Kurfürstenallee

Sehr geehrte Frau Bezirksvorsteherin Schwolen-Flümann,

 

Hans Daniels soll zur Eröffnung des Altstadtcenters vor 27 Jahren gesagt haben: „Durch das neue Center wird die Anziehungskraft der ohnehin attraktiven Godesberger Innenstadt noch steigen“. Wie sehr er sich getäuscht hat, lässt sich am Leerstand belegen. Und wenn heute argumentiert wird, dass eine Änderung an der Kurfürstenallee wegen der damit verbundenen wirtschaftlichen Impulse notwendig sei, dann schrillen nicht nur bei den Grünen, sondern bei vielen Godesbergern alle Alarmglocken. Denn das schlechteste was uns passieren kann, ist eine Investitionsruine Kurfürstenallee. Wie gut, dass der Mehrheitsbeschluss vom 28.11.2007 versuchen will, dies ausschließen und eine endgültige Entscheidung offen lässt.Umso mehr macht es uns betroffen, dass Sie in einer Presserklärung der CDU vom 5.12.2007 ihr Amt als Bezirksvorsteherin ins Feld führen, um die Grünen in ehrverletzender Weise herabzusetzen und Falschinformationen zu verbreiten. Ich möchte in diesem Zusammenhang nicht weiter auf die inhaltliche Diskussion eingehen, in der Sie Ihre wenig überzeugende Position wiederholt haben.Niveaulos und letztlich peinlich für den Stadtbezirk, den Sie repräsentieren, ist die folgende Passage Ihrer Presseerklärung.? Es kann nicht richtig sein, schwarze Stempel auf graues Papier in kurfürstlichen Räumen zu drücken. Diese Tradition stammt aus brauner Zeit.? Was bezwecken Sie mit dieser Aussage, die in den Kontext Ihrer Bewertung der von Grünen (und BBB) verfolgten Auffassung zur Kurfürstenallee gestellt wird? Sagen Sie, wir verteidi-gen eine braune Tradition, weil wir uns für den Erhalt des Rathauses und der Redoute in städtischem Eigentum einsetzen? Ist Ihnen eigentliche bewusst, welche Herabsetzung diese Äußerung für diejenigen bedeutet, die im Rathaus mit Engagement und Verantwortung ihrer Arbeit nachgehen?Liebe Frau Schwolen-Flümann, ich kann mir eine konstruktive Debatte über ein konsensfähi-ges Leitbild für die Kurfürstenallee vorstellen, aber nicht, wenn Sie uns in die Ecke der Nazis stellen  Dieses ist  arglistig und beleidigend. Ich fordere Sie auf, künftig keine Beziehung herzustellen, zwischen der Inbetriebnahme der Kürfürstenallee 2-3 als Rathaus 1936 durch die Nazis und unserem Eintreten heute für den Verbleib von Rathaus und Redoute in städti-schem Eigentum. Die Grünen setzen sich weiter dafür ein, dass wir Hallenbad, Musikschule und zentrale Bür-gerdienste am Standort Kurfürstenallee behalten. Wir wollen die Kurfürstenallee zu einem öffentlichen Ort weiterentwickeln, und dafür sorgen, dass die Demokratie in Bad Godesberg einen Ort hat. Normalerweise hat sie diesen im Rathaus. Und am liebsten würden wir diesen Zustand auch wieder herstellen, denn die Demokratie ist in Bad Godesberg ein ?Wanderzir-kus?! Warum wollen Sie nicht einmal darüber nachdenken, ob wir was anderes machen, als Rathaus und Redoute Investoren anzudienen?Mich macht ihre Pressemitteilung, die Sie als Bezirksvorsteherin herausgaben nachdenklich. Soll Diffamierung und bewusste Verdrehung der Faktenlage der Stil einer erdrückenden Mehrheit aus CDU,SPD und FDP gegenüber der Opposition in Bad Godesberg und in Bonn in den nächsten Jahren sein? Wir fordern Sie auf, die oben zitierte Äußerung in aller Form zurückzunehmen .

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Karin Robinet, Sprecherin der Grünen in der Bezirksvertretung Bad GodesbergPS Sie werden sicher Verständnis dafür haben, dass ich diesen Brief der Presse und allen in der Bezirksvertretung vertretenen Fraktionen zur Kenntnis gebe.

 

Karin RobinetBezirksverordnete Bezirksvertretung Bad GodesbergKanalstrasse 353175 Bonn Bonn 11.12.2007

 

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