzen und  in ihrem Zuständigkeitsbereich den effektiven Schutz vor Passivrauchen zügig umsetzen!?

 

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