Newsletter Schule Dezember 2013

Newsletter Schule mit Informationen aus dem Schulausschuss zu den Themen: Inklusion, Sekundarschule im Schulzentrum PennenfeldIntegrierte Schulentwicklungsplanung, Neustrukturierung Berufskollegs, Gemeinsamer Unterricht an sechs Bonner Grundschulen- ErfahrungsberichtSprachstandtestInklusionMit dem Thema Inklusion befasste sich der Schulausschuss an mehreren Stellen. Eine Anfrage der Linken über inklusive OGS-Plätze machte deutlich, dass es bisher keine Aufzeichnungen darüber gibt, wie viele Kinder mit Behinderung keinen OGS-Platz erhalten. Aber: der prozentuale Anteil der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die eine OGS besuchen ist geringfügig höher als der der Kinder ohne Förderbedarf. Da die meisten OGS von freien Trägern geführt werden, müsste die Anzahl der Kinder, die integrativ beschult werden, aber keinen Betreuungsplatz bekommen haben, seitens der Schule aufgezeichnet werden. Allerdings war der Verwaltung im laufenden Schuljahr auch nur ein Erstklässler bekannt, der nicht an der gewünschten Schule einen Schul- und OGS-Platz erhalten konnte, hier konnte alternativ eine andere Schule in Wohnortnähe mit OGS-Platz angeboten werden.Ein Bürgerantrag von „Gemeinsam Leben – gemeinsam Lernen“ befasste sich vor allem mit Zahlen und Fakten. Wie viele Kinder besuchten in den letzten drei Schuljahren Förderschulen, wie viele Regelschulen, wie hoch waren die Ausgaben für die Betriebe der Schulen, die Kosten der Schülerfahrten etc. Zielsetzung des Antrages ist, die Ressourcen für die sonderpädagogische Förderung im Haushalt der Stadt Bonn zusammen zu stellen. Der Antrag wurde in zahlreichen anderen Städten in NRW gestellt.Die Verwaltung machte in ihrer Stellungnahme deutlich, dass die von ihr zusammengestellten Daten nicht immer aufeinander abgestimmt und ungeeignet seien, daraus Rückschlüsse auf den Bedarf der kommunalen Folgekosten für die Umsetzung der Inklusion in Bonn zu ziehen. Die Antragstellerin ergänzte in der Sitzung ihre Fragen, die Verwaltung wird sie zur nächsten Sitzung vorlegen. Mit der Ermittlung all dieser Zahlen soll sichergestellt werden, dass die Gelder, die bisher in die Förderschulen flossen, künftig für den inklusiven Unterricht zur Verfügung stehen.In einer weiteren Anfrage ging es um das Thema „Inklusion an Realschulen und Gymnasien“.  Nach wie vor üben vor allem die Gymnasien Zurückhaltung, wenn es um die Aufnahme von Kindern mit Förderbedarf geht, so die Stellungnahme der Verwaltung. Während alle fünf Gesamtschulen, fünf Hauptschulen und zwei Realschulen inklusiven Unterricht anbieten, hat bisher nur ein Gymnasium ein Kind mit Förderbedarf aufgenommen.Sekundarschule im Schulzentrum PennenfeldDa sowohl in der Johannes-Rau-Schule (Hauptschule) wie auch in der Karl-Schurz-Realschule die Zahl der SchülerInnen sinkt, schlägt die Verwaltung nun vor, dort eine Sekundarschule zu errichten. Die jetzigen Klassen der Haupt- und Realschule sollen auslaufen, d.h., die SchülerInnen werden dort bis zum Ende ihrer Schullaufbahn weiter beschult werden.Eine Sekundarschule umfasst die Jahrgänge 5 bis 10 und muss mindestens dreizügig sein. Pro Klasse müssen mindestens 25 SchülerInnen angemeldet werden, d.h., es muss 75 Anmeldungen für diese in Bonn neue Schulform geben. In der Sekundarschule lernen die Kinder mindestens in den Klassen 5 und 6 gemeinsam, ab Klasse 7 kann der Unterricht integriert, teilintegriert oder kooperativ erfolgen. Die Sekundarschule hat keine eigene gymnasiale Oberstufe, aber es ist eine Kooperation mit einer Oberstufe – ob Gymnasium, Gesamtschule oder Berufskolleg notwendig. Damit soll sichergestellt sein, dass Eltern bereits bei der Anmeldung wissen, wo ihr Kind Abitur machen kann.Die Schule soll als Ganztagsschule geführt werden, inklusive Klassen sollen höchstens 25 Schülerinnen aufnehmen.Eine Anmeldung zur Sekundarschule wird im Februar im Rahmen eines vorgezogenen Anmeldeverfahrens möglich sein, so wie auch wieder bei den fünf Gesamtschulen.Integrierte SchulentwicklungsplanungDie schwarz-grüne Koalition hat im Schulausschuss die Verwaltung beauftragt, bis zum Mai 2014 eine Schulentwicklungsplanung für die städtischen Schulen vorzulegen. Die Verwaltung machte in einer Mitteilungsvorlage deutlich, dass sie diesen Auftrag gerne erfülle und auch schon viele Vorarbeiten geleistet habe. Anschließend soll die Verwaltung eine integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung erarbeiten. Mit einer integrierten Jugend- und Schulentwicklungsplanung werden Angelegenheiten aus dem Bereich der Jugendhilfe – offener Ganztag, frühkindliche Bildung, offene Jugendarbeit – sowie aus dem schulischen Bereich gemeinsam und aufeinander abgestimmt betrachtet und analysiert. Ziel ist, durch eine integrierte Planung Antworten auf die zunehmenden Herausforderungen für gerechte Bildungs- und Zukunftschancen aller Kinder und Jugendlichen zu geben. Dabei sollen die Wünsche der Eltern, auch über Befragungen zu einzelnen Aspekten der Schulwahl, in die Planungen umfassend mit einbezogen werden Gemäß der Zielsetzung, dass zukünftig kein Kind mehr zurückgelassen werden soll, sollen die unterschiedlichen Bildungsstandorte analysiert, aktuelle demographische Entwicklungen und städtebauliche Maßnahmen in die Zielplanungen einbezogen werden. Mit der 9. Schulrechtsänderungsreform wurden auch für die Förderschulen MindestschülerInnenzahlen zu Grunde gelegt, auch dies wird auch Auswirkungen auf die Bonner Förderschulen haben. Deshalb ist eine Schulentwicklungsplanung Bonn zwingend notwendig, die Verknüpfung von Jugendhilfe und Schule unter Berücksichtigung sämtlicher Ressourcen sinnvoll.Um künftig die räumlichen Ressourcen der vorhandenen Schulgebäude optimal zu nutzen, ist es notwendig, eine integrierte Schulentwicklungsplanung vorzulegen, die auch die Bedarfe an OGS-Betreuung berücksichtigt.Neustrukturierung BerufskollegsDie Schulleiter der drei gewerblich-technischen Berufskollegs in Bonn (heinrich-hertz-europakolleg) und im Rhein-Sieg-Kreis (Carl-Reuther-Berufskolleg Hennef, Georg-Kerchensteiner-Berufskolleg Troisdorf) haben zusammen mit der Schulaufsicht den Impuls zu Überlegungen einer Neustrukturierung von gewerblich-technischen Bildungsgängen gegeben und einen gemeinsamen Vorschlag zu einer möglichen Neustrukturierung von Bildungsgängen entwickelt, die schon ab nächstem Schuljahr sukzessive umgesetzt werden sollen.Dieser Vorschlag berücksichtigt u.a. eine notwendige Anpassung an aktuelle Veränderungen der Berufswelt, die aktuelle Nachfrage nach Ausbildungsplätzen in verschiedenen Branchen der Region, die Notwendigkeit, nachhaltig vorgegebene Mindest-Klassengrößen zu realisieren sowie die Zielsetzung einer zukunftsorientierten Profilierung aller drei Berufskollegs.Die Schulträger ergänzten den Vorschlag dahingehend, dass die Bildungsangebote möglichst betriebs- und wohnortnah erreichbar sein müssen, bei unterfrequentierter Auslastung aber auch eine Konzentration an einem der drei Berufskollegs sachgerecht sein kann, wenn damit das Angebot gesichert werden kann. Auch die Veränderung der Schulwege müsse vertretbar bleiben. Der Schulausschuss betonte die Wichtigkeit einer wettbewerbsfähigen Schullandschaft. Der Vorschlag soll nun als Beschlussvorlage in den Rat der Stadt Bonn sowie in den Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises eingebracht werden.Gemeinsamer Unterricht an sechs Bonner Grundschulen- ErfahrungsberichtDem Schulausschuss wurde der Erfahrungsbericht der Grundschulen vorgelegt, die zum Schuljahr 2012/2013 neu mit dem Gemeinsamen Unterricht (GU) begonnen haben. Hierbei wurden ebenfalls die Auswirkungen auf den OGS-Bereich dargestellt.In Bonn ist zum Schuljahr 2012/13 an folgenden Grundschulen der Gemeinsame Unterricht eingeführt worden: KGS Bernhardschule und GGS Jahnschule (Stadtbezirk Bonn), GGS Finkenhof und GGS Medinghoven (Stadtbezirk Hardtberg), GGS Andreasschule und KGS Beethovenschule (Stadtbezirk Bad Godesberg).Die Schulen wurden in der Einführun
gsphase sowohl durch die Inklusionskoordinatorinnen der Stadt als auch durch schulinterne – aus kommunalen Mitteln für Inklusion finanzierte – Coachings und ein Fortbildungsprogramm auf die kommende Aufgabe vorbereitet. Zu allen Informations- und Fortbildungsveranstaltungen wurden auch die Vertreterinnen und Vertreter der OGS eingeladen. Darüber hinaus wurden den Schulen einmalig ein Betrag von 500 EUR für Unterrichtsmaterial, welches speziell im Gemeinsamen Unterricht eingesetzt werden kann, sowie eine einmalige Zahlung von 5000 EUR für eine sozialpädagogische Unterstützung im ersten Jahr zur Verfügung gestellt. Insgesamt wurden 33 SchülerInnen mit Förderbedarf aufgenommen, davon konnten 5 nicht an der Schule verbleiben. Ein Schulbegleiter ist für 8 Kinder notwendig. 10 Kinder mit Förderbedarf besuchen die OGS, 1 Kind ist in der Kurzzeitbetreuung.Die Schüler/innen konnten am Vormittag gut in die Klassengemeinschaft integriert werden, aber es sei auch eine deutliche Mehrbelastung der Schulleitung und Klassenleitung spürbar. Positiv wurde überwiegend bewertet, in einem multiprofessionellen Team zu arbeiten Zum gesamten Erfahrungsbericht.Sprachstandtest2.904 Kinder wurden in diesem Jahr bezüglich ihrer Sprachentwicklung getestet. Davon haben 653 Kinder Förderbedarf, das entspricht einer Quote von 22,49%. Die Kinder mit nichtdeutscher Familiensprache haben davon mit 67% den größten Anteil, bei 21% der Kinder mit Förderbedarf ist die Familiensprache Deutsch.Der umstrittene Sprachstandtest ist bisher verpflichtend, wird aber Anfang des kommenden Jahres das letzte Mal in dieser Form durchgeführt. Danach soll die die Sprachförderung von Kindern im Vorschulalter neu ausgerichtet werden. Kritisiert wurde vor allem die „Testsituation“, d.h. dass für die Kinder fremde Menschen in den Kindertageseinrichtungen den Test durchführen und manche Kinder, die sprachlich sonst sehr gut sind, dann verstummen.Sprachförderung soll künftig von Beginn der Kita-Zeit erfolgen, aber ohne Test. Mit den Eltern soll ermittelt werden, wie die sprachlichen Kenntnisse der Kinder sind und ob eine anschließende Förderung notwendig ist.TermineDer Schulausschuss tagt in 2014 am Mittwoch, 05.02.2014, am Mittwoch, 05.03.2014 und am Mittwoch, 09.04.2014Fraktion und Arbeitskreise tagen grundsätzlich öffentlich. Interessierte sind herzlich ein¬geladen. Die Termine stehen auf unserer Internetseite.Bei folgenden Arbeitskreisen besteht die Möglichkeit der Mitarbeit: Kinder + Jugend; Schule; Soziales; Stadtplanung; Umwelt + Verbraucherschutz; Wirtschaft; Denkmalschutz; Frauen; Kultur; Internationales + Wissenschaft; Sport; Migration + Integration; BürgerInnenbeteiligung + Lokale Agenda; Finanzen + Beteiligungen.Grüne im SchulausschussDorothee Paß-Weingartz, Vorsitzende des SchulausschussesAnja Lamodke, schulpolitische SprecherinStefan Rau, sachkundiger BürgerAntje Waßmann, StadtverordneteTimo Hauschild, stellvertretender sachkundiger BürgerMartin Michalke, stellvertretender sachkundiger BürgerTim Achtermeyer, stellvertretender sachkundiger BürgerAktuelles aus der GRÜNEN Ratsfraktion unter www.gruene-bonn.deHerausgegeben von: Grüne im Rat der Stadt Bonn, Rathausgasse 5-7, 53111 BonnTelefon: 0228 – 77 2073 Fax: 0228 – 77 2035 e-mail: gruene.ratsfraktion@bonn.de; Internet: www.gruene-bonn.deRedaktion: Petra Merz, Tel.: 0228 – 77 3814, Petra.Merz@Bonn.de

 

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld