Open Data

Zum einstimmigen Beschluss des Rats-BürgerInnen-Ausschusses „Open Data Stadt Bonn“, erklärt der Sprecher des Arbeitskreises Netzpolitik, Transparenz und Demokratie der Bonner Grünen Jan Ehrhardt:„Wir begrüßen diesen einstimmigen Beschluss, der auf einen Antrag der schwarz-grünen Ratskoalition zurückgeht als ein Indiz, dass sich die Bonner Politik endlich aktuellen netzpolitischen Themen stellt. Open Data soll als Standard für alle öffentlichen Informationen der Stadt Bonn eingeführt werden.  Ein großer Teil der Informationen, die im Rahmen der Aufgaben und Tätigkeiten der Stadtverwaltung Bonn entstehen sind eigentlich öffentlich zugänglich bzw. nach dem Informationsfreiheitsgesetz für jede Person zugänglich zu halten.Schon jetzt bietet die Stadt Bonn eine große Anzahl an Informationen in elektronischer Form an – neben Geodaten im Stadtplan Bonn sind das die Ratsinformationen oder die Darstellung der Verwaltungsaufgaben unter Bürgerservice Bonn.Viele dieser Informationen sind jedoch für Laien bzw. unbedarfte Nutzer nur schwer bzw. mit komplexen Suchen und Analysen zu finden. Eine intuitive, vielleicht sogar Zielgruppen differenzierte Darstellung der Informationen ist nur rudimentär vorhanden.Dies wäre aber gar nicht von der Verwaltung alleine zu schaffen – unterschiedlichste Informationen und Daten in einem stetigen Wechsel der Darstellung/Publikation zu präsentieren. Ein finanzieller Aufwand, den gerade die Stadt Bonn nur eben in den Basisanforderungen stemmen kann. Das Prinzip OPEN DATA versucht diese Lücke zu schließen, in dem öffentliche bzw. öffentlich zugängliche Daten in einer „maschinenlesbaren Form“ Nutzern zur eigenen Verarbeitung und Verwendung zur Verfügung gestellt werden.Das heißt: Information, wie z.B. die Schulstandorte, Erreichbarkeiten, Termine, Lerninhalte, usw. also alles rund um die Schule werden in einem allgemeinen Datenstandard öffentlich angeboten.Externe Internetangebotsanbieter wie z.B. Initiativen, NGOs aber auch Firmen können diese Daten nutzen, um z.B. auf einem Kartensystem Standorte und Schultypen darzustellen – um z.B. in grafischen Darstellungen Lerninhalte als Kompetenzen zu visualisieren oder Ansprechpartner und Zeitpläne als Nachschlagewerke zu publizieren. Auch können sie dies mit ihren eigenen Informationen erweitern/ergänzen um Mehrwerte zu schaffen.Gemäß Open Data Prinzipien sollten die Daten unter einer eindeutigen Lizenz verfügbar gemacht werden. Dabei gilt es sicherzustellen, dass durch die Lizenz möglichst viel – auch die kommerzielle Verwertung – erlaubt wird. Auch muss die Verwaltung bei der Bereitstellung Belange des Datenschutzes berücksichtigen  und von Nutzern die Offenlegung der Quelle (Stadt Bonn) verlangen. Die Verwaltung muss in Zukunft verstärkt darauf achten, dass Lizenzrechte Dritter auch eine Weiternutzung im Sinne von Open Data erlauben. Dazu könnte bspw. auf Dienste wie Open Street Map zurückgegriffen werden. Open Data ist keine Dialog basierte, neue Kommunikationsplattform der Verwaltung. Sie ersetzt weder die bestehenden Informationsportale noch erlöst Sie die Verwaltung von den Aufgaben, das Web als Plattform für Information, Beratung und Services zu nutzen. Information, Interaktion und Kommunikation sind weiterhin zentrale Aufgaben, die von der Stadt selbst gelöst werden müssen.OPEN DATA verlangt neue und andere Daten- und Informationsprozesse innerhalb der Verwaltung. Das Verständnis, dass Daten, Informationen und Ergebnisse nach der Erstellung bzw. maximal einer Freigabe sofort verfügbar sein sollen, bedeutet – sie müssen auch elektronisch eingestellt werden. Es ist zu hoffen, dass die Verwaltung frühzeitig potentielle Nutzer und Internetaktivisten in die Planungen einbezieht und deren Kompetenzen nutzt.

 

Den genauen Wortlaut des Ausschuss-Beschlusses finden Sie hier.

 

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