Newsletter Schule Mai 2012

Informationen der GRÜNEN Ratsfraktion Bonn zu den Themen: Inklusion,Schadstoffsanierung an Bonner Schulen, Collegium JosephinumPäda, Paul-Martini-Schule

 

Inklusion

Nachdem die Vorlage der Verwaltung, zum kommenden Schuljahr in sechs weitere Grundschulen inklusiven Unterricht zu ermöglichen, nun zum zweiten Mal im Ausschuss beraten wurde, wurde er auch mit großer Mehrheit beschlossen. Dieses Mal führte die Verwaltung an, welche Hilfestellungen die Schulen seitens der Stadt erwarten können. Allen sechs Schulen soll ein erfahrener Sozialpädagoge zugeordnet werden, außerdem werden mehrtägige Couchings sowie Ringvorlesungen zu den verschiedenen Förderschwerpunkten angeboten. Nachdem die Verteilerkonferenz, in der die Kinder mit Behinderung, die bisher keinen Schulplatz in einer Regelschule erhalten haben, einer GU-Schule zugewiesen wurden, sollen erfahrende Förderpädagogen die einzelnen Schulen dabei unterstützen, die tatsächlich, ab Sommer, in den einzelnen Schulen konkret totwendigen Vorkehrungen (räumliche, und personelle) getroffen werden können. Ein solches Vorgehen ist wegen des herausfordernden verbleibenden Zeitfensters unumgänglich, damit der Unterrichtsbeginn zum kommenden Schuljahr möglichst reibungslos gestaltet werden kann.Notwendig wurde die Ausweitung auf weitere sechs Grundschulen durch die Umsetzung der EU-Konvention zu den Rechten von Menschen mit Behinderung, damit kann u.a. auch ein Platz in einer Regelschule beansprucht werden.Weiterhin soll jede Schule eine kleine finanzielle Beihilfe erhalten. An dieser Stelle nochmals der Blick Richtung Land und Bund: Städte und Gemeinden benötigen für die Umsetzung des inklusiven Unterrichts mehr finanzielle Unterstützung!

 

Schadstoffsanierung an Bonner Schulen

Laut Verwaltung ist die Schadstoffsanierung an Bonner Schulen fast abgeschlossen, Probleme gibt es noch im Konrad-Adenauer-Gymnasium. Daran werde aber gearbeitet.Die Schadstoffbelastung an Bonner Schulen ist ein düsteres Kapitel in der Bonner Schulgeschichte. Die Grüne Fraktion hat vor Jahren immer wieder darauf gepocht, kindergenutzte Räumlichkeiten auf Schadstoffe hin zu untersuchen. Lange negierte die Verwaltung das Vorhandensein von irgendwelchen Schadstoffen, Bonn sei schadstofffrei lehnte sich damals der Leiter des Tief- und Hochbauamtes Bergmann aus dem Fenster der Lokalzeit Bonn. Für die Akteneinsicht der Grünen Fraktion in die Schadstoffuntersuchungen wurde ein „Extra-Ordner“ angelegt, in dem keine Schadstoffe auftauchten.Nachdem die Untersuchungen nach langen politischen Auseinandersetzungen und ständigem Nachbohren der Grünen endlich veröffentlicht wurde, wurde schnell das Ausmaß der Schadstoffbelastung sichtbar. PCB, Asbest, KMF und andere gesundheitsschädigende Stoffe fanden sich in Bonner Schulräumen. Inzwischen gibt es gegenüber der Schadstoffproblematik einen anderen Umgang – Freimessungen nach Sanierungen oder bei Neubauten sind heute selbstverständlich!   

 

Collegium Josephinum

Auch in diesem Schulausschuss stand das CoJoBo wieder auf der Tagesordnung. Zum einen hatte die Sozialdezernentin das Schulministerium angeschrieben, mit der Bitte, „sowohl im aktuellen Fall als auch grundsätzlich die bestehenden gesetzlichen Regelungen zur Schulaufsicht über private Ersatzschulen im Hinblick auf ihre Tragfähigkeit und Wirksamkeit zum Schutze unserer Kinder und Jugendlichen kritisch auf den Prüfstand zu stellen.“ In dem Schreiben wird auch die Frage nach den Anforderungen an externe GutachterInnen gestellt. Die Antwort des Ministeriums ist leider sehr lapidar: Ich muss aber darauf hinweisen, dass der private Schulträger die Personalhoheit über seine Lehrkräfte ausübt. Es bleibt den Bonner Eltern überlassen, ob sie ihre Kinder an öffentlichen oder privaten Schulen anmelden. Weiterhin verweist das Ministerium auf die Handlungsempfehlungen der Kultusministerkonferenz, dort heißt es unter anderem:„In allen Ländern gilt: Besteht gegen eine Lehrkraft der begründete Verdacht des sexuellen Missbrauchs oder einer anderen Straftat, so sind Schulleitungen der staatlichen Schulen und der Schulen in kirchlicher oder freier Trägerschaft verpflichtet, dies unverzüglich dem Dienstherrn oder Anstellungsträger mitzuteilen. Dieser leitet umgehend dienst- oder arbeitsrechtliche Maßnahmen ein und schaltet entsprechend die Polizei oder Staatsanwaltschaft ein.“ Die Schulausschussvorsitzende hatte nochmals die Bezirksregierung angeschrieben, nachdem diese sich geweigert hatte, einen Vertreter in den Schulausschuss zu schicken. Auch hier ging es wieder um die Fragestellung, wer für das Kindeswohl in Privatschulen zuständig ist. Die Antwort nach 4 (!) Wochen ist leider nicht sonderlich zufrieden stellend. Immerhin hat die Bezirksregierung das CoJoBo nun aufgefordert, einen externen Gutachter zur Aufklärung zu suchen. Dem wolle die Schule nun auch nachkommen. Allerdings wird sich die Bezirksregierung nach dem Schulausschuss weiter mit der Schule beschäftigten müssen. Es gibt Informationen, wonach der vom Schuldienst suspendierte Pater (Anzeige wg. sexueller Übergriffe) weiterhin in der Mensa tätig sei und so tagtäglich mit den SchülerInnen im Kontakt sei.

 

Päda

Auch an der privaten Otto-Kühne-Schule (Päda) wurden Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen laut. Die Schule, die ihr Schulprofil mit: „Lex suprema salus liberorum“ – Oberster Grundsatz ist das Wohl der Kinder“ beginnt, ist mit der Aufklärung „noch nicht so weit“, wie der Schulträger in der Sitzung des Schulausschusses erklärte. Es gebe aber auf der eigenen Homepage einen Hinweis auf eine Hotline, dort könnten sich Betroffene direkt an den Schulträger wenden. Alternativ ist die Nummer der Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt in Bonn genannt.Der Schulausschuss kritisierte dies harsch und deren Mitglieder forderten, dass für eventuell betroffene SchülerInnen ein ständiges Gremium als Ansprechpartner vorgehalten werden müsse und dass auch hier ein externer Gutachter mit der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle betraut werden müsse.

 

Paul-Martini-Schule

Die Paul-Martini-Schule ist die Schule für Kranke der Bundesstadt Bonn. In ihr werden jährlich mehr als 700 schulpflichtige Kinder und Jugendliche unterrichtet, die wegen eines längerfristigen stationären oder tagesklinischen Aufenthaltes in Kliniken in der Stadt Bonn ihre Heimatschule nicht besuchen können. Der schulische Teil der Tagesklinik der LVR-Klinik Bonn auf dem Gebiet der Stadt Euskirchen soll als Dependance der Paul-Martini-Schule der Stadt Bonn übernommen werden. Sowohl die Schulaufsicht wie auch die kommunale Aufsicht im Bereich Förderschulen befürworten dies.Seit Einrichtung der LVR-Tagesklinik Euskirchen als Außenstelle der der LVR-Klinik-Bonn im Jahr 1999 werden die schulpflichtigen Patientinnen und Patienten durch eine Lehrkraft der LVR-Irena-Sendler-Schule (körperliche und motorische Entwicklung), Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung, in Euskirchen unterrichtet. Die SchülerInnen weisen in der Regel aber keinen sonderpädagogischen Förderbedarf im Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung auf. Die Fachverwaltung sieht die enge Verknüpfung der Paul-Martini-Schule (die sich auf dem Bonner Gelände der LVR-Kliniken befindet) mit den Rheinischen Kliniken als belastbare und dauerhafte Voraussetzung, eine Lösung zur bestmöglichen schulischen Versorgung der Kinder und Jugendlichen in der Landesklinik herbeizuführen.Es wird sichergestellt, dass die Einrichtung und Unterhaltung der Dependance für die Stadt Bonn kostenneutral sein wird.

 

Termine

Der Schularbeitskreis der Grünen Fraktion tagt am Dienstag, den 2905.2012 um 17:00 Uhr im Alten Rathaus, Eingang Rathausgasse, 1. Etage, Sitzungsraum 1.21. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.Alle Termine der Fraktionssitzungen und der Arbeitskreise auf unserer Internet-Seite: www.gruene-bonn.deFraktion und Arbeitskreise tagen grundsätzlich öffentlich. Interessierte sind herzlich ein¬geladen.Bei folgenden Arbeitskreisen besteht die Möglichkeit der Mitarbeit: Kinder + Jugend; Schule; Soziales; Stadtplanung; Umwelt + Verbraucherschutz; Wirtschaft; Denkmalschutz; Frauen; Kultur; Internationales + Wissenschaft; Sport; Migration + Integration; BürgerInnenbeteiligung + Lokale Agenda; Finanzen + Beteiligungen.Im Schulausschuss für die GrünenDorothee Paß-Weingartz, Vorsitzende des SchulausschussesAnja Lamodke, schulpolitische SprecherinStefan Rau, sachkundiger Bürger    Doro Schmitz, StadtverordneteTimo Hauschild, stellvertretender sachkundiger BürgerMartin Michalke, stellvertretender sachkundiger BürgerTim Achtermeyer, stellvertretender sachkundiger BürgerAktuelles aus der GRÜNEN Ratsfraktion unter www.gruene-bonn.deHerausgegeben von: Grüne im Rat der Stadt Bonn, Rathausgasse 5-7, 53111 BonnTelefon: 0228 – 77 2073 Fax: 0228 – 77 2035 e-mail: gruene.ratsfraktion@bonn.de; Internet: www.gruene-bonn.deRedaktion: Petra Merz, Tel.: 0228 – 77 3814, Petra.Merz@Bonn.de

 

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