Hafen Graurheindorf – Den Anwohnern drohen große Belastungen

Die Grünen im Rat der Stadt Bonn kritisieren den Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung Köln zur Hafenerweiterung in Graurheindorf. Dazu erklärt ihre umweltpolitische Sprecherin Brigitta Poppe:

 

„Der Planfeststellungbeschluss der Bezirksregierung missachtet die berechtigten Sicherheits- und Gesundheitsinteressen der Anwohnerinnen und Anwohner des Hafens. Trotz Annahme über hohe Wachstumsraten des Hafens verfügt der Regierungspräsident nur über geringfügige Einschränkungen des Hafenbetriebs.

 

Dabei beschreibt die Bezirksregierung die Probleme für die Menschen durchaus zutreffend: ‚Baubedingte Auswirkungen auf die Bevölkerung sind Störungen durch Lärm, Abgase, Staubentwicklung und Erschütterungen durch den Baubetrieb. Diese Auswirkungen werden hervorgerufen durch die Fahrtätigkeit auf dem Hafengelände, durch die Baumaschinen und durch das Rammen der Spundwände. Während der Betriebsphase des Container-Umschlags ergeben sich durch die Umschlagsaktivitäten auf dem Erweiterungsgelände sowie durch den anlagenbezogenen Straßenverkehr zusätzliche Lärmemissionen. Weiter ergibt sich zusätzlicher Verkehrslärm auf der Werftstaße und der Herseler Straße. Aufgrund der durch die Erweiterung der Containerflächen größeren Verkehrsmengen ist im direkten Umfeld des Hafens mit einer Erhöhung der Luftschadstoffe zu rechnen.’

 

 

Dennoch durchlöchert die Bezirksregierung die Nachtruhezeit von 22 bis 6 Uhr, indem sie Be- und Entladearbeiten der beiden Containerbrücken auch in dieser Zeit erlaubt. Erschütterungen durch Absetzvorgänge werden tagsüber bis zu 42 mal pro Stunde erlaubt.

 

Es wird sogar behauptet, die beschriebenen Mehrbelastungen durch zusätzlichen LKW-Verkehr würden durch die angeordneten Geschwindigkeitsbeschränkungen (von 50 auf 30 km/h) ‚überkompensiert’. Das mag so berechnet worden sein, widerspricht aber jedem Erfahrungswissen über die Einhaltung und mangelnde Kontrolle solcher Bestimmungen.

 

Dabei geht die Bezirksregierung bei ihrer Abwägung von völlig überholten Wachstumserwartungen aus. Berechnet aus Daten der Vergangenheit wird eine Zukunft prognostiziert, was angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise, der größten seit den 30er Jahren, völliger Unsinn ist. Obwohl also die Bezirksregierung damit die Notwendigkeit einer Hafenerweiterung rechtfertigt, erkennt sie auf der anderen Seite den dann erforderlichen Schutz der Betroffenen nicht an.Eine einseitig auf blindes Wirtschaftswachstum orientierte Politik, die die Interessen von Menschen ignoriert, sollte eigentlich der Vergangenheit angehören.“

 

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