Personelle Verstärkung der Aufgabe Biodiversität

Auf Vorschlag der Verwaltung hat die Ratskoalition der Einrichtung einer neuen Stelle für den Bereich Biodiversität zugestimmt.

Die Stelle wird dringend gebraucht, um in der UN-Stadt Bonn den Artenschutz fachübergreifend bearbeiten zu können. Die stetig steigenden vielfältigen Ansprüche, die auf den immer geringer werdenden Freiflächen bestehen, bedürfen einer ausgewogenen Betrachtung, bei dem auch der Artenschutz ausreichend Berücksichtigung finden muss.

Brigitta Poppe-Reiners, umweltpolitische Sprecherin BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: „Dabei soll nicht von Einzelfall zu Einzelfall entschieden werden, sondern vielmehr brauchen wir einen gesamtstädtischen Blick auf die Situation der Freiflächen. Auf Grund der Brisanz der rapide abnehmenden Artenvielfalt, den steigenden Ansprüchen an Wohnbebauung, Gewerbeflächen und Bürogebäude, Klimaschutz und Frischluftschneisen, müssen wir großflächig denken. Auch über die Stadtgrenzen hinaus brauchen wir einen engen Austausch und eine gute Zusammenarbeit mit dem Rhein-Sieg-Kreis. Einige Grundlagen haben wir bereits geschaffen, wie das Integrierte Freiflächensystem und das Artenschutzgutachten für den Bonner Nordwesten. Jedoch gibt es noch zahlreiche Baustellen, die auf Grund der Flächenkonkurrenz zwischen Städtebau, Freiraumplanung und Naturschutz dringend bearbeitet werden müssen: zum Beispiel, wie erfolgreich sind unsere Ausgleichsflächen im Hinblick auf die Biodiversität? Wie gehen wir langfristig mit diesen Flächen um? Sind sie rechtlich dauerhaft gesichert? Das Handlungsfeld der Biodiversität stellt eine komplexe Querschnittsaufgabe dar, die voraussichtlich in der Umsetzung einen langen Atem benötigt.

Seit 2014 ist Bonn Sitz des UN-Weltbiodiversitätsrats. Es ist unsere Aufgabe notwendige Entscheidungen zum Erhalt der Biodiversität zu treffen. Und diese beginnen nun mal vor der eigenen Haustüre. Wir Politiker brauchen unabhängige, wissenschaftlich fundierte und damit überzeugende Informationen über den Zustand, die Entwicklung und die Gefährdung der Biodiversität, um die notwendigen Entscheidungen zum Schutz unserer Artenvielfalt treffen zu können.“

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