Rolf Beu würde sich von den Verkehrsunternehmen statt der Drohung mit Fahrpreiserhöhungen den Einsatz für neue Technologieentwicklungen wünschen

Anlässlich der Ankündigung des VDVs (Verband Deutscher Verkehrsunternehmen), die Fahrpreise könnten allein bei Wegfall der EEG-Förderung um weitere 3 Prozent teurer werden, erklärt der Bonner Landtagsabgeordnete Rolf Beu (Sprecher für ÖPNV und Bahnpolitik der Landtagsfraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN): „Während die Zahl der Fahrgäste im letzten Jahr um 0,9 % stieg, kassierten die Verkehrsunternehmen im Schnitt 4 % mehr an Fahrgeld-Einnahmen. Damit lagen die Fahrpreiserhöhungen deutlich über der Inflationsrate. Jetzt droht der Verband der Verkehrsunternehmen mit weiteren drastischen Fahrpreiserhöhungen, sollte die Vergünstigung bei der EEG-Umlage entfallen. Statt nach betrieblichen Optimierungen und Kosteneinsparungen zu suchen, sollen die Fahrgäste in Geiselhaft genommen werden. Es ist nicht so, dass Kostensteigerungen  nur 1:1 durch höhere Fahrpreise ausgeglichen werden können. Die Verkehrsunternehmen könnten zum Beispiel verstärkt ihre Marktmacht gegenüber den Bus- und Bahnproduzenten nutzen, damit diese mehr Investitionen in die Erforschung für geringere Verbräuche oder gar für neue, umweltgerechtere Antriebsarten tätigen. So dürfte die chinesische Industrie in der Bus-Batterietechnik aktuell der deutschen Fahrzeug-Industrie eindeutig überlegen sein. Statt diesen Abstand zu verkürzen, halten die deutschen Hersteller aber gemeinsam mit dem VDV bisher primär unverändert am Dieselantrieb fest, obwohl die Verbrauchsoptimierungspotentiale beim Verbrennungsmotor begrenzt sind.

 

Statt Jahr für Jahr über steigende Energiekosten zu stöhnen und jährlich die Fahrpreise deutlich über der Inflationsrate erhöhen zu wollen, sehe ich in Zukunft deutliche Einsparpotentiale durch den Einsatz neuer Technologien. Bekanntlich gehören die Antriebskosten zu den Hauptkostenblöcken im ÖPNV. Auch klassische Technologien, wie der O-Trolleybus, können sich im Einzelfall wieder wirtschaftlich rechnen. Während die Unternehmen beim Diesel von der Entwicklung der Ölpreise auf dem Weltmarkt abhängig sind, erzeugen oder handeln etliche kommunale Stadtwerke selbst mit Strom. Außerdem können mit Elektroantrieben die Klimaschutzziele eher erreicht und die Lärm- und Abgasbelastung in den Städten reduziert werden.“

 

Weitere Info:  Rolf Beu,  Tel. 0170 47 34 593

 

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