Neues Schuljahr: Keine Schulmaterialien für arme Kinder

Pressemitteilung

 

Die grüne Sprecherin Dorothee Paß-Weingartz:? Die Verantwortlichen der großen Koalition waren der Auffassung, dass sich das Problem der Schulmaterialien schon irgendwie anders lösen würde. Wie ? konnte irgendwie niemand sagen.?

 

In den Regelleistungen seien lediglich 1,63 für Schreibmaterialien vorgesehen, für die Erstausstattung wie Schultasche, Mäppchen, Arbeitshefte usw. gibt es im Gegensatz zu früher keinen Cent mehr. Dies führt vermehrt dazu, dass Kinder die von der Schule geforderten Materialien nur unzureichend mitbringen.

 

Paß-Weingartz:? Der Beschluss im Rat hätte bedürftigen Familien die Möglichkeit eröffnet, pro Kind pro Schuljahr bis zu 50 Euro, für Kinder des ersten und fünften Schuljahres bis zu 100 Euro für schulische Anschaffungen zurückerstattet zu bekommen. Diese Chance ist für das kommende Schuljahr leider vertan, denn der Schulausschuss tagt erst nach Schuljahresbeginn.?

 

Stattdessen kündigte die große Koalition einen interfraktionellen Antrag bezüglich Schulessen an und verweist in ihrem Änderungsantrag auf den neu aufgelegten Landesfonds ?kein Kind ohne Mahlzeit?.

 

Paß-Weingartz:? Wir unterstützen selbstverständlich jeden Antrag, der bedürftigen Kindern in Bonn hilft. Allerdings wird man mit den 10 Mio. Euro für gesamt NRW nicht weit kommen, da fallen für Bonn nur Brosamen ab. Der größte Teil der Finanzierung wird an der Stadt hängen bleiben. Wir sind bereit, diese Priorität zu setzen. Der Rat sollte aber nicht hingehen, Schulmaterial gegen Essen aufzuwiegen. Für eine gleichberechtigte Teilhabe aller Kinder an Bildung, für die Chancengleichheit in der Schule ist die Versorgung mit Unterrichtsmaterial Voraussetzung.?

 

Kinderarmut ist im Übrigen in Bonn kein ?kleines? Problem ? mit über 8.000 betroffenen Kindern ist die Tendenz steigend. Nach Auffassung der Grünen ist deshalb ein politischer Grundsatzbeschluss notwendig des Rates, der die Bekämpfung der Kinderarmut in Bonn zum Ziel hat.

 

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