Newsletter Schule mit vielen Infos aus dem Schulausschuss

 Der Newsletter Schule im März 2014 zu den Themen: Inklusion – Klassenfrequenz Grundschule, Inklusion weiterführende Schulen, Informationsveranstaltung für Eltern von Kindern mit Behinderung, Anmeldungen und Ablehnungen Gesamtschulen, Sekundarschule, Schulneubauten – Standards, Buchvorstellung „Der unheilige Berg“

 

Inklusion – Klassenfrequenz Grundschule

In dieser Sitzung gab es eine Vorlage, mit der die Anzahl Eingangsklassen an den Bonner Grundschulen festgelegt werden sollte. Hintergrund ist die Umsetzung des 8. Schulrechtsänderungsgesetzes, das eine qualitativhochwertige und wohnungsnahe Schulversorgung im Grundschulbereich sicherstellen soll. Die Festlegung der Eingangsklassen ermöglicht es der Stadt dahingehend zu steuern, dass eine ausgewogene Auslastung der Grundschulen erfolgt. In Bonn liegen zum kommenden Schuljahr 2.965 Anmeldungen vor. Zusätzlich wurden 1.200 Schülerinnen höherer Jahrgänge ermittelt, die zum kommenden Schuljahr jahrgangsgemischte Eingangsklassen besuchen. Damit errechnet sich für Bonn eine kommunale Klassenrichtzahl von maximal 180 Eingangsklassen. Bei zwei Schulen gab es Widerstand gegen die Festlegung der Eingangsklassen – der Schloßbachschule in Röttgen und der Arnold-von-Wied-Schule in Beuel. Bei beiden Schulen wollten die ElternvertreterInnen jeweils einen Klassenzug mehr, da sie befürchteten, dass künftig nicht alle Kinder wohnortnah unterrichtet werden können. Die Verwaltung konnte jedoch darlegen, dass zum kommenden Schuljahr alle wohnortnahen Kinder einen Platz fänden und diese Festlegung alleine für das kommende Schuljahr gelte.Die Verwaltung erhielt vom Ausschuss den Auftrag, diese Standorte auch im laufenden Jahr hinsichtlich der Anmeldungen zu beobachten und ggf. auch unterjährig zu reagieren. Der Schulausschuss soll entsprechend informiert werden.Die schwarz-grüne Koalition hat darüber hinaus einen Antrag eingebracht, dass die Klassenfrequenz bei Schulen, die nach Sozialraumindex „förderbedürftig“ sind, möglichst auf maximal 25 begrenzt oder um 2 Schüler pro Klasse abgesenkt wird und Schulen, die Kinder mit AO-SF-anerkanntem Förderbedarf aufnehmen, mit jeweils 2 solcher Schüler 3 Plätze belegen können. Ausnahmen, die aus baulichen oder anderen Gründen gemacht werden müssen, sollen dem Schulausschuss zur Abstimmung vorgelegt werden. Damit wollen wir sicherstellen, dass die Klassengröße bei inklusiv arbeitenden Grundschulen begrenzt wird, wie es auch bei den inklusiv arbeitenden weiterführenden Schulen der Fall ist.

 

Inklusion weiterführende Schulen

Vor der Schulausschusssitzung gab es eine Demonstration von Eltern, deren Kinder mit Behinderung bisher keinen Platz an einer weiterführenden Regelschule erhalten haben. Alleine an den Gesamtschulen, die die meisten inklusiven Plätze anbieten, mussten 51 Kinder mit Förderbedarf abgewiesen werden.Völlig unklar war sowohl den Eltern als auch den VertreterInnen im Schulausschuss, wie das Verfahren für die Anmeldungen in diesem Jahr lief. Nach vielen Nachfragen stellte sich heraus, dass die Gesamtschulen Listen erhielten, die Kinder mit Behinderungen aus den umliegenden Wohngebieten enthielt. Unter diesen Kindern konnte die Schulleitung dann auswählen. Dieses Verfahren stieß auf Kritik seitens der Grünen, denn Eltern mit Kindern ohne Behinderung haben eine freie Schulwahl, Eltern von Kindern mit einer Behinderung wurden so gezwungen, sich bei der Schule um einen Platz zu bewerben, bei der sie auf besagter Liste standen. Über diese Änderung des Verfahrens waren die Eltern der Kinder mit Behinderungen zum Teil nicht von offizieller Seite informiert worden, was zu großen Verwirrungen geführt hat.Um sicherzustellen, dass vor dem Abschluss des Anmeldeverfahrens alle Kinder mit Behinderung einen Platz an einer weiterführenden Schule erhalten, haben wir gemeinsam mit dem Koalitionspartner beantragt, dass vor Abschluss des Verfahrens alle Kinder einen Schulplatz haben müssen. Außerdem soll zum nächsten Schulausschuss ein Bericht vorgelegt werden, mit dem dokumentiert wird, dass alle Kinder einen Schulplatz erhalten konnten, mit dem die Eltern auch einverstanden sind.Dass die Umsetzung der EU-Konvention nicht ganz einfach sein würde, war wohl allen Beteiligten klar. Aber die Umsetzung der Verteilung in Bonn hätte auch anders organisiert werden können, denn es ist nicht notwendig, dass die Schulen nur „postleitzahlnahe“ Kinder aufnehmen. Eine gute inklusive Klasse lebt auch von einer guten Mischung von Kindern mit und ohne Förderbedarf. Diese wird den Schulen mit diesem Verfahren unnötig erschwert. Aber nach Auffassung der GRÜNEN stehen alle Schulen in der Verantwortung, inklusiven Unterricht anzubieten. Dieser muss nicht zielgleich sein, sondern kann, wie andere Gymnasien in anderen Städten es vormachen, auch zieldifferent sein.Wir wünschen den Eltern, die bis jetzt noch keinen Platz erhalten haben, dass ihnen jetzt schnelle Lösungen angeboten werden – und die GRÜNEN bieten dazu auch ihre Unterstützung an.

 

Informationsveranstaltung für Eltern von Kindern mit Behinderung

Die Koalition hat die Verwaltung beauftragt, in Zusammenarbeit mit der Stadtschulpflegschaft sowie mit dem Elternverein „Gemeinsam Leben  – Gemeinsam Lernen Bonn e.V.“ eine Informationsveranstaltung für Eltern von Kindern mit Behinderung oder sonderpädagogischem Förderbedarf, für die ein Schulwechsel auf eine weiterführende Schule ansteht, zu organisieren. Die Veranstaltung soll im Herbst 2014, möglichst vor den Tagen der Offenen Türen angeboten werden. Dazu sollen auch die Schulleitungen der Schulen eingeladen werden, die im Schuljahr 2015/2016 inklusiven Unterricht anbieten werden.Die Stadtschulpflegschaft hat in der Sitzung angekündigt, ihre Veranstaltung für Viertklässler-Eltern um das Thema Inklusion zu erweitern, auch vor dem Hintergrund, dass Inklusion nunmehr alle betreffen wird, auch die Familien von Regelkindern. Ein solches Vorgehen hat der Leiter des Schulamtes ausdrücklich begrüßt.Im Falle des Inklusionsfachverbandes Gl Gl soll es gemeinsam mit der Verwaltung eine Veranstaltung für Eltern von Kindern mit Förderbedarf und Interessiere in einem kleineren Rahmen geben, da nur in einem solch kleineren Rahmen die sehr spezifischen Bedarfe thematisiert und die sehr individuellen Problemlagen besprochen werden können. Nach den Erfahrungen im laufenden Anmeldeverfahren, über in diesem Schulausschuss intensiv diskutiert wurde, ist eine solche Veranstaltung absolut notwendig, denn hier können sich Eltern im Vorfeld erkundigen, welche Schulen für ihre Kinder in Frage kommen.

 

Anmeldungen und Ablehnungen Gesamtschulen

1.032 Eltern wünschten zum kommenden Schuljahr einen Gesamtschulplatz an einer der fünf Bonner Gesamtschulen. Davon konnten nur 702 Kinder aufgenommen werden. Das bedeutet, dass mehr als jedes 3. Kind eine Ablehnung für die gewünschte Schulform erhielt. Unter den330 abgelehnten Kindern waren, wie oben bereits berichtet, 51 Kinder mit Behinderung.Die Aufnahmekapazität der Gesamtschulen sank gegenüber dem letzten Jahr um 26 Kinder, da mehr Klassen inklusiven Unterricht anbieten und diese auf die Aufnahme von 27 Kindern begrenzt wurden. Um dem Elternwillen künftig gerecht zu werden, muss nun zügig eine Schulentwicklungsplanung für die Gesamtschulen erfolgen. Der nächste Schulausschuss wird auf Grund einer Anfrage von schwarz-grün zu den Anmeldungen an den Gesamtschulen die Thematik diskutieren. 330 abgelehnte Kinder lassen deutlich auf den Bedarf für mindestens eine weitere Gesamtschule schließen.

 

Sekundarschule

Mit Schreiben vom Freitag, dem 21.02.2014 teilte die Verwaltung den Fraktionen mit, dass für eine Sekundarschule in Bad Godesberg nicht die notwendigen Anmeldungen zustande kamen. 75 wären notwendig gewesen, 59 Anmeldungen kamen zustande.Die Vorsitzende des Schulausschusses Doro Paß-Weingartz bedauert dies sehr, denn für die Weiterentwicklung des Schulzentrums Pennenfeld wäre die Sekundarschule eine gute Chance gewesen. Wie vielfach berichtet, leidet  die Johannes-Rau-Schule wie auch andere Hauptschulen unter sinkenden Schülerzahlen. Im letzten Schuljahr konnte die Mindestgröße nur eingehalten werden, weil eine größere Anzahl von Anmeldungen von Kindern für den inklusiven Unterricht vorlagen.Auch der Blick auf die Schülerzahlen der Carl-Schurz-Realschule zeigt, dass die Schule weit unter ihren Aufnahmekapazitäten liegt. Zum Schuljahr 2023/2013 konnte die Carl-Schurz-Realschule nur mit einer Ausnahmegenehmigung der Bezirksregierung einzügig mit 20 Kindern in der Eingangsklasse weitergeführt werden. Wie die Anmeldungen für das kommende Schuljahr an beiden Schulen im Pennenfeld in diesem Jahr aussehen, wird erst nach Abschluss des Anmeldeverfahrens am 21.03.2014 bekannt werden. Eine Aufgabe des Standorts ist nach Auffassung der Schulausschussvorsitzenden nicht denkbar, denn die Gebäude sind für viel Geld saniert worden, zuletzt die naturwissenschaftlichen Räume. Die zurzeit in Arbeit befindliche Schulentwicklungsplanung muss auch hierzu Lösungsvorschläge unterbreiten.

 

Schulneubauten – Standards

Mit einem Antrag von uns wurde die Verwaltung gebeten, zu erläutern, nach konkret welchen Standards Schulneubauten oder Erweiterungsbauten geplant und später realisiert werden. Weiterhin soll geprüft werden, in welcher Art und Weise eine Standardfestlegung für Bonner Schulprojekte erfolgen kann und ein Standard definiert wird, der den fachlichen und pädagogischen Erwartungen entspricht, aber auch angesichts der finanziellen Situation der Stadt den Aspekt der Wirtschaftlichkeit gleichrangig betrachtet. Es soll auch geprüft werden, ob eventuell eine Anmietung wirtschaftlicher sei. Der Antrag wurde einstimmig angenommen, so dass die Verwaltung nun eine entsprechende Vorlage erstellen muss.Hintergrund sind die sehr hohen Kosten für den Ausbau der 5. Bonner Gesamtschule, hier waren ursprünglich 36 Mio. Euro veranschlagt. Vor dem Hintergrund, dass zahlreiche Bonner Schulen noch dringend sanierungsbedürftig sind, muss die Wirtschaftlichkeit von Bauten überprüft werden.

 

Termine Schulanmeldungen

Das Anmeldeverfahren an den Gesamtschulen ist abgeschlossenHauptschulen, städtische Realschulen und städtische Gymnasien:Beginn des Anmeldeverfahrens am 24. Februar 2014Ende des Anmeldeverfahrens am 21. März 2014Damit habe an den Gesamtschulen oder an der Sekundarschule abgelehnte SchülerInnen die Möglichkeit sich an anderen weiterführenden Schulen anzumelden, ohne dass bekannt wird, dass eine andere Schulform die erste Wahl war. Sie bekamen ihre Anmeldescheine unberührt zurück.

 

Buchvorstellung „Der unheilige Berg“

Das Buch „Der unheilige Berg“, herausgegeben von Ebba Hagenberg-Miliu, wird am 19.03.2014 im Sitzungssaal der GRÜNEN Fraktion im Alten Rathaus vorgestellt. Dr. Ebba Hagenberg-Miliu ist freie Journalistin. Über den Missbrauch am Aloisiuskolleg berichtet sie seit 2010 in der Presse. Das Aloisiuskolleg (AKO), in Bonn als „Heiliger Berg“ bekannt, gilt als Eliteschule der Jesuiten. Seit es mit seiner Nachmittagseinrichtung AKO-PRO-Seminar Anfang 2010 vom Missbrauchsskandal erfasst wurde, läuft die schmerzliche Aufklärung von zahllosen Fällen aus 60 Jahren. Das vorliegende Buch zieht eine erste Bilanz. Die sexuelle Gewalt und das System von Machtmissbrauch und Manipulation, das diese erst ermöglichte, werden hier erstmals aus allen Perspektiven analysiert: von den Betroffenen und Angehörigen, dem Kolleg und Internat, von Vertretern des Ordens, von Stadt, Lokalpolitik, Justiz und Opferschutz. Dabei wird Brisantes wie neue Funde von Nacktfotos und Selbstmordfälle von Schülern erstmals öffentlich. Aber es werden auch Perspektiven formuliert. Formen des Dialogs werden gesucht & und in einem direkten Streitgespräch zwischen AKO und Betroffenen exemplarisch gefunden.Interessierte sind herzlich willkommen!

 

Termine

Der Schulausschuss tagt das letzte Mal in dieser Ratsperiode am 09.04.2014.Fraktion und Arbeitskreise tagen grundsätzlich öffentlich. Interessierte sind herzlich ein¬geladen. Der nächste Termin des Schularbeitskreises findet am 02.04.2014 um 19:00 Uhr im Alten Rathaus statt.

 

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