Lärmschutz an die A 59 in Beuel!

Zu den Bauarbeiten an der Autobahn 59 in Beuel erklärt das Mitglied des Umweltausschusses, Dr. Detmar Jobst:

 

?Die Grünen fordern weitergehende Lärmschutzmaßnahmen (Lärmschutzwände) im Zuge der gegenwärtigen Einrichtung zusätzlicher Fahrspuren an der A 59 in Bonn-Beuel. Zu diesem Zweck haben wir einen Dringlichkeitsantrag in den Umwelt-Ausschuss am 4.3.08 eingebracht.

 

Derzeit wird an der AB 59 im Stadtgebiet Bonn-Beuel eine dritte Fahrspur anstelle des Standstreifens eingerichtet. Hierdurch soll der Verkehrsfluss verbessert und Raum für ein stärkeres Fahrzeugaufkommen geschaffen werden. Die Verbreiterungsarbeiten führen nach einer nicht erwarteten neuen Einschätzung des Landesbetriebes Straßenbau zu einem ?erheblichen baulichen Eingriff?, dessen Folge mittels Lärmvorsorgekriterien geprüft werden müssen (Mitteilung der Verwaltung vom 18.02.08, DS Nr. 0713458 ST2, BZV Beuel). Bisher war ein ?nicht erheblicher Eingriff? angenommen worden.

 

Die Lärmvorsorgekriterien, so die Aussage des Landesbetriebes Straßenbau,  brauchen aber nicht angewendet werden, da der Lärm rechnerisch nicht zunehme. Gleichwohl wird auf der neu geschaffenen seitlichen Spur sogenannter Flüsterasphalt aufgebracht. Der Landesbetrieb Straßenbau gelangt mit seinen Lärmberechnungen zu hohen Tagespegeln bis 70 dBA und ebenfalls zu hohen nächtlichen Pegeln bis 60 dBA in den angrenzenden Wohngebieten. Diese Werte überschreiten die Immissionswerte für Straßen- und Schienenlärm gemäß 16. Bundes-Immissionsschutzverordnung um je mehr als 10 dBA bei Tag und bei Nacht für Wohngebiete und um 6 dBA für Mischgebiete. (Eine Pegelerhöhung von 2-3 dBA führt zur Verdoppelung der Lärmempfindung).

 

Angesichts dieser erheblichen Grenzwertüberschreitung müssen das Land NRW bzw. der Bund nach unserer Einschätzung im Zuge der Baumaßnahmen weiteren Lärmschutz gewähren. Es besteht diesbezüglich anhaltender Handlungsbedarf, der jetzt durch die verbesserte Rechtsposition einzufordern ist, zumal gerade der richtige Zeitpunkt für die kostensparende Errichtung von Lärmschutzwänden wäre, da Bauarbeiten dort stattfinden, wo Lärmschutzwände mutmaßlich platziert werden würden. Dringlichkeit besteht insofern, als die Bauarbeiten auf der AB 59 bereits begonnen haben. Kosten entstehen hierdurch für die Bundesstadt nicht.

 

Unser Anliegen entspricht den Intentionen der Europäischen Umgebungslärm-Richtlinie, deren Umsetzung zu den kommunalen Pflichtaufgaben zählt. Die Anwohner von lauten Strassen, Eisenbahnen und Industriebetrieben dürfen ab 2008 durch diese Richtlinie auf verstärkte Schutzmaßnahmen hoffen. Der Stadtteil Beuel ist ausweislich der vorhandenen städtischen Lärmkarten bereits in besonderer Weise belastet.?

 

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