Missbrauch am Aloisiuskolleg

Debatte soll im nächsten Schulausschuss fortgeführt werden

 

Der Missbrauch in der Bonner Schule wurde im Schulausschuss lange diskutiert. Vertreter des Bonner Aloisiuskollegs äußerten sich in öffentlicher Sitzung zu den Fällen. 32 „offiziell“ Fälle von 1950 bis 2000, die Dunkelziffer ist nicht abzuschätzen. Beschuldigt werden 13 Personen!Dazu die Schulausschussvorsitzende Dorothee Paß-Weingartz: „Das Ausmaß des Missbrauchs von Kindern ist erschreckend. Und die zurückhaltende Aufarbeitung dieses Themas macht wütend. Die Jesuiten sind gezwungenermaßen an die Öffentlichkeit gegangen. Ansonsten drängt sich der Eindruck auf, dass die Vertuschungspolitik weiter gilt.“Die Schulausschussvorsitzende kritisiert insbesondere, dass erst in diesem Frühjahr der Missbrauch bei der Bezirksregierung angezeigt wurde, obwohl laut Schulgesetz auch die privaten Schulen verpflichtet sind, bereits bei Verdachtsmomenten die Schulaufsicht zu informieren. Diese muss dann die Staatsanwaltschaft einschalten.Paß-Weingartz:“ Verdachtsmomente gab es offenbar schon sehr viel früher. Aber erst mit dem Rücktritt des Schulrektors Schneider im Frühjahr schien etwas Bewegung in die Aufklärung zu kommen. Am Wichtigsten ist, dass die Opfer einbezogen werden. Eine lapidare Entschuldigung hilft da nicht viel weiter.“Die Bonner Opfer, die sich im sogenannten „Eckigen Tisch“ organisiert haben, durften in der Ausschusssitzung nicht sprechen. Das hatten sich zum einen Pater Raabe und Rektor Haep vom Aloisiuskolleg ausgebeten, zum anderen stimmte der Ausschuss einem Rederecht in dieser Sitzung nicht zu.Paß-Weingartz:“ Deshalb habe ich Dezernentin Wahrheit gebeten, Vertreter des Eckigen Tisches zur nächsten Schulausschusssitzung einzuladen und sie dort auch zu Wort kommen zu lassen.“

 

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