Offene Ganztagsgrundschule: Keine Ausgrenzung von Kindern mit Behinderung

Pressedienst 22.09.06

 

Das größte Problem sei, dass Kinder, die mit dem so genannten Schülerspezialverkehr zur Schule gebracht würden, nach der offiziellen Schulzeit auch abgeholt werden müssten. Können die Eltern des Kinder die Abholung nicht privat organisieren, kann das Kind nicht an der OGS teilnehmen, da der Schülerspezialverkehr am Mittag kommen könne.

 

Die Sprecherin der grünen Ratsfraktion Dorothee Paß-Weingartz:? Das kann schlicht und einfach nicht sein. Ob ein Kind um 12:00 Uhr oder um 16:00 Uhr nach Hause gebracht wird, macht nicht einen einzigen Kilometer mehr. Es bedarf lediglich einer Umorganisation.?

 

Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass in der Nähe der betroffenen Schule eine integrative Ganztagsschule sei, von dort würden die Kinder auch am späten Nachmittag nach Hause gebracht.

 

Die schulpolitische Sprecherin der Grünen Katja Dörner:? OGS wurde in Bonn an Förderschulen und auch an integrativen Grundschulen eingerichtet. Mit der jetzigen Regelung werden Kinder mit Behinderung an integrativen Schulen regelrecht ausgegrenzt.?

 

Kinder, die auf Grund einer Behinderung nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Schule erreichen können, werden mit Taxen, kleinen Bussen oder behindertengerechten Fahrzeugen zur Schule gebracht. Diese Fahrten werden von der Verwaltung in Zusammenarbeit mit der Schule und den Eltern organisiert.

 

Paß-Weingartz:? Wir sind der Meinung, dass diese Angelegenheit dringend im Sinne der Kinder geregelt werden muss, denn in einer kinder- und familienfreundlichen Stadt darf kein Kind auf Grund eine Behinderung ausgegrenzt werden.?

 

Eine weitere Schwierigkeit sei die OGS-Gruppenstärke in integrativen Schulen. Während die Klassen mit Integrationskindern kleiner mit verstärktem Lehrereinsatz seien, gebe es diese Differenzierung für die OGS nicht. Besonders für Kinder mit Behinderungen seien die großen Gruppen (25 Kinder) eine Überforderung. Auch hier ist die Verwaltung gefragt. An Förder- und Integrationsschulen müssen andere, sprich kleinere Gruppenstrukturen möglich sein.

 

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