Inklusion betrifft die ganze Gesellschaft

Inklusion betrifft die ganze Gesellschaft

 

Bonn hat die Nase vorn. Wie berichtet, finden im kommenden Schuljahr 37,4 % aller Bonner Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf einen Platz im Gemeinsamen Unterricht. Dennoch gibt es weiterhin eine Menge zu tun, um in Bonn die volle Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben umzusetzen. Die grünen Sozialpolitiker Dr. Annette Standop und Manfred Becker über schon Erreichtes und Perspektiven für die Zukunft.

 

 

 

Im Bereich Arbeit ist die Unterstützung von Menschen mit Behinderung zwar erklärte Absicht von Arbeitsagentur und Jobcenter. Die Arbeitslosigkeit unter schwerbehinderten Menschen ist aber auch hier höher als in der übrigen Bevölkerung und während der jüngsten „guten Jahre“ nicht zurückgegangen. Wir müssen in Bonn diesen Personenkreis gezielter fördern und stärker auf Netzwerke wie IHK und Wirtschaftsförderung sowie auf die Information der Arbeitgeber setzen, die zum Teil Vorbehalte gegen die Einstellung behinderter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben.

 

Im Bereich Wohnen haben wir einen dramatischen Bedarf an barrierearmem oder barrierefreiem Wohnraum. Dieser Wohnraum wird zunehmend auch von älteren Menschen nachgefragt. Wir fordern eine spürbare Quote für öffentlich geförderten Wohnraum. Wesentlich mehr barrierearme oder barrierefreie Wohnungen werden gebraucht.

 

Kultur und Kunst sind für Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen wichtig. In Bonn haben wir erfreulicherweise im Blick auf die öffentlichen Spielstätten wie Oper, Schauspiel und Beethovenhalle eine relative Barrierearmut erreicht, wodurch viele Menschen ganz selbstverständlich am kulturellen Leben teilnehmen können. Anders sieht es noch aus in der freien Kulturszene. Uns schwebt vor, dass wir durch eine beratende und finanzielle Unterstützung dieser Einrichtungen und durch den Abschluss von Zielvereinbarungen eine schrittweise Verbesserung der Situation herstellen können.

 

Maßnahmen für Menschen mit Behinderung nutzen nicht nur diesen. Beispiel Tourismus Verkehr: barrierearme oder barrierefreie Verkehrsräume und Fußgängerzonen nutzen nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch älteren Menschen, Eltern mit Kinderwagen usw.  Das macht Städte für Bürger und Besucher attraktiver.

 

Tourismus: Mancherorts haben Hotels oder Jugendherbergen verstärkt Menschen mit Behinderungen eingestellt, was wiederum der Grund dafür ist, dass Reisegruppen von oder für Menschen mit Behinderungen, für ältere Menschen und für Familien bevorzugt in diesen Quartieren absteigen. Doch auch andere Gruppen profitieren. Dort, wo ein Bewusstsein für die Bedarfe von Menschen mit Behinderungen da ist, herrscht meistens auch ein offener  und „besonderer“ Geist, durchaus im positiven Sinne gemeint. Leuchtendes Beispiel eines solchen Hauses ist in Bonn das Haus am Müllestumpe, das im Ortsteil Auerberg ein Magnet nicht nur für die Nachbarschaft, sondern auch für Tagungsgruppen aus dem gesamten Stadtgebiet und „von auswärts“ geworden ist.

 

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