Newsletter Schule, Mai 2011

Newsletter Schule zu den Themen Abschlussbericht Aloisiuskolleg, Schulplätze in weiterführenden Schulen, OGS, Haushalt u.a.

 

Aloisiuskolleg

Frau Dr. Julia Zinsmeister, Professorin der Fachhochschule Köln war mit der Leitung der Untersuchung der Missbrauchs-Vorwürfe im Aloisiuskolleg in Bonn – Bad Godesberg beauftragt worden. Nachdem der Abschlussbericht, abrufbar unter www.jesuiten.org, seit Mitte Februar vorliegt, wurde sie in Schulausschuss eingeladen. Ihr Bericht war sehr klar, sachlich und dennoch ließ er niemanden unberührt. Sie berichtete von der schwierigen Gratwanderung zwischen den Perönlichkeitsrechten der Opfer wie auch der Täter, die vor dem Gesetz „nicht schuldig“ sind, da die Taten verjährt sind, bzw. die Täter inzwischen verstorben sind. In einem Fall gebe es den Antrag auf Wiederaufnahme, dies sei aber noch nicht entschieden. Sie deutete auch eine sehr hohe Dunkelziffer an: „Je schwerer die Tat, umso weniger wird berichtet“. Dass so wenig auf das Wohl der Kinder und Jugendlichen geachtet wurde, habe auch sie bewegt. Möglich waren die Taten vor allem durch das abgeschlossene System des AKO, in dem Kindern und auch Mitarbeitern sehr leicht manipuliert werden konnten. Auch auf die Entschädigungszahlen wurde kurz eingegangen, ein Betroffener sprach von „jesuitischer Dialektik“, weil das Unrecht mit Geld nicht gut gemacht werden könne, braucht man auch nicht viel zu zahlen. Frau Dr. Zinsmeister hob hervor, dass durch die Verjährung der Taten die Opfer erneut gedemütigt würden, dass sie wieder in die Rolle der Bittsteller gedrängt würden. Die Opfer müssten endlich ernst genommen und respektiert werden, das, was ihnen angetan wurde, auch gewürdigt.Thema in der anschließenden Debatte war vor allem die Rolle der Stadt Bonn. Im Bericht von Frau Dr. Zinsmeister wird aufgeführt, welche Aufgaben die Stadt zum Schutz der Kinder und Jugendlichen übernehmen könnte, so sei ein externes Beschwerdemanagementsystem unbedingt erforderlich. Wie dies aussehen könnte, wird Thema in den nächsten Schulausschusssitzungen.

 

Schulplätze in weiterführenden Schulen

Mit einer Großen Anfrage hatten sich GRÜNE und CDU bereits in der letzten Sitzung nach der Aufnahme in die weiterführenden Schulen erkundigt. Dort gab es lediglich einen mündlichen Bericht, eine schriftliche Stellungnahme lag dem Ausschuss jetzt vor.Anmeldeüberhänge gab es am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, am Friedrich-Ebert-Gymnasium, am Tannenbusch-Gymnasium und am Konrad-Adenauer-Gymnasium. 46 Kinder mussten dort abgelehnt werden, sie konnten aber im Rahmen einer Verteilungskonferenz 42 Kinder wohnortnah unterbringen. 4 Kinder von außerhalb wurde kein Platz angeboten, da es am Heimatort ein Gymnasialangebot gab. Acht Eltern von Kindern mit Förderbedarf haben sich bezüglich eines Platzes im Gemeinsamen Unterricht an die Verwaltung gewandt, sie konnten vermittelt werden. Einzelne Eltern, die noch keinen Platz für Kind haben, wollen den Klageweg beschreiten. Dazu kann die Grüne Fraktion sie auch nur ermutigen, es gibt einen rechtlichen Anspruch auf eine inklusive Beschulung! Da das Anmeldeverfahren für die weiterführenden Schulen noch nicht abgeschlossen sie, würde die Verwaltung dazu in der nächsten Sitzung berichten.

 

Haushaltsberatungen

Der Haushalt wurde auf Antrag von GRÜNEN und CDU in erster Lesung behandelt. Grund war vor allem die mangelnde Einbindung des Bürgerhaushaltes in die Vorlagen. Zur nächsten Sitzung sollen alle den Ausschuss betreffenden BürgerInnenvorschläge dem Ausschuss in einer Form vorgelegt werden, aus der klar hervorgeht, ob ein Vorschlag berücksichtigt wird, ob er bereits im Haushaltsentwurf eingearbeitet ist oder nicht berücksichtigt ist. Darüber hinaus wurden in der Sitzung verschiedene Fragen erörtert und diskutiert.

 

OGS

Auch die Versorgung mit OGS-Plätzen war wieder Thema. Hier gab es eine Stellungnahme der Verwaltung, aus der hervorgeht, dass in diesem Jahr 310 OGS-Plätze zusätzlich geschaffen werden können, da von den 6.000 genehmigten Plätzen nur 5890 Plätze belegt waren. Die Abfrage der Verwaltung hatte zum Ergebnis, dass alle 310 Plätze im Bestand geschaffen werden können. Für das kommende Jahr sind zusätzliche 200 OGS-Plätze beschlossen. Aber auch mit diesem zusätzlichen Angebot ist der Bedarf an Betreuungsplätzen immer noch nicht gedeckt. Für uns ist damit ganz klar, dass die OGS weiter ausgebaut werden muss

 

Konjunkturpaket

Im Förderbereich „Bildung“ des Konjunkturpaketes II werden die derzeit noch nicht für Maßnahmen gebundenen Fördermittel in Höhe von 698.538 Euro für den Mehrbedarf bei folgenden Maßnahmen verwendet: KiTa Duisdorf, Im grünen Winkel 212.538 Euro, KiTa Medinghoven, Stresemannstraße, 192.000 Euro, ehem. Goetheschule, Limpericher Str. 294.000 Euro. Durch Einsparungen bei anderen Maßnahmen sowie durch bereits erfolgte Umschichtungen stehen diese Mittel zur Verfügung.

 

Landesprojekt „Ein Topf“

Wegen der stetigen Zunahme von Jugendlichen ohne berufliche Perspektive nach Schulentlassung bestand die Notwendigkeit zum Aufbau eines intensiven und gut verzahnten Steuerungssystems für benachteiligte SchülerInnen. Zur Umsetzung dieses Vorhabens haben der Rhein-Sieg-Kreis und die Stadt Bonn einen Förderantrag für das Landesprojekt „Ein Topf“ beim Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW eingereicht. Nach dessen Bewilligung konnte die Umsetzung des Konzeptes „Förderung der Ausbildungsreife – Ein Topf“ im April 2010 beginnen. Der erste Bericht liegt nun vor.Im April 2010 wurde mit 27 SchülerInnen das Projekt „Förderung der Ausbildungsreife – Ein Topf“ aus den Klassen 8 der drei Hauptschulen begonnen. Drei Schüler sind durch Schul- bzw. Wohnortwechsel ausgeschieden. Die verbliebenen 24 SchülerInnen nehmen weiterhin teil. Darüber hinaus wurden 9 EntlassschülerInnen der Hautschule Karl-Simrock aus der Klasse 10 aufgenommen. Davon konnten sieben SchülerInnen in die Berufsfachschule, in das Einstiegsqualifizierungsjahr, in das Berufsorientierungsjahr, in Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, in Berufsausbildung in außerbetrieblicher Einrichtung und in die Abendrealschule vermittelt werden. Dass Jugendliche eine berufliche Perspektive entwickeln, bedarf bei vielen intensiver Hilfestellung. Weitere Berichte sollen folgen.

 

Inklusive Bildung

Die SPD hatte angeregt, dass die Stadt Bonn sich bei der deutschen UNESCO-Kommission bewirbt, um sich durch einen Expertenkreis zur Inklusiven Bildung beraten zu lassen. Diesem Antrag hat der Ausschuss einstimmig zugestimmt, denn in diesem Themenfeld ist noch viel an Fortbildung notwendig.

 

Bürgerantrag Weitblick

Der Verein „Weitblick, Bonn e. V.“ beantragt den Verzicht auf Stellenkürzungen im Stadtteil Dransdorf (Stadtteilverein Dransdorf) im Bereich der Hausaufgabenbetreuung und Gesamtkoordination. Wir berichteten im letzten Newsletter, dass im Rahmen der Kürzungen der Gemeinwohlarbeit durch die ARGE die Fördersumme des Stadtteilvereins für 2011 um die Hälfte reduziert wurde. Inzwischen hat die Verwaltung Gespräche geführt, nun seien 4 Stellen für den Stadtteilverein genehmigt worden. Diese Reduzierung betraf vor allem den Bereich der Hausaufgabenbetreuung.

 

Termine

Der Schularbeitskreis der Grünen Fraktion tagt am 31.05.2011 um 17:30 Uhr im Alten Rathaus, Eingang Rathausgasse, 1. Etage, Sitzungsraum 1.21. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.Alle Termine der Fraktionssitzungen und der Arbeitskreise auf unserer Internet-Seite: www.gruene-bonn.deFraktion und Arbeitskreise tagen grundsätzlich öffentlich. Interessierte sind herzlich eingeladen.

 

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld