„Höchste Eisenbahn“ DB saniert endlich den Bahnhof Bad Godesberg – Stadtverwaltung verschläft jede zusätzliche Verbesserung

Nach langen Jahren der Planungen und zahlreichen Verzögerungen wird die Deutsche Bahn AG 2014 die dringend nötige Sanierung am Bahnhof Bad Godesberg beginnen, so dass dieser voraussichtlich ab Herbst 2016 modernisiert und, zumindest innerhalb des Gebäudes, barrierefrei ausgebaut sein wird.Hierzu teilen die Bad Godesberger Fraktionssprecher von CDU und GRÜNEN, Philipp Lerch und Andreas Falkowski, mit:„Viele Bad Godesberger Bürgerinnen und Bürger werden wohl nach solch langer Wartezeit den Baubeginn durch die Deutsche Bahn AG erst für wahr halten, wenn die ersten Handwerker tatsächlich aktiv geworden sind. Wir sind erleichtert, dass die Deutsche Bahn AG nach zahlreichen „Anläufen“ und Verzögerungen nun, wenige Wochen vor dem geplanten Baubeginn, ausdrücklich am angekündigten Sanierungsbeginn festhält. Es ist wirklich ‚höchste Eisenbahn’, dass unser Bahnhof, der bereits bundesweit als ein Synonym für marode Infrastrukturen der Deutschen Bahn AG gilt, jetzt tatsächlich saniert, modernisiert und endlich barrierefrei ausgebaut werden wird. Wir sehen die Gesamtkosten von 6,8 Millionen Euro aus Mitteln des Landes NRW, der Deutschen Bahn AG und des Bundes in dieser Maßnahme sinnvoll investiert und richtig angelegt.Höchst bedauerlich bleibt allerdings, dass sowohl die Deutsche Bahn AG als auch die Bonner Stadtverwaltung jede zusätzliche und sinnvolle Verbesserung sowohl für die Fahrgäste als auch für alle Bad Godesberger Bürgerinnen und Bürger ablehnen.“Philipp Lerch erläutert dazu: „Angesichts der Fahrgastzahlen am Bad Godesberger Bahnhof müsste es für die Deutsche Bahn AG selbstverständlich sein, im Rahmen einer umfangreichen Sanierung auch eine Toilettenanlage mit einzuplanen. Während der gesamten Planungsphase zur Sanierung unseres Bahnhofs war die Deutsche Bahn AG nur bereit, die wirklich dringenden und längst überfälligen Baumaßnahmen durchzuführen. Dass die Bonner Stadtverwaltung nicht in der Lage war, zusätzliche Verbesserungen zu erreichen oder durch eine Beteiligung an den Kosten zu ermöglichen, hat sicher dazu beigetragen, dass die Deutsche Bahn AG lediglich die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen umsetzen wird. Hier sparen die Deutsche Bahn AG und die Stadt Bonn aber am falschen Ende und lösen mittelfristig vermeidbare Folgekosten aus. Die mehrfach und nachdrücklich von uns geforderte Videoüberwachung in der Personenunterführung etwa würde nicht nur nachweislich die Sicherheit für Fahrgäste und Fußgänger erhöhen, sondern auch die frisch sanierte und moderne Unterführung vor Farbschmiererei und Vandalismus bewahren. Die vergleichbar geringe Investition für Kameratechnik ist im Verhältnis zu den Folgekosten für die Beseitigung von Farbschmierereien und anderen Beschädigungen an der Unterführung sowie den neuen Aufzügen geradezu geboten. Wir sind jedenfalls nicht bereit, am Bad Godesberger Bahnhof schon bald wieder die unter diesen Umständen zu befürchtenden Beeinträchtigungen des lange ersehnten modernen Erscheinungsbildes hinzunehmen.“Andreas Falkowski ergänzt: „Die Verweigerung der Umsetzung dieser beiden zusätzlichen Verbesserungen im Bahnhof Bad Godesberg durch die Deutsche Bahn AG und die Bonner Stadtverwaltung ist für uns Bad Godesberger bedauerlich und problematisch genug, aber bei der Errichtung eines behindertengerechten Zugangs zum Bahnhof aus Richtung Osten grenzt die Verweigerungshaltung der Stadtverwaltung schon an Böswilligkeit und Schikane.Da die Deutsche Bahn AG den Zugang vom Von-Groote-Platz während der Bauzeit als Baustellenzufahrt nutzen wird, muss die jetzige Rampe für diesen Zweck komplett abgerissen werden. Nach der Sanierung des Bahnhofs wird die Personenunterführung rund 60 cm tiefer liegen als bisher. Die Deutsche Bahn AG wird anschließend die Rampe mit einer Anpassung an diese tiefere Unterführung wieder herstellen, so dass die Steigung folglich deutlich steiler ausfallen und nicht mehr den Ansprüchen echter Barrierefreiheit entsprechen wird.Unter diesen Voraussetzungen hatten die Bad Godesberger Bezirksfraktionen von CDU und GRÜNEN beantragt und auch erreichen können, dass diese Rampe bei der Wiederherstellung tatsächlich behindertengerecht gestaltet werden sollte und die Stadt Bonn die vertretbaren zusätzlichen Kosten für diese behindertengerechte Rampe tragen soll. Diesen Antrag haben sowohl die Bezirksvertretung Bad Godesberg als auch der Stadtrat beschlossen (Ratsbeschluss vom 15. Mai 2014: www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/pdf/14/1411435EB4.pdf ).Doch wie wir auf meine Nachfrage bei der Deutschen Bahn AG nun erfahren mussten, hat die Stadtverwaltung trotz mehrmaliger Erinnerung durch die Deutsche Bahn AG verschlafen, dieser eine entsprechende Finanzierungszusage zu erteilen.“Philipp Lerch und Andreas Falkowski fassen bei aller Freude über die bevorstehende Sanierung des Bad Godesberger Bahnhofs ernüchtert zusammen: „Die Bonner Stadtverwaltung hat die Deutsche Bahn AG in der weit über zehn Jahre währenden Planungsphase offenbar nicht von der unbestreitbaren Notwendigkeit einer Toilettenanlage am Bad Godesberger Bahnhof überzeugen oder eine gemeinsame Finanzierung aushandeln können. Darüber hinaus hat sie trotz entsprechender Beschlusslage der Bezirksvertretung Bad Godesberg nicht vermocht, die Deutsche Bahn AG für die Installation von Videokameras in der Personenunterführung zu gewinnen. Damit ist eine große Chance vertan, einen einschlägigen Angstraum zu beseitigen, Überfällen und Diebstählen vorzubeugen sowie Vandalismus und Farbschmierereien zu vermeiden.Zudem hat die Stadtverwaltung die Ausführung eines Ratsbeschlusses verschlafen oder verweigert und damit eine Lösung ausgeschlagen, die eine für die Stadt kostengünstige und gemeinsam mit der Deutschen Bahn umsetzbare, barrierefreie Rampe am Von-Groote-Platz ermöglicht hätte. Für mobilitätseingeschränkte Menschen wird die nunmehr vorgesehene, steile Rampe am Von-Groote-Platz ein beträchtliches Hindernis darstellen. Alle drei Entscheidungen, gegen Toiletten und gegen Videoüberwachung und gegen eine barrierefreie Rampe, treffen die Schwachen und Schwächsten: Menschen mit Behinderungen, Senioren, aber auch Familien mit Kindern.“

 

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