Paulusheim: Keine Bewohner zum Umzug zwingen – Einzelfall-Lösungen suchen

Betr.: Antwort auf den offenen Brief von Herrn Jürgen Graff vom 13.03. auf Endenich-online

 

 

 

Es ehrt die GRÜNEN, wenn der Autor des „Offenen Briefes zur Schließung des Paulusheimes“ Herr Jürgen Graff meint, sie könnten die Alexianer GmbH „aus der sozialen Verantwortung entlassen“. Es ist heutzutage selten, dass einer politischen Partei noch eine solche Befähigung zugesprochen wird.

 

Nachdem Herr Graff die Formulierung „in Anbetracht der Übergangszeiten“ in einen gegenteiligen Sinnzusammenhang einordnet, spekuliert er über „Vorabsprachen ….und/oder Klüngeleien“. Schade. Seinem berechtigten Interesse als Angehöriger einer Bewohnerin dient er so nicht. Dieses berechtigte Interesse hatten wir aus unserer Sicht so formuliert: “Von den Alexianern erwarten wir aber zu Recht, dass sie in Anbetracht der langen Übergangszeiten (gemeint waren die nach dem Landespflegegesetz ab 2018 geltenden Qualitätsmaßstäbe) keinen Bewohner zu einem Umzug zwingen und für alle Beschäftigten auf den jeweiligen persönlichen Einzelfall bezogene Lösungen anbieten.“ Ist das nicht exakt das, was auch Herr Graff will? Warum beschimpft er die GRÜNEN, wenn er die Alexianer kritisieren will?

 

 

 

Versuchen wir es mal mit Sachverhalten und -argumenten:

 

1.1. Die Schließung eines dritten Altenheimes in Bonn innerhalb von 5 Jahren beunruhigt uns, unterstreicht jedoch unseren Beschluss zum Erhalt städtischer Heime als marktunabhängige kommunale Sicherheitsreserve. Eines unserer Hauptargumente war und ist es, finanzielle Risiken dadurch einzudämmen, dass hier keine Gewinnerzielungsabsicht besteht, wie bei privaten Heimen üblich.

 

2. 2. Trotzdem bleibt der Betrieb eines Seniorenheimes eine anspruchsvolle betriebswirtschaftliche Aufgabe. Leider haben es die Alexianer versäumt, rechtzeitig auf die lange bekannten gesetzlichen Regelungen zu reagieren.

 

Wir erwarten von  den Alexianern, dass sie, in Anbetracht der langen Übergangszeiten des Landespflegegesetzes bis 2018, keinen Bewohner zu einem Umzug zwingen und für alle Beschäftigten auf den jeweiligen persönlichen Einzelfall bezogene Lösungen anbieten.

 

3. Aus sozialpolitischer GRÜNER Sicht wäre die Gründung einer erweiterten Altenpflege im Quartier, etwa nach dem Bielefelder Modell, mit Unterstützung der Beratungsstelle für neue Wohnformen  (Stadthausloggia), eine zukunftsweisende Möglichkeit. Eine zusätzliche Bebauung des Grundstückes mit Pflege-WGs und barrierefreien Wohnungen wäre ebenfalls eine sinnvolle Lösung.

 

Wir freuen uns, dass sich nun eine Bürgerinitiative von Angehörigen der Paulusheim-Bewohner gegründet hat und stehen ihr gerne für weitere Informationen und Gespräche zur Verfügung.

 

 

 

gez.               Brigitta Poppe, Stadtverordnete

 

                       Rolf Beu, Stadtverordneter, MdL

 

                       Dr. Detmar Jobst, Stadtverordneter

 

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