Grünes Konzept zur Biodiversität in Bonn

Anlässlich der internationalen Biodiversitätskonferenz haben die Grünen im Rat der Stadt Bonn einen Antrag zur ?Förderung der Biodiversität in Bonn? in den Umwelt-Ausschuss (Dienstag, 27.5., 18 Uhr) eingebracht. Dazu erklärt die umweltpolitische Sprecherin der Grünen Brigitta Poppe:

 

Vom 12. – 16. Mai 2008 fand in Bonn das 4. Treffen der Mitgliedsstaaten (Meeting of Parties – MOP4) des Cartagena-Protokolls über Biologische Sicherheit (Biosafety-Protocol) statt; in diesen Tagen vom 19.05. ? 30.05. ist die 9. Vertragsstaatenkonferenz (Conference of Parties – COP9) zur Konvention über biologische Vielfalt.Die Welt ist zu Gast in Bonn. Dabei kann sich Bonn selbst als Stadt mit vorbildlichen Maßnahmen darstellen.

 

Das Artensterben hat ein bisher ungekanntes Ausmaß angenommen ? und das nicht nur in der großen weiten Welt, sondern auch bei uns. Etwa 50 Prozent der Arten in NRW stehen auf der Roten Liste.Im Biodiversitätsbericht der Stadt Bonn, erstellt durch die Biologische Station, der zur Konferenz fertig gestellt wurde, sind gefährdete Arten benannt. Dazu gehören die Nachtigall, Fledermäuse, die Gelbbauchunke, der Dunkle Moorbläuling (eine Schmetterlingsart) und viele Pflanzenarten.Der konkrete Schutz und Erhalt der Tier- und Pflanzenarten hat immer etwas mit dem Schutz von Lebensräumen zu tun. Das noch von einer rotgrünen Mehrheit erarbeitete Integrierte Freiraumkonzept von 1998 hatte dem noch Rechnung getragen. Auch kleine Aktionen und Anordnungen können die Artenvielfalt oder deren Erhalt maßgeblich unterstützen. Im Sinne der Konvention über die biologische Vielfalt steht unser Antrag im Dreiklang der Biodiversität: Genetische Vielfalt bewahren ? Arten schützen ? Lebensräume erhalten.

 

Dafür braucht es kein zusätzliches Geld aus dem Haushalt der Stadt Bonn.  Durch Ausgleichsmaßnahmen für die Bebauung von Flächen kommen Mittel zusammen (bilanziert über ?Ökopunkte?), die aus unserer Sicht nicht, wie im Kompensationsflächenkonzept von der Verwaltung geplant, im Kottenforst eingesetzt werden sollten. Dort muss aufgrund waldgesetzlicher Regelungen sowieso gehandelt werden (Ersatz von monokulturellen Fichtenbeständen durch Mischwald). Die Ökopunkte sollten stattdessen zur Aufwertung siedlungsnaher Flächen genutzt werden.

 

Die Verwaltungsreaktion auf unseren Antrag ist enttäuschend. Wir hätten erwartet, dass die Oberbürgermeisterin die Gelegenheit einer globalen Konferenz genutzt hätte, selbst ein Handlungskonzept ihrer Stadt zur Biodiversität zu präsentieren. Stattdessen hat die Verwaltung vorgeschlagen, die Beratung eines solchen Kon¬zeptes auf das nächste Jahr zu verschieben. Aus unserer Sicht ist das eine blamabel verpasste Gelegenheit.?

 

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