Newsletter Kinder, Jugend und Familie im November 2006

Themen:

 

  • Überbelegte Kitas
  • Familienzentren
  • Richtlinien zur Förderung der freien Kinder- und Jugendarbeit in Bonn
  • Einsparmaßnahmen zur Haushaltskonsolidierung
  • 5. Staffel Offene Ganztagsgrundschule (OGS)
  • Ausbau Betreuungsangebot in der Sek.I (5. ? 9. Schuljahr)
  • Internationale Kita

________________________________________Überbelegte Kitas

 

Mit einer Großen Anfrage erkundigte sich die GRÜNE Ratsfraktion nach derzeitigen Überbelegungen in städtischen Kindertageseinrichtungen. Die Antwort der Verwaltung machte deutlich, dass es sich nicht nur um einige wenige Ausnahmen handelt, sondern dass mit Stand zum 01.01.2006 101 Plätze überbelegt waren. In 12 Einrichtungen wurde z.B. eine Kindergartengruppe (25Kinder) in eine Kindertagesstättengruppe (20) Kinder unter Beibehaltung der 25 Kinder umgewandelt. Aber es sind auch noch Turnräume belegt und in vielen Kindergartengruppen sind mehr als 25 Kinder untergebracht. Nun kann es vorübergehend in dringenden Fällen zu Überbelegungen kommen, hier handelt es sich allerdings um das Notprogramm zur Erfüllung des Rechtsanspruches auf einen Kindergartenplatz.Die GRÜNEN werden zum nächsten Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie erneut eine Anfrage zum Thema stellen und nach der Konzeption zum Abbau dieser Plätze fragen.

 

Familienzentren

 

Auch nach dem Stand der neuen Familienzentren haben wir gefragt. Vier Bonner Kindertageseinrichtungen wurden Anfang des Jahres zu Familienzentren erweitert. Die Verwaltung legt in ihrer Antwort dar, welche Projekte die einzelnen Einrichtungen begonnen haben. Der FFE (Fachdienste für Familien- und Erziehungshilfen des Amtes für Kinder, Jugend und Familie) sowie die städtische Erziehungsberatungsstelle sind in die Projekte eingebunden. Auch Gesundheitsamt und Volkshochschule beteiligen sich. Allerdings stellt sich jetzt die Frage, wie sich die Familienzentren (Förderung Land) mit dem neuen Projekt des Bundes ?Mehrgenerationenwohnen? vereinbaren lassen.

 

Richtlinien zur Förderung der freien Kinder- und Jugendarbeit in Bonn

 

Die Diskussion um die Richtlinien ist noch nicht zu Ende. Nachdem die GRÜNEN einen Änderungsantrag gestellt hatten, der u.a. die Erhöhung der Zuschüsse um 25% für Ferienfreizeitmaßnahmen sowie die 100% ige Auszahlung durch die Kämmerei vorsah, gab es im Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie  erneut eine Debatte. Die freien Träger der Jugendhilfe waren sich einig, dass die von der Verwaltung vorgeschlagene Erhöhung um 50 Cent pro Tag und Person nicht ausreiche, was zu einem weiteren Rückgang der Ferienfreizeiten führen würde. An diesen Ferienfreizeiten und Stadtranderholungen nehmen viele Kinder, die ansonsten keine Chance haben, irgendwelche Ferien zu machen. Fazit der Debatte: es wird im Januar weiter diskutiert, allerdings mit der Maßgabe, dass es zu einer deutlichen Erhöhung der Zuschüsse kommt.

 

Einsparmaßnahmen zur Haushaltskonsolidierung

 

1,3 Millionen sollen bis zum Jahr 2009 im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe eingespart werden ? zur Konsolidierung des städtischen Haushaltes. Die GRÜNE Ratsfraktion ist allerdings der Auffassung, dass bei der bundesweiten Debatte um Kindeswohl und einer verbesserten Prävention der Bereich Hilfen zur Erziehung finanziell nicht geschwächt werden darf. Deshalb haben wir einen Änderungsantrag gestellt, dass eventuelle Einsparungen der Verwaltung bei der Heimunterbringung nicht in den Haushalt zurückfließen, sondern in diesem Topf verbleiben und in eine verstärkte Bonner Prävention gesteckt werden.

 

Weitere Infos zur Haushaltskonsolidierung hier

 

5. Staffel Offene Ganztagsgrundschule (OGS)

 

Zum nächsten Schuljahr geht die 5. und letzte Staffel der Offenen Ganztagsgrundschulen in Bonn an den Start. Damit werden alle 51 städtischen Grundschulen und alle Förderschulen im Primarbereich OGS-Schulen sein. In dieser Vorlage der Verwaltung gibt es aber auch den Punkt, dass bestehende OGS-Schulen erweitert werden. Seit Monaten machen die GRÜNEN darauf aufmerksam, dass an einigen Schulen die Plätze für die OGS zu knapp kalkuliert waren und es Wartelisten gibt. Bisher gab es allerdings im Ausschuss noch keine Mehrheit für den Ausbau. Noch im letzten Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie wurde ein gemeinsamer Antrag von FDP und GRÜNEN, die notwendigen Plätze in den Schulen zu schaffen, von den anderen Fraktionen abgelehnt.

 

Ausbau Betreuungsangebot in der Sek.I (5. ? 9. Schuljahr)

 

In einem Antrag fordert die SPD die Verwaltung auf, eine Konzeption für ein Betreuungsangebot für weiterführende Schulen zu erstellen. Ein Betreuungsangebot für die weiterführende Schule kann die grüne Ratsfraktion nur unterstützen, allerdings ist das Problem, wie im Antrag der SPD zu lesen, nicht erst mit der Betreuung in der OGS entstanden. Dass es für diese Altersgruppe einen eklatanten Mangel an Betreuungsplätzen gibt, ist schon lange bekannt. Die wenigen Ganztagsschulen, die es Bonn gibt, können dieses Problem auch nicht lösen, denn Ganztag z.B. in den Gesamtschulen bedeutet an 3 Unterrichtstagen Schule bis kurz vor 16:00 Uhr. An zwei Tagen kommen die Kinder um 13:00 Uhr nach Hause. Auch hier muss noch viel weiter gedacht werden ? denn auch die angedachte Kooperation mit Jugendzentren ist nicht der Weisheit letzter Schluss, denn die räumliche Nähe ist nicht überall gegeben. Außerdem wurden gerade im Haushalt in diesem Bereich 100.000 Euro eingespart. Die Verwaltung sei im Übrigen schon dabei, eine Konzeption zu erarbeiten ? wie sie in der Stellungnahme darstellt.

 

Internationale Kita zum siebenhunderfünfundreißigsten?

 

Benötigt Bonn eine Internationale Kindertageseinrichtung oder nicht ? diese Frage beschäftigt den Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie seit Jahren. Immer wieder fragen die GRÜNEN nach, immer wieder bestreitet die Verwaltung den nachgewiesenen Bedarf. Erneut haben wir einen Antrag zum Thema gestellt, und wieder sagt die Verwaltung, es bestehe kein Bedarf für diese Einrichtung. Sie verweist wieder auf private Einrichtungen, die aber sehr teuer sind und ihre Anstrengungen zum Ausbau der Plätze für unter 3-jährige Kinder.Aber: Bonn ist eine internationale Stadt mit vielen Organisationen. UN-MitarbeiterInnen sind z.B. nicht in Bonn gemeldet, und deren Kinder auch nicht. Sie haben andere Arbeitszeiten, die sich nach den Bedingungen der Heimatländer richten.Ein internationales, kinderfreundliches Bonn, aber keine entsprechende Kinderbetreuungseinrichtung. Wir wetten, sobald diese Einrichtung ihre Pforten öffnet, ist sie voll.

 

Für die GRÜNE Ratsfraktion im Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie sind:

 

Dorothee Paß-WeingartzFlorian Beger Kurt DaubenHenrike Schoeneich

 

Herausgegeben von: Grüne im Rat der Stadt Bonn, Rathausgasse 5-7, 53111 BonnTelefon: 0228? 77 2073 Fax: 0228?69 2305 e-mail: gruene.ratsfraktion(at)bonn.de; Internet: http://www.bonn.de/gruene/pages/index.html

 

Bürozeiten:Mo.? Fr. von 10.00?13.00 Uhr, Di. + Do. von 14.00?17.00 Uhr

 

Redaktion: Petra Merz, Tel.: 0228?77 3814, Petra.Merz(at)Bonn.de

 

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