Newsletter Kinder und Jugend

Mit Informationen rund um den Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie vom 21.09.2010

 

Themen: Fortschreibung Kita-Bedarfsplanung, Jugendfreizeitstätten, Pflegefamilien etc.

 

Fortschreibung der Kita-BedarfsplanungIn aller Eile wurde die Fortschreibung der Kindertagesstättenbedarfsplanung seitens der Verwaltung vorgelegt. Hintergrund ist die aktuelle Erlasslage des Ministeriums für Familie, Kinder, Kultur und Sport des Landes NRW, das bis zum 24.09.10 die Ausbaupläne der Kommunen für die Schaffung von U-3 Plätzen (Kinder von 0 – 3 Jahre) bis zum Jahr 2013 mitzuteilen sind. Dieser Mitteilung müsse ein entsprechender Ratsbeschluss zu Grunde liegen. Im Juni dieses Jahres hatte die noch amtierende Landesregierung mitgeteilt, dass die Gelder für den U-3 Ausbau bereits alle verplant seien und eine bessere Streuung der Gelder über NRW geplant sei. Für Bonn ein finanzielles Desaster, denn sowohl die Stadt wie auch freie Träger haben mit den Ausbau-Maßnahmen bereits begonnen – was erlaubt war – und wissen nun nicht, ob die vorher zugesagten Landesmittel fließen werden. Ziel des U-3 Ausbaus in Bonn ist die 35% -Versorgungs-Quote, davon sollen 25% in Tageseinrichtungen und 10% in der Tagespflege realisiert werden. Bis zum Jahr 2018 soll für 50% aller Kinder unter 3 Jahren ein Platz vorgehalten werden. Uns kommt in der Bedarfsplanung allerdings ein Punkt zu kurz – und das ist die Versorgung mit Regelplätzen – also für Kinder zwischen 3 und 6 (Ü-3)Jahren. Hier fehlen jetzt schon über 600 Plätze in Bonn, besonders betroffen ist der Bonner Süden. Wenn die katholische Kirche dann auch noch ihr sogenanntes „Qualifizierungsprogramm“ umsetzt (Ausbau von U-3 Plätzen, Abbau von Ü-3 Plätzen) fehlen weitere 177 Regelplätze.Deshalb ist es dringend erforderlich, dass nicht nur für den U-3 Bereich eine Ausbauplanung vorliegt, sondern diese auch für den Ü-3 Bereich erfolgt.Die fehlenden Plätze werden auch durch eine Anfrage der schwarz-grünen Koalition bestätigt, die Antwort der Verwaltung, 481 Kinder sind als platzsuchend registriert. Zu Wartelisten U-3 und OGS konnte die Verwaltung noch nichts sagen. Wer noch einen Platz sucht, sollte sich dringend an die Kindergartenhotline (77 4070) der Stadt Bonn wenden.Fortgeführt wird die Debatte um die Kita-Bedarfsplanung im nächsten Ausschuss.Fortschreibung JugendfreizeitstättenbedarfsplanDas zweite umfangreiche Werk in dieser Sitzung – der Freizeitstättenbedarfsplan (ein Wortungetüm) wurde im Ausschuss ebenfalls in erster Lesung diskutiert. Die Verwaltung selbst machte Vorschläge zur Verlagerung von Jugendarbeit, es stehen einige Schließungen zur Debatte, aber auch Erweiterungen an anderen Stellen. Der Plan unterliegt keinerlei finanziellen Kürzungsstrategie – damit sind befindet er sich im Einklang mit der Position der schwarz-grünen Mehrheit. Die Koalition hat zu dem umfangreichen Werk einen Änderungsantrag eingebracht, mit dem z.B. die Öffnungszeiten der Offenen Türen angepasst werden sollen (z.B. am Wochenende), der die Personalsituation in den Offenen Türen anspricht und auch die Planungsräume hinterfragt. Für künftige Planungen will die Koalition, dass diese sich an den Aufenthaltsorten der Kinder und Jugendlichen orientiert und nicht mehr an den Räumlichkeiten. Außerdem soll die Schulentwicklungsplanung und Streetwork mit eingebunden werden. Nachbesserungsbedarf gibt es außerdem im Auerberg, hier müsse die Jugendarbeit dringend aufgestockt werden. Die Verwaltung will zur zweiten Lesung im nächsten Ausschuss eine entsprechende Vorlage erstellen. Pflegefamilien in BonnNachdem im benachbarten Königswinter ein Pflegekind in einer Pflegefamilie zu Tode kam, fragten wir nach der Situation von Pflegefamilien in Bonn nach. Welche Qualifikation ist nötig, welche Hilfestellung und welche Kontrollen erfolgen in Bonn? Aus der Antwort der Verwaltung geht hervor, dass in Bonn aktuell 214 junge Menschen in ca. 180 Pflegefamilien untergebracht sind. Dem gegenüber befanden sich zum 30.06.2010 387 Bonner Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen. Eine Vollzeitkraft des Fachdienstes Vollzeitpflege betreut durchschnittlich 25 Kinder, die in Pflegefamilien untergebracht sind. Auch in Bonn habe es vereinzelt Überlastungsanzeigen gegeben. Die Verwaltung berichtete, dass es zu wenige Pflegefamilien in Bonn gebe. Deshalb regten die GRÜNEN verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zur Anwerbung von Pflegefamilien an.Controlling im Amt – SozialraumorientierungDie Verwaltung legte ihren Controllingbericht zur Entwicklung der Hilfen zur Erziehung vor. In diesem Zusammenhang wurde über ein sozialraumorientiertes Controlling diskutiert, da das jetzige Controlling von gesamtstädtischen Ergebnissen ausgehe. Deutlich wurde, dass die Fachkräfte vor Ort sich eine bessere Vernetzung mit den verschiedenen Hilfearten wünschen. Diese Vernetzung gebe es teilweise und führe auch zu vermehrten Meldungen. Allerdings konnte laut Verwaltung die Anzahl der stationären Unterbringungen gestoppt werden und die ambulanten Hilfen befänden sich unter dem Durchschnitt anderer Städte. Dennoch betonte die Verwaltung, dass das Kindeswohl an allererster Stelle stünde. Das Fachamt hat zugesagt, das Controlling künftig auf den Sozialraum herunter zu brechen.Beethoven CD im ElternbriefWie kommt Beethoven in den Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie? Eine weitere Anfrage beschäftigte den Ausschuss mit dem Thema Beethoven. Hintergrund war ein Pressebericht darüber, dass seit 2010 dem Elternbrief an Mütter bzw. Väter von Erstgeborenen eine Geschenk-CD mit Musik von Beethoven beigefügt ist. Wir wollten wissen, ob in. Anbetracht der finanziellen Situation der Stadt nicht sinnvoller ein Gutscheinverfahren Anwendung findet, das zudem eine Auswahl verschiedener kultureller Angebote wie z.B. Lesegutscheine beinhaltet. Die Verwaltung führt aus, dass dies eine Aktion des Presseamtes sei, die im Rahmen der Einführung der neuen Dachmarke „Freude“ finanziert (20.000 Euro) würde. Die Verwaltung räumt aber auch ein, dass es teilweise es aber auch kritische Anmerkungen der Eltern im Hinblick auf die Finanzlage der Stadt gebe. Ein Lesegutschein für Bücher ist nach Ansicht der Verwaltung keine direkte Alternative.Kinderschutz in BonnEine weitere Anfrage beschäftigte sich mit dem Schutz von Bonner Kindern vor Missbrauch. Wir fragten nach, welche Konsequenzen die Verwaltung aus den Missbrauchsfällen am Bonner Aloisius-Kolleg für ihre Veranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen zieht, ob es Fortbildungen oder andere Hilfestellungen zum Thema gibt und wie freie Träger unterstützt werden. Die Verwaltung schenkt laut ihrer Stellungnahme der Bekämpfung von Missbrauch vor allem im Rahmen des Kinderschutzes seit Langem große Beachtung. Mit dem Fachdienst Kinderschutz im Amt für Kinder, Jugend und Familie, stehen in der Stadtverwaltung ausgebildete Fachleute zur Verfügung, die, wenn sie entsprechende Meldungen erhalten, alle Maßnahmen einleiten, um dem Verdacht nachzugehen. Darüber hinaus stehen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Amtes für Kinder, Jugend und Familie und der freien Träger speziell ausgebildete Kinderschutzfachkräfte beratend zur Seite, wenn sie unsicher in der Bewertung von Kindeswohlgefährdungen sind. Nach Auffassung der GRÜNEN ist es angesichts der Missbrauchsfälle am Bonner Aloisiuskolleg wichtig, Flagge zu zeigen. Nicht vertuschen, sondern aufklären und den Opfern helfen. Im Schulausschuss am 23.09.10 kommen deshalb auf unsere Initiative hin auch der „Eckige Tisch“ zu Wort, in dem sich die Missbrauchsopfer des Aloisiuskollegs organisieren. Die Verwaltung kündigte an, dass sie eine externe Überprüfung des Kinderschutzkonzeptes anstrebten.Neue Kitas auf dem HügelGleich zwei neue Einrichtungen sollen in Dransdorf auf dem Hügel entstehen. Zum einen plant die Uni eine 2-gruppige Einrichtung für StudentInnen, eigenes Personal und BesucherInnen, die Stadt plant ebenfalls eine Einrichtung im Schmittenpfädchen. Die SPD regte an, die Einrichtungen zusammen zu legen. Die Verwaltung berichtet, dass sie Kontakt mit der Uni gehabt hätten, der Bedarf an öffentlichen Plätzen in diesem Stadtteil aber sehr hoch sei. Deshalb empfiehlt sie weiterhin eine eigene Einrichtung zu bauen. Kinderhaus in MedinghovenDas Godesheim pla
nt eine Außengruppe in Medinghoven. Dort sollen 12 Kinder im Alter von 3- 12 Jahren in einer familienähnlichen Gruppe untergebracht werden. Dies hatte die AnwohnerInnen auf den Plan gebracht, die z.B. meinten, in ihrer Straße (reine Wohnstraße) sei eine „artgerechte Haltung von Kindern nicht möglich“. Sie wollten juristisch gegen dieses Kinderhaus vorgehen. Laut Auskunft der Verwaltung handelt es bei diesen Kindern nicht um erziehungsgestörte Kinder, deshalb sollten sie auch nicht im Heim direkt untergebracht werden. Das Jugendamt hat die Betriebserlaubnis bereits erteilt. Wir meinen: kinderfeindliche Äußerungen sind nicht erwünscht. Und – es gab auch AnwohnerInnen, die dafür warben, gerade diese Kinder, die momentan nicht bei ihren Familien leben können, mit offenen Armen zu empfangen. Und juristisch kann das Kinderhaus nicht verhindert werden. Lust mitzuarbeiten?Die Arbeitskreise der GRÜNEN tagen grundsätzlich öffentlich – wir freuen uns über jede und jeden Interessierten! Der Arbeitskreis Kinder und Jugend tagt das nächste Mal am 05.10.10 um 17:00 Uhr im Alten Rathaus, Eingang Rathausgasse, 1. Etage, Sitzungsraum 1.21. Fragen dazu beantwortet Ihnen Petra Merz, Tel.: 0228 77 3814 oder petra.merz@bonn.de Alle Termine finden Sie auf unserer Internetseite www.gruene-bonn.deIm Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie für die GRÜNENDorothee Paß-WeingartzDorothea SchmitzFreie Träger, von den GRÜNEN benanntAusbildung statt Abschiebung, Barbara IngenkampDer kleine Muck, Kurt DaubenJugendfarm, Andrea SteuernagelAktuelles aus der grünen Ratsfraktion unter www.gruene-bonn.deHerausgegeben von: Grüne im Rat der Stadt Bonn, Rathausgasse 5-7, 53111 BonnTelefon: 0228 – 77 2073 Fax: 0228 – 69 2305 e-mail: gruene.ratsfraktion@bonn.de; Internet: www.gruene-bonn.deBürozeiten: Mo.- Fr. von 10.00 – 13.00 Uhr, Di. + Do. von 14.00 – 17.00 UhrRedaktion: Petra Merz, Doro Paß-Weingartz 0228 – 77 3814, Petra.Merz@Bonn.de

 

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