Lärmschutz tritt auf der Stelle

Erschreckendes Desinteresse und minimales Engagement der Stadt Bonn in Sachen Lärmbekämpfung konstatiert die Fraktion B’90/DIE GRÜNEN nach der letzten Sitzung des Umweltausschusses.

 

„Da tritt ein Bock als Gärtner auf und der Stadtverwaltung scheint es egal zu sein“ sagt Dr. Detmar Jobst, sozial- und gesundheitspolitischer Sprecher der GRÜNEN. Ulf Klinger, technischer Dezernent bei der Bezirksregierung (Re¬gierungspräsident) in Düsseldorf verwirft nämlich Öffnet externen Link in neuem Fensterlt. Sitzungsunterlagen alle Vorschläge, die eine geringere Lärmbelastung durch den Flughafen Hangelar bedeuten könnten. Vorgeschlagen hatten die GRÜNEN vor allem Abflüge über unbewohntem Gebiet und Einschränkungen des Flugbetriebes an Wochenenden. Der gesamte Stadtrat in St. Augustin wie auch die Bezirksfraktion der CDU in Beuel hatte die Vorschläge aufgegriffen und befürwortet – Klinger findet keinen Grund, sie zu prüfen und gibt an, der Lärm sei nicht beeinträchtigend.  Klinger ist ebenfalls für die Bezirksregierung Mitglied in den Lärmschutzgremien der Flughäfen Hangelar und Köln-Bonn und sollte als solches intensiv nach Möglichkeiten der Lärmbegrenzung suchen.

 

Aber – „Klinger ist selber passionierter Flieger und Hobbypilot, nimmt für die Behörde Pilotenprüfungen ab und ist daher die eindeutig falsche Besetzung in der Genehmigungsbehörde“, beklagen die GRÜNEN. „In der Vergangenheit hat dieser Mann stets alles getan, um Einschränkungen des Flugbetriebes zu verhindern“, weiß auch Werner Rambow, von der Stadt Bonn entsandtes Mitglied im Lärmschutzbeirat. „Es wird Zeit, dass der Regierungspräsident einen unbelasteten Beamten an Klingers Stelle setzt. Sonst bleibt der Lärmschutz eine Farce, wie bisher “ meint Rambow.„Die Stadt Bonn, die zusammen mit der Stadt St. Augustin die Mehrheit der Flughafengesellschaft hält, soll endlich ihre Aufsichtsräte in Hangelar anweisen, die  Öffnet externen Link in neuem Fensterbereits vor einem halben Jahr beschlossenen Lärmmessungen durchzuboxen. Es gibt doch eine erdrückende Beweislage für die krank machende Wirkung von Fluglärm“ fordert Jobst und verweist auf die vor wenigen Tagen in Siegburg vorgestellte Großstudie über den Flughafen Köln-Bonn.

 

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