Jugendhilfe: Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche in Bonn stark angestiegen

Während der Landesschnitt um durchschnittlich 4,1% anstieg, wuchs die Zahl der Bonner Kinder und Jugendliche von 245 auf 336. Darunter sind 206 Kinder, die wegen Gefährdung in Inobhutnahme genommen wurden.

 

Die grüne Sprecherin Dorothee Paß-Weingartz:? So erschreckend die Anzahl auf der einen Seite ist, so macht sie doch auch deutlich, dass in Bonn beim Kinder- und Jugendschutz nicht gespart wird. Dennoch macht die Anzahl auch deutlich, dass wir hier ein funktionierendes Frühwarnsystem brauchen, um Kinder zu schützen.?

 

Gerade haben die Grünen eine entsprechende Anfrage für den Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie im Januar gestellt. Sie fragen nach einer engen Vernetzung im Sozialraum, zu der auch Krankenhäuser, Ärzte, Polizei etc. gehören.

 

Paß-Weingartz:? Wir wollen eine stärkere Sensibilisierung aller Beteiligten, wenn es darum geht, Kinder vor ihren Eltern zu schützen. Wir wollen aber auch Eltern stärken, damit sie ihre Kinder gut erziehen können. Und wir wollen, dass es für jedes Kind in Bonn den Betreuungsplatz gibt, den es braucht.?

 

Nach Auffassung der Grünen gibt es in Bonn immer noch zuwenig Kindertagesstättenplätze ? trotz weiter steigender Kinderzahlen. Auch den Ausbau der Betreuung für Kinder unter 3 Jahren würden sie gerne beschleunigen ? ebenso wie den bedarfsgerechten Ausbau der Offenen Ganztagsgrundschule.

 

Paß-Weingartz:? Je früher Kinder geholfen wird, desto eher greifen die Maßnahmen. Einen hundertprozentigen Schutz wird es nie geben, aber die Statistik macht klar, dass es in Bonn einen hohen Handlungsbedarf gibt. Unsere Unterstützung hat die Verwaltung, wenn es darum geht, noch früher und noch näher an die Kinder heran zu kommen.?

 

Link zur Statistik 

 

Große Anfrage zum Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie

 

Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie 10.01.2007     Fragestellung1. Gibt es in den Sozialräumen eine enge Vernetzung mit anderen Stellen wie Polizei, Justiz, Sozialamt, Schulen, Frauenhäuser, Suchthilfe, Gesundheitswesen, Hebammen, Einrichtungen der Frühförderung, Kinderschutzbund etc.?2. Wie werden Risiken und Gefährdungen von Kindeswohl im Sozialraum unter den betroffenen Stellen kommuniziert?3. Welche Möglichkeit sieht die Verwaltung, in den Sozialräumen Frühwarnsysteme zu etablieren, um Kinder, deren Wohl gefährdet ist, zu schützen?4. Könnte eine Anbindung des FFE an Grund ? oder Förderschulen im Sinne einer engeren Vernetzung sinnvoll sein?5. Welche Möglichkeit sieht die Verwaltung, ein sehr frühes Angebot für Eltern, die Unterstützung und Beratung benötigen, aufzubauen?6. Gibt es weitere Ämter die bereits sozialraumorientiert arbeiten bzw. dieses planen?

 

Begründung:Die letzten Fälle von Kindesmisshandlungen zeigen, dass dauernder Handlungsbedarf zur Sicherung des Kindeswohls und Vermeidung und Misshandlungen und Vernachlässigung besteht. Eine gute Vernetzung mit allen Einrichtungen/Stellen, die mit Kindern in irgendeiner Art und Weise in Berührung kommen, kann wesentlich dazu beitragen. Auch wenn es keinen hundertprozentigen Schutz geben kann, so machen die Einzelfälle doch deutlich, dass eine stärkere Sensibilisierung aller für die Belange von Kindern zwingend erforderlich ist.Der Aufbau eines solchen Verbundsystems ist Aufgabe des Amtes für Kinder, Jugend und Familie.

 

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