Newsletter Kinder und Jugend

Newsletter Kinder, Jugend und Familie im Juni 2008________________________________________Familienbericht für BonnDer Hauptausschuss hatte am 18.03.2004 beschlossen, dass die Verwaltung einen Familienbericht erstellt und zur nächsten Sitzung des Ausschusses für Kinder, Jugend und Familie (Jugendhilfeausschuss) einen Vorschlag zur Gliederung und Struktur eines solchen Berichtes vorlegt.Familienpolitik sollte in den Mittelpunkt der Bemühungen gestellt werden, Grundlage dafür sollte der Familienbericht werden. Mit einer regelmäßigen und systematischen Bestandsaufnahme der familienpolitischen Rahmenbedingungen und der Handlungsbedarfe gerade vor dem Hintergrund knapper werdender Haushaltskassen sollten die Voraussetzung für die Koordination und Steuerung der bestehenden Familien- und Jugendförderung und für deren planvolle Weiterentwicklung geschaffen werden. Der erste Teilbericht sollte erstmals bis zur Sommerpause 2004 vorgelegt werden und danach regelmäßig unter Berücksichtigung verschiedener familienpolitischer Aspekte fortgeschrieben werden. An seiner Erstellung sollen alle wichtigen Institutionen und Behörden, die mit Familienpolitik in Bonn befasst sind, beteiligt werden.Nach vier Jahren gibt es immer noch keinen Familienbericht. Die Grünen haben nachgefragt, warum er noch nicht vorliegt. Die Verwaltung antwortete, es gebe andere Berichte. Die anderen Fraktionen interessierte dieses Thema überhaupt nicht mehr, sie beteiligten sich erst gar nicht an der Debatte. Beschlüsse fassen ist die eine Sache, die Umsetzung eine ganz andere, der Weg zur familienfreundlichen Stadt ist doch sehr steinig.AzadeDer interkulturelle Mädchentreff ?AZADE? erhält für seine Arbeit über den bisherigen Zuschuss hinaus einen Zuschuss zur Finanzierung einer zusätzlichen halben Stelle für eine Sozialpädagogin oder Sozialarbeiterin in Höhe von 23.000,00 ? sowie einen Zuschuss für die umzugsbedingten höheren Mietkosten im Gebäude Maxstraße in Höhe von 13.321,00 ?. Somit ergibt sich ein höherer jährlicher Zuschuss von insgesamt 36.321,– ?, der für 2008 jedoch nur anteilig gezahlt wird. Diese Vorlage der Verwaltung begrüßen die Grünen ausdrücklich, denn in der Vergangenheit wurde der Mädchentreff personell immer weiter abgespeckt, dafür stiegen die Besucherinnen an.Offene Ganztagsgrundschule Plus (OGS-Plus)Für OGS-Plus Plätze, dies sind Plätze für Kinder in der Offenen Ganztagsgrundschule mit besonderem Betreuungsbedarf ist noch Geld übrig. Ca. 120 Plätze können zusätzlich finanziert werden. Die Verwaltung will während der Sommerpause Kriterien entwickeln, nach denen das Geld für die zusätzlichen Plätze verteilt werden soll. Diese Antwort gab die Verwaltung auf Grund eines Dringlichkeitsantrages der CDU, die wohl läuten gehört hatte, dass irgendwo noch Geld für die OGS-Plus vorhanden ist. Die Offenen Ganztagsgrundschulen sollten jedenfalls am Ball bleiben und prüfen, ob sie die Kriterien der Verwaltung für eine zusätzliche Finanzierung erfüllen.Gesundheitszustand der einzuschulenden KinderDer Bericht ?Entwicklungsdiagnostik in Kindertageseinrichtungen?, nach dem die grüne Fraktion in der vorletzten Sitzung gefragt hatte, liegt nun vor. Die Zahlen sind erschütternd, die Zahl der deutschstämmigen Hochrisikokinder hat sich verdoppelt, der Sprachentwicklungsstand sehr bedenklich. Untersucht wurden 92 Kinder, diese mehrmals. Kritisiert wurde auch die großen Lücken zwischen den Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt. Wünschenswert für Bonn wären weitere Untersuchungen, und eine flächendeckende Sprachförderung. Nötig wäre dazu: mehr Personal und mehr Geld. Und da liegt dann der Hund begraben, der Haushalt für dieses und das nächste Jahr ist verabschiedet, die Prioritäten sind längst gesetzt ? leider nicht für diesen Bereich. Nach Auffassung der Grünen sind dezentrale Gesundheitszentren, evtl. angeschlossen an die Familienzentren notwendig. Aber auch dazu fehlt offenbar das Geld.Kita-PlätzeEin Trauerspiel, das sich jährlich wiederholt: Kinder mit Rechtsanspruch bleiben ohne Kita-Plätze, Kinder unter 3 Jahren haben nach wie vor nicht das versprochene Platzangebot. Nun hat sich eine Elterninitiative gegründet, die über einen Bürgerantrag mehr Kita-Plätze in der Südstadt schaffen möchte. Dazu gab es Dringlichkeitsanträge von FDP, CDU und SPD. Die Grünen brauchten keinen Dringlichkeitsantrag zu stellen, denn das Thema Kindergartenplätze war über den Antrag ?zur Fortschreibung der Kindertagesstättenbedarfsplanung? längst auf der Tagesordnung.Die Verwaltung legte Zahlen vor, die belegen sollten, dass es mehr Kita-Plätze als Kinder zwischen 3 und 6 Jahren in Bonn gibt. Den Grünen liegen allerdings Zahlen der städtischen Statistikstelle vor, nach denen es mehr Kinder in diesem Alter gibt, als Plätze vorhanden sind (Kita-Kinder: 9.419, Plätze: 8.535). Was nun stimmt, will die Verwaltung zur nächsten Sitzung überprüfen.Fakt ist, dass etliche Eltern bisher keinen Kita-Platz für ihre Kinder haben, die Sommerferien vor der Tür stehen und es wohl doch an Plätzen fehlt. Beschlossen wurde der FDP-Antrag, aber ohne den Punkt ?Aufstockung der bestehenden Kita-Gruppen?. Das war eine vehemente Forderung der Grünen, denn die städtischen Kitas sind sowieso schon überbelegt. Abgelehnt wurde der SPD-Antrag, und der Antrag der Grünen zur Fortschreibung der Bedarfsplanung erhielt eine Mehrheit. Die Bedarfe der Eltern sollen jetzt abgefragt werden und demnächst dem Ausschuss vorgelegt werden.Hinterfragt werden sollte auch Quote von ca. 7% von Kindern, die keinen Kindergarten besuchen. Bedenklich, wenn es die Kinder sind, die einen erhöhten Förderbedarf haben und deren Eltern ihren Rechtsanspruch nicht durchsetzen können. Denn: wer mit einer Klage droht, bekommt in der Regel einen Kita-Platz. Neun Plätze werden zum kommenden Kita-Jahr auf jeden Fall frei, denn so viele Kinder aus Rheinland-Pfalz besuchen Bonner Einrichtungen und werden ab dem Sommer vor die Tür gesetzt. Der grüne Antrag, diese Kinder weiter zu fördern, wurde mehrheitlich abgelehnt.Betreuung für Kinder unter drei Jahren mit BehinderungEs gibt ein neues Modellprojekt seitens des Landes. Plätze für Kinder unter drei Jahren mit einer Behinderung werden seitens des Landes in den nächsten beiden Jahren mit insgesamt 1,85 Mio. Euro gefördert. Die Verwaltung will nun bei der Lebenshilfe nachfragen, welchen Bedarf es in Bonn gibt. Einen Platz kann die Verwaltung sofort schaffen, denn es liegt ein Bürgerantrag einer Familie vor, die einen Platz für ihr zweijähriges Kind mit einer Behinderung fordert. Bisher hagelte es für die Familie nur Absagen, auch seitens des Amtes für Kinder, Jugend und Familie. Begründung: ?Ein behindertes Kind würde drei reguläre Plätze in Anspruch nehmen.? Diesen Tagesordnungspunkt setzte die CDU mit einem Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung. Die Grünen wiesen auf ihren Antrag, der vor einem Jahr einstimmig beschlossen wurde hin: jährlich sollten 5 Plätze für behinderte Kinder unter 3 Jahren zu schaffen. StraßenkinderBereits in der letzten Sitzung hatten die Grünen nach ?Bonner Straßenkindern? gefragt. Dieser Punkt vertagt, der Stellungnahme der Verwaltung ist zu entnehmen, dass sich in Bonn keine Kinder unter 14 auf der Straße aufhalten, wohl aber Jugendliche. Nach Auffassung der Verwaltung reichen die Hilfsangebote aus.VertagtVertagt werden mussten die Berichte zur Straßensozialarbeit und Jugendberufshilfe. Dies wurde um 22:00 Uhr beschlossen, denn die anderen Tagesordnungspunkte wurden bis dahin diskutiert. Alle Punkte der Ausschusssitzung finden Sie hier.Für die GRÜNE Ratsfraktion sind im Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie:Dorothee Paß-WeingartzFlorian Beger

 

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