Hohes Risikopotential für Kosten des Festspielhausbetriebs

Dr. Ros Sachsse-Schadt und Tim Achtermeyer, kulturpolitische Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion: „Das vom Rat in Auftrag gegebene Gutachten durch die Firma actori ermittelt ein Kostenrisiko  zwischen 2,3 M.€ für den Real Case und bis zu 5,5 M€ für ein Worst Case Szenario. Damit sind die Illusionen von einem privat finanzierten Festspielhaus nun endgültig geplatzt!Tatsache ist, dass fast alle Festivals und Konzerthäuser laufend öffentliche Zuschüsse erhalten!Die von den Grünen schon lange prognostizierten Fehlkosten werden durch das Gutachten klar bestätigt. Unsere Einschätzung, dass am Ende die Stadt Bonn mit öffentlichen Mitteln für dieses Risiko aufkommen muss, liegt auf der Hand. Denn nirgendwo finden sich Hinweise darauf, wer von privater Seite für diese Risiken die Verantwortung übernehmen will und wird.Auf ein solches Abenteuer kann die Stadt Bonn sehr gut verzichten. Das Gutachten der Firma Metrum beinhaltet keinerlei Risikoberechnungen, im Gegenteil die Prognosen sind eher großzügig für den oder die Betreiber dargestellt worden. Die wie ein Mantra vorgetragenen Visionen von der Festspielstadt Bonn im Rang von Salzburg und Baden-Baden, die im übrigen auch nicht ohne öffentliche Mittel finanziert sind, verblassen zu reinem Wunschdenken, wenn man das Prüfgutachten auf die Knackpunkte hin liest.Zinserträge der Stiftung von 3% sind nur durch Anlagen mit Risikopotential zu erzielen. Inflationsausgleichskosten und Personalkostensteigerungen bleiben außen vor.Die tatsächlichen Betriebskosten können erst ermittelt werden, wenn bekannt ist, welcher Entwurf tatsächlich in Frage kommt.  Merke: Je anspruchsvoller die Architektur, desto höher die Betriebskosten.Das gilt auch für die Instandhaltungskosten, die zu niedrig angesetzt sind für die ersten fünf Betriebsjahre. Die Aussicht, dass das Gebäude nach 30 Jahren der Stadt Bonn zufallen wird, erscheint da alles andere als rosig. Die Ticketerlöse sind zu optimistisch gerechnet und halten dem Vergleich mit anderen Festivals und Konzerthäusern nicht stand. Die Mietpreise für das Beethovenorchester steigen für die Stadt deutlich an. Eine Anhebung der Besucherzahlen ist nur durch besondere Maßnahmen wie verstärktes Sponsoring und erhöhte Kosten beim Marketing zu erzielen.“Fazit: Die Grünen finden es nach diesem Faktencheck unverantwortlich die Stadt mit ihrer bekannt desaströsen Haushaltslage solchen Finanzabenteuern auszusetzen!

 

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